Laut Casey Stoner treibt das Wissen um die Gefahr die Piloten erst richtig an

MotoGP 2010

— 22.09.2010

Stoner: "Die Gefahr macht den Reiz aus"

Nach dem tragischen Tod von Shoya Tomizawa erinnert Casey Stoner daran, dass Angst und Gefahr immer mitfahren - Doch die Fahrer lieben genau diesen Adrenalinkick

Strze und Verletzungen sind im Motorradrennsport an der Tagesordnung. Knochenbrche sind fr die Piloten fast schon alltgliches, aber lstiges Beiwerk. Man beit die Zhne zusammen und versucht im Falle einer Zwangspause, so schnell wie mglich wieder auf das Bike zu steigen. Doch der tragische Tod von Shoya Tomizawa in Misano hat allen einmal mehr vor Augen gefhrt, wie gefhrlich dieses Spiel mit dem Feuer sein kann.

Die Gefahr fhrt immer mit - doch laut Casey Stoner macht dies fr die Piloten genau den Reiz aus. Dies rumte der Ducati-Werkspilot ehrlich ein, als er zu seinen Gefhlen nach Tomizawas tragischem Unfall befragt wurde. "Um ehrlich zu sein: Jeder Pilot sollte wissen, welches Risiko damit verbunden ist. Es ist leider nicht das erste Mal, dass so etwas passiert ist und es ist kein komplett sicherer Sport. Ich denke, dass wir damit leben. Und es ist zwar schlecht, so etwas zu sagen, aber es ist ein Teil dessen, was einem den Adrenalinkick gibt und warum Jungs es lieben", wird Stoner von 'Motor Cycle News' zitiert.

"Es sorgt dafr, dass dein Herz rast und dein Blut durch die Adern gepumpt wird. Und dieser Hauch von Angst ist das, was dich antreibt", bekennt der Australier. Natrlich wnsche man sich keine tdlichen Unflle, "aber wenn keine Angst im Spiel wre, dann wre da kein wirklicher Wunsch und kein Bedrfnis, Rennen zu Fahren. Und dann wre da nicht die Leidenschaft, die man in jungen Fahrern sprt, die ihre Trume erfllen wollen. Um ehrlich zu sein, ist es das, was uns alle hier hlt."

In den vergangenen Jahren wurde in der MotoGP viel fr die Sicherheit getan. Doch auch, wenn der Rennsport vor einigen Jahren noch wesentlich gefhrlicher war, fhrt das Risiko weiter mit. Stoner erinnert sich an ein Gesprch, dass er einmal mit Jim Redman gefhrt hat. "Er sagte, dass du zu seiner Zeit nicht wusstest, ob der Freund, der neben dir auf dem Grid steht, die Saison beenden wrde. Damals war es viel hrter als heute. Aber sie mussten es akzeptieren. Sie mussten Ehefrauen und Freundinnen trsten. Aber sie haben weitergemacht, weil sie es geliebt haben."

Und, so fasst es Stoner zusammen: "Man kann bei etwas gehen, das man liebt und von dem man sein ganzes Leben lang getrumt hat. Irgendwie ist das schner als sich bei etwas zu verabschieden, das man nicht mag." Genau damit trsten sich auch die Eltern der tdlich Verunglckten Tomizawa und Peter Lenz: Ihre Shne starben bei etwas, das sie geliebt haben.

Fotoquelle: Ducati

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