Jorge Lorenzo reist als klarer WM-Favorit an den TT Circuit in den Niederlanden

MotoGP 2010

— 24.06.2010

Lorenzo: "Ich mache mir Gedanken um die Zukunft"

Yamaha-Fahrer Jorge Lorenzo über die Lage in der MotoGP-WM, das Rennen in Assen und das künftige Kräfteverhältnis in der "Königsklasse"

Die Ausgangslage von Jorge Lorenzo könnte kaum besser sein: Nach fünf absolvierten Rennen liegt der spanische Motorrad-Fahrer an der Spitze der MotoGP-Gesamtwertung und führt mit großem Vorsprung vor Honda-Pilot Andrea Dovizioso. Lediglich zehn Punkte fehlen Lorenzo zur optimalen Ausbeute in den ersten Saisonrennen, weshalb der 23-Jährige betont entspannt zu Werke geht. In seiner Medienrunde spricht Lorenzo über die Arbeit bei Yamaha und die Aussichten für die Zukunft.

Frage: "Jorge, du reist mit viel Selbstvertrauen nach Assen. Was erwartest du dir von diesem Wochenende?"
Jorge Lorenzo: "Ich bin sehr zuversichtlich und kann es kaum erwarten, endlich wieder auf das Bike zu steigen. Ich bin aber auch sehr entspannt und keineswegs euphorisch."

Frage: "Hast du dich mittlerweile daran gewöhnt, dass du der Topfavorit bist? Valentino ist ja schließlich seit seinem Unfall in Mugello außen vor..."
Lorenzo: "Ich habe nun eine großartige Möglichkeit. Ich liege 37 Punkte vor meinem schärfsten Verfolger in der Gesamtwertung. Das ist sehr beruhigend."

"Ich kann mich noch an 2006 erinnern. Damals hatte ich 29 Zähler weniger als Andrea Dovizioso und letztendlich lag ich vorne und gewann den Titel. Jetzt ist die Situation allerdings eine andere. Ich werde versuchen, das Beste daraus zu machen."

Frage: "Bist du nun etwas relaxter als in Mugello?"
Lorenzo: "Ja, so könnte man das formulieren."

Frage: "Liegt das an den Punkten, die du in Silverstone holen konntest, oder hast du dich einfach nur mit der Situation arrangiert?"
Lorenzo: "In Mugello war ich nicht zufrieden mit meiner Leistung. In Silverstone lief es wesentlich besser für mich. Jetzt sind wir wieder an einer neuen Strecke und ich habe fest vor, an Silverstone anzuknüpfen - und nicht an Mugello."

Lorenzo: Auch Ducati und Honda sind siegfähig

Frage: "Wie gefällt dir der TT Circuit Assen? Hast du eine Lieblingspassage?"
Lorenzo: "Ja. Dieser Strecke zählt zu meinen Lieblingskursen. Vor allem die letzte Schikane ist sehr knifflig. Es war mal eine besondere Strecke. Jetzt ist es ein Kurs wie jeder andere. Es ist aber immer schön, in Assen anzutreten, weil die Menge so frenetisch ist. Ich habe hier schon dreimal gewonnen und kann sagen, dass ich diese Strecke zu meinen Lieblingskursen zähle."

Frage: "Bist du zufrieden mit der Motorleistung deiner Yamaha oder besteht in diesem Bereich Handlungsbedarf?"
Lorenzo: "Unser Bike ist konkurrenzfähig und wir können damit siegen. Ich mache mir aber auch Gedanken um die Zukunft. Betrachten wir doch einmal die Situation in den kommenden drei Saisons. Wenn die anderen Teams weiterhin so hart arbeiten, dann könnten sie Yamaha durchaus überholen. Sollte das passieren, müssten wir uns Sorgen machen."

Frage: "Heißt das, du bleibst weitere drei Jahre bei Yamaha?"
Lorenzo: "Nein. Ich sage nur: Darüber müsste man sich in der Zukunft vielleicht Gedanken machen. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht."

Frage: "Welche anderen Rennställe hast du in Bezug auf die kommenden Jahre auf der Rechnung? Ducati oder Honda?"
Lorenzo: "Ich denke, diese drei Bikes befinden sich auf einem recht ähnlichen Niveau. Alle sind siegfähig. Genau weiß ich das freilich nicht, denn ich habe weder die Ducati noch die Honda ausprobiert. Was ich von außen sehe, deutet allerdings darauf hin, dass alle drei Marken siegfähig sind."

Besteht Änderungsbedarf bei den Reifen?

Frage: "Wenn die Motorleistung von Yamaha nicht überaus gut ist, was macht das Bike dann derart stark?"
Lorenzo: "Ich habe viel Vertrauen ins Motorrad - vor allem auf der Bremse und in der Kurvenmitte. Dadurch gelingt es mir, möglichst viel Geschwindigkeit in die Kurven mitzunehmen."

Frage: "In den vergangenen Rennen hattest du gute Starts und bist vor allem in den ersten Runden gut zurecht gekommen. Das war nicht immer so. Warum ist es nun besser?"
Lorenzo: "Es stimmt: Ich konnte meine Starts verbessern. Dass meine ersten Rennrunden besser geworden sind, kann ich so nicht unterschreiben. Ich hatte nämlich nur in Silverstone von Beginn an ein richtig gutes Rennen. Das würde ich gerne wiederholen."

Frage: "In den vergangenen beiden Rennen gab es zwei heftige Unfälle. Denkst du, es besteht Handlungsbedarf im Hinblick auf die Bridgestone-Reifen? Müsste man über eine Regeländerung nachdenken?"
Lorenzo: "Ja - zumindest meiner Meinung nach. Da muss man aber schon Bridgestone fragen. Sie wollen andere Reifen an den Start bringen."

"Wenn ich am Hebel sitzen würde, dann würde ich einen Reifen konstruieren, der dir auf den ersten Runden etwas mehr Sicherheit bietet. Jetzt muss man nämlich sehr aufmerksam und überaus feinfühlig mit den Pneus umgehen. Manchmal ist einfach nicht absehbar, was der Reifen auf den ersten Runden macht."

Fotoquelle: Yamaha


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