Casey Stoner fühlt sich privilegiert, in Repsol-Farben antreten zu dürfen

MotoGP 2011

— 07.02.2011

Stoner: "Bei HRC zu sein, bedeutet mir alles"

Casey Stoner vertraut dem Vorderrad der Honda RC 212V auf Anhieb mehr als dem der Ducati Desmosedici

Nach vier Jahren als Ducati-Werkspilot wagte Casey Stoner in diesem Winter den Wechsel ins Honda-Werksteam. Der Umstieg scheint sich zu lohnen, der Australier überzeugte bei den ersten Testfahrten des Jahres in Sepang mit schnellen Rundenzeiten. Im zweiten Teil des Interviews spricht der Weltmeister von 2007 über die Unterschiede zwischen der Honda RC212V und der Ducati Desmosedici sowie über Mick Doohans Fußstapfen.

Frage: "Casey, am Ende der drei Testtage in Sepang lag jeweils ein anderer Honda-Pilot an der Spitze. Was hältst du davon?"
Casey Stoner: "Im Moment konzentriere ich mich auf mich selbst. Natürlich haben wir gegen Ende des Tages eine weiche Reifenmischung benutzt, um die schnellste Zeit zu setzen, aber wir waren auf andere Bereiche konzentriert, um das perfekte Gefühl für das Motorrad zu entwickeln."

"Es ist jedes Mal anders und ich bin nicht genug Runden gefahren, um mich mit allem wohl zu fühlen, da wir so viele Dinge auszuprobieren hatten. Am letzten Tagen habe ich mich aber wesentlich wohler gefühlt und wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht. Die Zeiten kamen viel einfacher zustande und alles lief viel besser."

Frage: "Vertraust du dem Vorderrad der Honda mehr als dem der Ducati in der vergangenen Saison?"
Stoner: "Ja, und zwar um einiges mehr. Die Honda erfordert ganz einfach einen anderen Fahrstil als die Ducati. Es ist klar, dass die Desmosedici kein langsames Motorrad ist, und ich habe in den vergangenen vier Jahren mehr Rennen als jeder andere gewonnen, aber sie ist einfach anders. Wir hatten zum Beispiel bei der Ducati zahlreiche Probleme mit der Aufhängung, gerade auf dieser Strecke."

"Außerdem stockte der Antrieb oft in langen Kurven, da es dort viele Bremspunkte gibt. Darunter hatten wir zu leiden. Im Gegensatz dazu waren diese drei Tage wirklich fantastisch. Am Donnerstag bin ich gestürzt, denn ich habe am Vorderrad Grip verloren, aber das war eine einmalige Sache und hat sich nicht wiederholt. Es ist ganz anders als früher."

Frage: "Bist du auf der Strecke den Yamaha-Fahrern begegnet und kannst du sie mit den Honda-Piloten vergleichen?"
Stoner: "Auf der Strecke habe ich niemanden getroffen. Ich habe einen Testfahrer gesehen, war aber nicht nah genug dran, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie er gefahren ist. Wir müssen abwarten, bis die Rennen losgehen, denn ich möchte keinem anderen Piloten hinterherfahren und die Mehrheit der anderen wollen ebenfalls keinem Konkurrenten folgen. Es ist schwierig, jemanden auf der Strecke ausfindig zu machen, wenn man beim Testen ist. Besonders wenn man verschiedene Dinge ausprobiert, denn man weiß nicht, ob der andere sich bei dem wohlfühlt, was er da tut, oder nicht. Man kann daraus keine Schlüsse ziehen."

Frage: "Hast du Reifen getestet?"
Stoner: "Ja, wobei es keine bedeutende Verbesserung in ihrer Leistung gab. Das war nicht das Ziel dieses Tests. Ich bevorzuge die Standardmischung, die wir hier drauf hatten. Die härtere Reifenmischung scheint etwas berechenbarer zu sein. Sie [die Reifeningenieure; Anm. d. Red.] werden alle Daten sammeln und dann werden wir bei den kommenden Tests etwas mehr zu sehen bekommen."

Frage: "Hast du verschiedene Federungen ausprobiert?"
Stoner: "Nein, wir haben die Abstimmung gar nicht angerührt, denn es war besser, sich nur auf das zu konzentrieren, was uns wichtig gewesen ist. Beim kommenden Test werden wir vielleicht die Art, wie das Motorrad zu fahren ist, verbessern und dann werden wir die Aufhängungen ausprobieren."

Frage: "Wie findest du die Honda RC212V? Ist sie so, wie du sie erwartet hattest?"
Stoner: "Es war merkwürdig. Beim ersten Test in Valencia hatte ich erwartet, dass manche Dinge besser funktionieren - und andere Sachen schlechter - als es tatsächlich der Fall war. Ich war davon ausgegangen, große Probleme mit den Bremsen zu haben, aber tatsächlich war das Gefühl ganz gut."

"Ich hatte gedacht, dass die Beschleunigung aus niedrigen Drehzahlbereichen unglaublich kraftvoll sein würde, aber ich habe festgestellt, dass der Motor sanft und ruhig ist. Daneben gab es noch andere Sachen, die ich nicht so erwartet hatte. Ich bin wirklich zufrieden mit dem, was ich vorgefunden habe. Tatsächlich war es ein bisschen besser als ich es erwartet hatte. Ich bin mit dem Paket zufrieden."

Frage: "Vor dir gab es mit Mick Doohan schon einmal einen Australier in Repsol-Honda-Farben. Wie hast du dich gefühlt, als du dich zum ersten Mal im Repsol-Outfit im Spiegel gesehen hast?"
Stoner: "Als Mick mit der Repsol-Lackierung gefahren ist, war sie noch etwas anders. Aber in diesem Team zu sein, bedeutet alles für mich. Es ist das offizielle HRC-Team und es ist Repsol. Es ist ein großartiges Team und hier neben zwei weiteren Fahrern zu sein, ist beeindruckend. Das ist ganz witzig, denn als Mick dabei war, gab es ebenfalls drei Werksfahrer. Jetzt wiederholt sich diese Situation. Ich freue mich sehr auf diese Saison und auch darauf, in Mick Doohans Fußstapfen zu treten. Das ist für mich ein großes Privileg."

Fotoquelle: Honda

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