Valentino Rossi fühlt sich auf der Ducati Desmosedici GP11 immer wohler

MotoGP 2011

— 05.02.2011

Burgess: "Machen uns keine Sorgen"

Technik-Guru Jeremy Burgess konzentriert sich bei der Ducati auf bekannte Bauteile - Bei den Tests in Sepang konnten große Fortschritte erzielt werden

Bei den Testfahrten in Sepang glänzten weder Valentino Rossi noch Ducati mit schnellen Rundenzeiten. Der neunfache Weltmeister war konstant um Platz zehn zu finden. Von Tag zu Tag konnte sich der 31-Jährige steigern, doch schlussendlich betrug sein Rückstand auf die Spitze rund eine Sekunde. Auf der einen Seite feilten die Mechaniker rund um Technik-Guru Jeremy Burgess an der neuen Desmosedici GP11. Auf der anderen Seite plagte Rossi weiter die angeschlagene Schulter.

Der Gesundheitszustand ist aber schon wesentlich besser. Rossi konnte am letzten Tag gar 50 Runden auf dem anstrengenden Kurs abspulen. Er selbst bezifferte den Zeitverlust durch seine körperliche Schwäche auf etwa eine halbe Sekunde. Trotzdem war die Stimmung in der Garage sehr gut, wie Alex Briggs twittert: "Die Atmosphäre erinnert an 2004. Es ist sehr aufregend."

Auch Burgess ist mit den Fortschritten zufrieden: "Jeden Morgen war Valentinos Schulter okay. Das ist also positiv. Beim Motorrad konnten wir gute Schritte machen. Wir haben zwei Motorräder, die unserer Meinung nach gut sind", wird der Australier von 'GPone.com' zitiert. "Das Motorrad für die Rennen liegt bei der Abstimmung zwischen diesen beiden. Wir kreieren ein Motorrad, das zu Valentinos Stil passt."

"In Valencia sind wir Abstimmungen anderer Ducati-Piloten gefahren. Es war ganz anders als wir es von Yamaha gewohnt waren. Nach zwei Monaten sind wir mit einer für uns normaleren Abstimmung zurückgekehrt. Wir konnten uns gleich am ersten Tag stark verbessern. Seither haben wir nur wenig an der Aufhängung geändert."

Wird es also keine radikalen Änderungen an der GP11 geben? "Prinzipiell müssen wir ein Gesamtbild unserer Einstellungen bekommen. Manche Motorräder reagieren sehr sensibel, andere nicht", so Burgess. "Wenn wir verstehen, welche Resultate wir durch die Änderungen bekommen, wird die Arbeit viel leichter."

Bewährte Komponenten

Ducati geht beim Bau der MotoGP-Maschine eigenständige Wege. Prinzipiell wird das Motorrad über die Airbox aus Karbon aufgebaut. Einen klassischen Rahmen gibt es nicht in der gewohnten Form. "Das ist nicht ganz richtig. Man könnte sagen, dass es zwei Chassis sind. Man ist also in einer glücklichen Situation. Bisher war das kein Problem für mich", sagt der Australier."

"Mit all den Teilen die unter dem Chassis liegen, also den Rädern, den Reifen, der Aufhängungen und der Bremsen, haben wir seit Jahren gearbeitet. Die einzigen neuen Komponenten sind der Motor und das Chassis. Bei beiden gibt es überhaupt keine Probleme." Burgess konzentriert sich also auf bekanntes Material und hält die Dinge simpel.

"Wir haben die 42 Millimeter Gabel nie probiert. Wir verstehen die 48er seit Jahren sehr gut. Bislang gibt es bei der Aufhängung überhaupt keine Probleme. Wir wissen, dass es mit den Komponenten, die wir kennen und verstehen, keine Schwierigkeiten geben kann. Es gab nämlich nie welche. Sollte es Probleme geben, dann kommt es nicht von diesen Teilen."

Rossi klagte bei den Testfahrten über Chattering. Am letzten Tag lief es dann besser. "Das war ein fundamentales Chattering, das jeder in der Boxengasse in Sepang hat. Die Strecke ist schon etwas älter und wird vielleicht bald neu asphaltiert. Das Chattering ist an genau den gleichen Stellen aufgetreten, wie mit der Yamaha. Wir machen uns also nicht zu große Sorgen."

Siege nicht unmöglich

Nach den ernüchternden Testzeiten stellt sich die Frage, wie gut Valentino beim Saisonauftakt in Katar abschneiden kann. Als der Italiener von Honda zu Yamaha gewechselte war, konnte er sofort das Auftaktrennen in Welkom 2004 gewinnen. Damals hatte Burgess vorhergesagt, dass ein Sieg möglich wäre. Wie sieht es nun aus?

"Ich würde gerne davon träumen. Aber realistisch gesehen haben die Ärzte vorhergesagt, dass die Genesung gut voranschreiten wird. Auch wenn Valentino in Katar noch nicht zu 100 Prozent fit sein wird. Im vergangenen Jahr hat er mit 80 Prozent gewonnen. Für Valentino ist nichts unmöglich."

Viele Jahre hatte Burgess für Honda und Yamaha gearbeitet. Wie unterscheidet sich Ducati von den beiden großen Firmen? "Es ist ziemlich gleich. Es geht darum ein Motorrad zu bauen. Das tun sie sehr gut. Die Fabrik sieht nicht anders aus als eine japanische. Bei uns arbeiten statt Japanern eben Italiener."

Fotoquelle: Ducati

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