Casey Stoner war in Japan nicht zu schlagen und siegte vor Andrea Dovizioso

MotoGP 2010

— 03.10.2010

Überraschung in Japan: Stoner siegt souverän

Ducati-Fahrer Casey Stoner sicherte sich in Motegi den Sieg vor Andrea Dovizioso - Valentino Rossi schlägt Jorge Lorenzo im Kampf um Platz drei

Die Führung von Andrea Dovizioso (Honda) währte nur kurz: Der Italiener kam zwar gut los und führte das Feld zur ersten Kurve, musste sich dann aber Casey Stoner (Ducati) geschlagen geben, der das Rennen fortan bestimmte. Stoner begnügte sich über weite Strecken damit, den MotoGP-Lauf von Motegi ohne große Hast zu bestimmen und zog erst in den Schlussrunden das Tempo an.

Nach drei Vierteln der Distanz war die Entscheidung gefallen: Dovizioso konnte Stoner nicht mehr länger folgen und musste den Australier ziehen lassen. Der Abstand zwischen den beiden MotoGP-Routiniers, der stets im Bereich einer halben Sekunde gelegen hatte, wuchs nun von Runde zu Runde und pendelte sich schließlich bei 1,3 Sekunden ein - Ducati-Pilot Stoner fuhr kontrolliert ins Ziel.

Dahinter lieferten sich der amtierende Weltmeister und sein wahrscheinlicher Nachfolger einen überaus heißen Tanz: Valentino Rossi (Yamaha) fiel nach dem Start hinter seinen Teamkollegen zurück, folgte dem Spanier aber dichtauf und nutzte in Runde sechs seine Chance. Der "Doktor" stach in die Lücke und ließ seinen Stallgefährten hinter sich, womit das Duell erneut an Fahrt aufnahm.

Rundenlanges Duell um den dritten Platz

Lorenzo wollte sich den verbliebenen Podestplatz nicht ohne Gegenwehr nehmen lassen, konnte Rossi zunächst aber nicht gefährden. In Runde 18 steckte der Titelfavorit seine Nase einmal neben das Bike seines Teamkollegen, musste aber zurückstecken. Fünf Umläufe später kam es schließlich ganz dick: Lorenzo attackierte erneut, doch Rossi wehrte nach kurvenlangem Kampf erneut ab.

Die letzte Runde musste also die Entscheidung bringen - und wie! Wieder machte Lorenzo Druck, wieder ging er an Rossi vorbei und wieder konterte dieser erfolgreich: Der Italiener verwies seinen spanischen Stallgefährten hauchdünn auf den vierten Platz und zeichnete damit sicherlich für eine der besten Fahrleistungen dieses Rennens verantwortlich. Die Podestränge waren somit bezogen.

Dahinter nahm das Geschehen zum Teil turbulente Formen an, denn der schlecht gestartete Ben Spies (Tech 3) und Nicky Hayden (Ducati) statteten dem Kiesbett von Motegi schon in Runde zwei einen Besuch ab und fielen nach ihrem Parallelausritt in Kurve fünf ans Ende des Feldes zurück. Während Spies anschließend eine beherzte Aufholjagd zeigte, blieb Hayden in Japan sehr blass.

Lorenzo biegt ein auf die Titel-Zielgerade

Der Ducati-Fahrer konnte zwar das Pramac-Duo um Mika Kallio und Aleix Espargaró sowie Héctor Barberá (Aspar) hinter sich lassen, musste sich aber mit Platz zwölf begnügen, während Spies sogar noch Rang acht erreichte. Der US-Amerikaner ordnete sich hinter seinem stark auftretenden Teamkollegen Colin Edwards (Tech 3) sowie Marco Simoncelli (Gresini) und Álvaro Bautista (Suzuki) ein.

Hiroshi Aoyama (Interwetten) konnte als Zehnter nur bedingt Kapital aus den Fehlern seiner Rivalen schlagen, leisteten sich doch sowohl Randy de Puniet (LCR/9.) als auch Marco Melandri (Gresini/11.) kurze Ausflüge in die Botanik. Loris Capirossi (Suzuki) sah indes nicht die Zielflagge: Drei Runden vor Schluss stellte der MotoGP-Routinier sein Bike vorzeitig ab und war damit der einzige Ausfall.

Weil Dani Pedrosa (Honda) aufgrund seines Trainingssturzes und der damit verbundenen Operation nicht am Start sein konnte, ist die Fahrerwertung der MotoGP nach dem Japan-Rennen fast schon zugunsten von Lorenzo entschieden: Der aus Mallorca stammende Rennfahrer hat nun 297 Punkte auf seinem Konto und liegt vor dem Saisonendspurt 69 Zähler vor seinem einzigen WM-Kontrahenten.

Fotoquelle: Ducati

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