Das Herzstück des Systems: Alpinestars' Advanced Safety Technology

MotoGP 2010

— 13.06.2010

Alpinestars präsentiert elektronisches Airbag-System

Als zweiter Hersteller widmet sich auch Alpinestars dem Thema passiver Sicherheit im Bekleidungssektor für Motorradfahrer

Alpinestars hat bereits zu Beginn dieses Jahrtausends mit der Entwicklung einer vollelektronischen Airbag-Technologie begonnen. Das Projekt ist mittlerweile in der Entwicklung zu einem vollfunktionsfähigen Airbag-System gereift, das den Alpinestars-Athleten im Straßenrennsport auf bestmöglichen Schutz bietet. Dabei konnte das System sehr kompakt gehalten werden. In naher Zukunft soll das System auch für Jedermann erhältlich sein.

"Seit dem Projektstart hat das Programm viele Entwicklungsstufen durchlaufen", so Jeremy Appleton, Pressesprecher bei Alpinestars. Als Meilensteine des Projekts nennt er die Schaffung eines funktionalen Airbag-Systems als Grundlage des Konzepts; die Weiterentwicklung der Launch-Control-Komponente für Datenaufzeichnungsfunktionen sowie die Einführung von Analysewerkzeugen, um die große Anzahl der Echtzeitdaten auswerten zu können, die durch das hochentwickelte AST (Advanced Safety Technology) gesammelt werden.

"Die fortlaufende Entwicklung des Airbag-Systems basiert auf den vielen Testdaten und auch auf den Feedbacks unserer Piloten", so Appleton weiter. "Zudem wurde, wo immer es notwendig war, der neueste Stand der Elektronik und Sensoren-Komponenten mit eingebaut. Medizinische und unfallstatistische Analysen zum Zweck der Ursachenforschung, sowie Computersimulationen waren ebenso von entscheidender Bedeutung für die Anatomie der am meisten auftretenden Unfallverletzungen."

Bevor das Airbag-System von Alpinestars für kommerzielle Zwecke freigegeben werden kann, erfolgen fortlaufend Anpassungen und Funktionstests der eigentlichen Einheit. Ein wesentlicher Bestandteil zur Serienreife war aber der Einsatz des Systems bei MotoGP-Piloten und Testfahrern im Straßenverkehr, um die Parameter zum Aktivieren des Airbags einer Feinabstimmung zu unterziehen.

Batterien und Stickstoff

"Der Airbag selbst wird von Batterien mit Energie versorgt. Für das Aufblasen wird ein auf Stickstoff basierendes Gasgemisch verwendet. Derzeit beinhaltet das System zwei Luftkammern, die den Fahrer an den Schultern und im Bereich der Halswirbel schützen. Die beiden Luftkammern werden in weniger als 0,5 Sekunden voll aufgeblasen und bieten dem Fahrer lebenswichtigen Schutz von mehr als fünf Sekunden", erläutert Appleton das Prinzip.

Im Laufe der Testjahre wurde eine enorme Menge an Echtzeitdaten gesammelt, aus denen hochkomplizierte Algorithmen abgeleitet wurden, um den Prozess der Launch-Control des Systems zu steuern. Mittels einer Software kann man diese für den Einsatz auf einer Rennstrecke oder im Straßenverkehr optimal anpassen. Ein enorm wichtiger Schritt und entscheidender für den Einsatz im Rennsport war die Entwicklung von Alpinestars erst kürzlich patentierten Dual-Charge-System.

System ist wiederverwendbar

"Diese Innovation bietet dem Fahrer den zweimaligen Schutz des Airbag-Systems", meint der Alpinestars-Mitarbeiter dazu. "Ohne das System rücksetzen oder neu aufladen zu müssen, kann der Pilot nach einem Sturz die Fahrt fortsetzen. Dabei kann er voll darauf vertrauen, notfalls den gleichen Schutz nochmals zu haben, falls er ein zweites Mal zu Sturz kommen sollte."

Seit dem Deutschland-Grand-Prix 2003, als John Hopkins der erste Alpinestars-Pilot war, der mit einem aktiven Datenaufzeichnungssystem ausgestattet wurde, sind umfassende Tests und Entwicklungen fortgesetzt worden. Bis 2007, als Casey Stoner dieses System verwendete, konnte die Elektronik drastisch verbessert werden. So war es möglich durch viele verschiedene physikalische Inputs ein genaueres Ausmaß der auftretenden Kräfte in elektronischer Form zu erstellen, die auf einem Fahrer wirken und vor allem, wenn dieser mit einem Motorrad zu Sturz kommt.

Im Verlauf des ersten MotoGP-Rennens in dieser Saison wurden bei einigen Alpinestars-Piloten elektronische Steuerungssysteme eingesetzt, um die Überwachung und das Auslösen von Sequenzen weiter zu testen. Für den Rest der Saison 2010 wird das System weiter im Rennsport getestet. In Zukunft soll ein gleichwertiges Produkt in den Handel kommen, auf das auch Hobbyfahrer zurückgreifen können.

Fotoquelle: Alpinestars


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