2011: Ben Spies hat sich regelmäßige Podestplätze vorgenommen

MotoGP 2011

— 21.02.2011

Spies bescheiden: "Top 5 sind mein Ziel"

Der neue Yamaha-Werkspilot Ben Spies geht mit vorsichtigem Optimismus in die Saison: "Wenn sich ab und zu eine Chance bietet..."

Ben Spies gilt als amerikanisches "Wunderkind" im Motorradsport. Der Texaner legte in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Aufstieg hin. 2008 sicherte sich Yamaha die Dienste des Amerikaners, nachdem er sich bei Gastauftritten für Suzuki gut präsentiert hatte. Spies holte daraufhin 2009 als Rookie den Titel in der Superbike-WM, ließ 2010 ein gutes MotoGP-Debütjahr mit Tech 3 folgen. Wie der 26-Jährige seine Chance als Rossi-Nachfolger im Werksteam sieht, beschreibt er im Interview.

Frage: "Ben, du hast 2010 ein tolles Jahr gehabt, sogar den Titel 'Rookie of tthe Year' gewonnen. Wie war das erste MotoGP-Jahr für dich?"
Ben Spies: "Es war gut, aber ich musste auch viel lernen. Es war sehr lehrreich und das härteste Jahr im Motorsport bislang für mich. Das war allerdings in der MotoGP kaum anders zu erwarten. Ich habe neue Strecken besucht, mein neues Team kennengelernt, es gab einfach sehr viel Neues. Mitte der Saison haben wir uns gut zusammengefunden und darauf aufgebaut. Wir haben einen zweiten Platz geholt, einige weitere Podestplätze. Schließlich den Platz im Werksteam bekommen zu haben, macht es zu einem großartigen Jahr."

Frage: "Jetzt bist du nun Werkspilot. Wie fühlt es sich an, ein Teil des Topteams in der WM zu sein? Ist es anders?"
Spies: "Viele werden denken, dass nun ein erheblicher Druck auf mir lastet. Aber der Druck ist weg. Im vergangenen Jahr musste ich mich beweisen. Das habe ich geschafft. Jetzt, da ich im Werksteam bin, habe ich das Gefühl, dass sich die harte Arbeit des Vorjahres gelohnt hat. Ich denke, ich habe es verdient. Jetzt muss ich weiter hundert Prozent geben."

"Ich habe eine tolle Crew hinter mir und ich darf für einen großartigen Hersteller arbeiten. Wir sollten ein gutes Bike haben, neben mir fährt der amtierende Champion - also alles vom Feinsten. Dies ist erst einmal der letzte Schritt: Werksfahrer in der MotoGP. Nun können nur noch Siege und der Titel folgen. Das ist nicht unmöglich."

Frage: "Du gehst in dein drittes Jahr als Yamaha-Fahrer. Ist es etwas Besonderes, beim 50-jährigen Jubiläum der Marke an Bord zu sein?"
Spies: "Natürlich. Überhaupt Teil der Yamaha-Familie zu sein, ist schon toll. Es sind nun schon drei tolle Jahre für mich. Ich wurde dort herzlich aufgenommen und bin sehr stolz, dass ich ihnen den ersten Superbike-Titel bescheren durfte. Im Jahr des 50-jährigen Bestehens zum Werksteam in der MotoGP zu stoßen, ist natürlich etwas Besonderes. Es wird in diesem Jahr nette Aktionen geben. Gleichzeitig auch Teamkollege des Champions zu sein, macht es umso cooler."

Frage: "Wie findest du die 2011er-Version der YZR-M1?"
Spies: "Die ist gut. Ich hatte drei Testtage, um sie auszuprobieren. Wir haben noch einige Arbeit vor uns, werden in Katar noch viele neue Dinge austesten. 2012 kommen die neuen Regeln und 1.000er-Maschinen. Yamaha lässt sich davon nicht ablenken, sondern bietet uns genau das, was wir nun brauchen."

