Casey Stoner blickt dem Saisonstart ausgesprochen optimistisch entgegen

MotoGP 2011

— 08.03.2011

Stoner: "Wettbewerb ist härter als jemals zuvor"

Casey Stoner blickt seiner ersten Saison auf der Werks-Honda RC212V vorfreudig entgegen und kann das Auftaktrennen in Doha kaum erwarten

Die Testfahrten in Sepang liefen für Honda-Neuzugang Casey Stoner mehr als zufriedenstellend. An vier von sechs Testtagen markierte der Australier die Bestzeit, die beiden anderen Tage schloss er als Zweitschnellster hinter seinen Markengefährten Dani Pedrosa beziehungsweise Marco Simoncelli ab. Am Schlusstag des zweiten Tests konnte er den Streckenrekord um fast eine Sekunde verbessern und als einziger Fahrer die Zwei-Minuten-Marke knacken.

Nach ein paar Tagen der Entspannung blickt Stoner dem letzten Vorsaisontest in Katar entsprechend optimistisch entgegen. Im Interview spricht er über seine Erwartungen für das unmittelbar im Anschluss an die Testfahrten an gleicher Stelle stattfindende Auftaktrennen der MotoGP-Saison 2011 sowie über die Fortschritte bei Honda.

Frage: "Casey, was du am letzten Tag in Malaysia gezeigt hast, war schlichtweg beeindruckend..."
Casey Stoner: "Nun, wir sind tags zuvor mit der Abstimmung soweit vorangekommen, dass uns im Grunde klar war, am letzten Morgen eine Zeit von unter zwei Minuten fahren zu können. In Sepang ist die Strecke früh immer am besten. Ich fühle mich allerdings nicht zwangsläufig auf den ersten Runden sofort hundertprozentig wohl. Ich persönlich fahre meine schnellste Runde lieber am Schluss eines Tages. Wir haben uns für die weichen Reifen entschieden und wollten als Erste die Zwei-Minuten-Marke knacken. Um ehrlich zu sein, habe ich nicht erwartet, dass ich als Einziger eine solche Zeit fahren kann. Die Strecke war in idealem Zustand und wir haben einen tollen Job gemacht. Ich bin sehr zufrieden."

Vier-Tages-Veranstaltung in Katar nicht ideal

Frage: "Katar ist ein spezielles Rennen für dich, das du bereits mehrfach hast gewinnen können. Was versprichst du dir vom Saisonstart?"
Stoner: "Ich bin schon ganz aufgeregt. Wir haben zwar viel getestet, aber das ist nicht immer ideal, da wir im Vorfeld der Saison nur auf sehr wenigen Strecken fahren können. Unabhängig davon stehen uns die Rennen nun endlich unmittelbar bevor und ich bin gespannt darauf, wie wir mit unserem Team abschneiden werden. Für mich gilt es herauszufinden, wie ich mit diesem Bike auf dieser Strecke fahren muss. Vor allem aber interessiert mich, wie das generelle Kräfteverhältnis aussieht. Es wird sicherlich Fahrer geben, die zuversichtlicher sind als andere. Ich bin schon sehr gespannt auf den ersten Sieger des Jahres."

Frage: "Was hältst du davon, dass das Rennwochenende in Doha in diesem Jahr vier Tage umfasst?"
Stoner: "Das gefällt mir nicht. Es ist sehr schwierig, denn am späten Abend, wenn wir auf die Strecke gehen, ist diese sehr kalt und unberechenbar. Es wäre besser, wenn wir etwas früher rausgehen könnten. Abgesehen davon ist ein Grand-Prix-Wochenende mit vier Tagen zu lang. Meiner Meinung nach ist es nicht ideal, aber die Situation ist für alle gleich, also müssen wir damit leben."

Wettbewerb ist härter als jemals zuvor

Frage: "Dein Teamkollege Dani Pedrosa und du, ihr habt bei den Testfahrten einen sehr starken Eindruck hinterlassen. Glaubst du, dass in diesem Jahr alle schneller sein werden als jemals zuvor?"
Stoner: "Ich glaube schon. Viele Fahrer gehen mehr Risiko und pushen viel mehr. Der Wettbewerb ist härter, da viele glauben, um den Sieg oder um das Podium mitfahren zu können. Das motiviert natürlich und führt dazu, dass mehr Risiken eingegangen werden als bisher. Ich bin überzeugt, dass wir in diesem Jahr einige sehr spannende Rennen sehen werden."

Frage: "Siehst du die Honda im Vergleich zur Konkurrenz einen Schritt voraus?"
Stoner: "Das ist schwer zu sagen. Wir sind natürlich glücklich mit der Richtung, die Honda eingeschlagen hat und mit allem, was sie seit dem ersten Test in Valencia für uns getan haben. Sie haben wirklich gute Fortschritte mit dem Bike gemacht. Dani und ich, wir waren etwas schneller als die anderen. Vor dem ersten Rennen ist es allerdings schwer zu sagen, wo wir wirklich stehen. Im Moment sind wir sehr glücklich mit dem, was uns Honda zur Verfügung stellt. Wir müssen einfach sicherstellen, dass an den Rennwochenenden alles wie geplant funktioniert."

Neue Gabel vorerst auf Eis gelegt

Frage: "Wo steht ihr bezüglich der Kupplung, der Motorbremse und den Federproblemen, die du während der Tests angesprochen hast?"
Stoner: "Es ist schwer zu sagen, ob das Problem von der Kupplung oder der Elektronik herrührt. Das Motorrad federt bei der Einfahrt in die Kurven stark aus, was es schwierig macht, spät zu bremsen, weil das Bike etwas instabil wird. Damit haben wir uns speziell während der beiden letzten Testsessions intensiv befasst. Wir konnten einige Verbesserungengen erzielen, aber es reicht noch nicht. Wir müssen noch mehr Zeit investieren, um das Problem hundertprozentig in den Griff zu kriegen."

"Was die die Federung betrifft, so setzen wir im Moment auf die Version aus dem vergangenen Jahr. Es gibt auch eine modifizierte Gabel für 2011, die wir einmal getestet haben. Wir hatten dabei allerdings ein paar Probleme und ich fühlte mich nicht komplett wohl damit. Wir haben daher entschieden, mit der neuen Gabel noch zu warten, bis wir genau wissen, wo wir mit dem Bike hin wollen. Wir brauchen einfach noch etwas Zeit."

Stoner erwartet einige Überraschungen

Frage: "Rechnest du damit, dass in diesem Jahr die selben vier Fahrer vorn sein werden oder wird es Verschiebungen geben?"
Stoner: "Ich erwarte einige Überraschungen, auch wenn ich das bereits im vergangenen Jahr gesagt habe und dann doch dieselben vier Fahrer um Siege gekämpft haben und auf dem Podium standen. Ich bin mir sicher, dass Dani und Jorge (Lorenzo; Anm. d. Red.) ganz vorn sein werden. Andrea (Dovizioso; Anm. d. Red.) hat sich stark verbessert."

"Zudem rechne ich mit Simoncelli und Ben Spies. Valentino ist vielleicht schon beim ersten Rennen zur Stelle. Womöglich müssen wir aber auch noch etwas abwarten. Ich bin mir allerdings sicher, dass es den einen oder anderen unerwarteten Fahrer gibt, der versuchen wird, an die Spitze vorzustoßen."

Fotoquelle: Repsol

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