Frage: "Ist es für dich eine gute Gelegenheit, Teamkollege des amtierenden Champions zu sein?"
Spies: "Absolut! Jorge ist der schnellste Mann der Welt. Man kann sich davon einschüchtern oder anstacheln lassen. Es gibt sicherlich einige Dinge, die ich zum Beispiel in Bezug auf Herangehensweisen oder Setup auf meine Art mache, aber ich muss sicherlich noch einige Dinge von Jorge lernen. Dabei geht es nicht nur darum, ein Motorrad schneller zu bewegen. Er hat einfach puren Speed. Nichts ist mir lieber als Teamkollege des schnellsten Mannes zu sein."

Frage: "2010 war für dich ein Lehrjahr. Welche Ziele hast du in der neuen Saison?"
Spies: "Man kann nicht einfach daherkommen und sagen, dass man jetzt den Titel holen wird. Ich bin frisch dabei, es wird erst meine zweite MotoGP-Saison. Ende der vergangenen Saison war ich Sechster. Ich will mich jedes Jahr verbessern, also peile ich einen Platz in den Top 5 an. Ich möchte um Siege und Podestplätze kämpfen."

"In der MotoGP zeichnet sich im Rennen oft ab, wer gewinnen wird. Dahinter gibt es immer einen Kampf um die Podestplätze. In diesen Kampf will ich immer eingreifen und ab und zu ein Rennen gewinnen. Natürlich würde ich gern den Titel holen - dieses Ziel hat ganz einfach jeder. Mein realistisches Ziel sind aber Podestplätze und die Top 5 in der Endabrechnung. Wenn es eine Siegchance gibt, dann will ich sie nutzen. Hoffentlich bekomme ich einige solcher Chancen."

Frage: "Du hast einige bekannter Gesichter in deiner Box, aber es sind auch neue Leute um dich herum. Wie fühlst du dich nach den ersten Tests aufgehoben?"
Spies: "ein gutes Gefühl. Beim vergangenen Test habe ich erstmals mit der kompletten Crew gearbeitet. Es war das erste Mal, dass ich mit dem bisherigen Dateningenieur von Valentino zusammenarbeiten durfte, der das Bike in- und auswendig kennt. Mit meinem Crewchief und dem Chefmechaniker arbeite ich schon seit Jahren zusammen. Mit einigen anderen Technikern habe ich schon bei den Superbikes, in der amerikanischen Meisterschaft oder bei meinen früheren Wildcard-Einsätzen zusammengearbeitet. Teamchef Massimo Meregalli war mein Boss in der Superbike-WM, als ich den Titel gewonnen habe."

Frage: "Was hast du dir für die nächsten Testfahrten in Sepang vorgenommen?"
Spies: "Beim vergangenen Test haben wir an einigen Schlüsselstellen gearbeitet, diesmal geht es um das Setup. Wir legen es nun also auf schnelle Rundenzeiten an und wollen bei Fahrten über die Renndistanz herausfinden, wie sich das Bike nach einigen Runden entwickelt. Wir werden auch etwas mit der Elektronik herumtüfteln. Beim vorherigen Test ging es darum, die zu verwendenden Teile für dieses Jahr auszusuchen. Jetzt haben wir unser Basispaket und machen es schneller."

Frage: "Welche Botschaft hast du für die Yamaha-Fans?"
Spies: "Yamaha ist ein tolles Team. Wir stehen vor einem großartigen Jahr mit dem Jubiläum. Es wird bestimmt spektakulär. Ich schätze, dass schon jetzt viele Leute den Rennen entgegen fiebern."

Frage: "Wie findest du die neue Lackierung der Yamaha?"
Spies: "Wirklich schön. Ich mag die Teamfarben gern und finde, das sieht sehr professionell aus. Es sieht aggressiv, einzigartig und doch irgendwie klassisch aus. Ich mag diesen Style."

Frage: "Was erwartest du von Jorge in dieser Saison?"
Spies: "Er ist der Mann, den es zu schlagen gilt - keine Frage. Wenn er seinen Helm aufsetzt, dann hat er nur ein einziges Ziel. Er ist gereift, das haben wir alle sehen können. Den Speed hat er sowieso, aber nun weiß er ihn passend zu dosieren. Er weiß ganz genau, wann er den Hahn aufdrehen muss. Ich schätze, er muss erst einmal bezwungen werden. Wer Weltmeister werden will, muss Jorge erst einmal packen."

Fotoquelle: Yamaha

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