Dani Pedrosa könnte 2011 seine vielleicht beste Titelchance mit Honda haben...

MotoGP 2011

— 10.03.2011

Pedrosa: "Wir hoffen auf einen guten Start"

Honda-Fahrer Dani Pedrosa im Interview über die jüngsten Testfahrten der MotoGP, die Leistung seines Bikes und die Aussichten für den Saisonauftakt

Dani Pedrosa und das Honda-Werksteam dürfen zuversichtlich nach Katar reisen. Bei den jüngsten Testfahrten hatte die japanische Mannschaft die Konkurrenz in der MotoGP nämlich recht sicher im Griff und fuhr sich im malaysischen Sepang klar in die Favoritenrolle. Pedrosa selbst geht entspannt und vor allem unverletzt ins erste Rennen, weshalb die Motivation des Spaniers 2011 besonders groß ist. Im Interview spricht Pedrosa über sein Motorrad und wagt eine Prognose für den Katar-Event.

Frage: "Dani, in welchen Bereichen hat sich das Honda-Bike seit dem ersten Test im Herbst 2010 am meisten verbessert?"
Dani Pedrosa: "Im Prinzip hat sich das Motorrad gar nicht so sehr verändert. Wir versuchten einfach nur, die wichtigsten Bereiche zu optimieren. Das waren beispielsweise die Bremsen oder die Elektronik."

Frage: "Wie würdest du die jüngsten Testfahrten in Sepang einschätzen?"
Pedrosa: "Das Beste daran ist, dass wir in diesem Jahr über eine deutlich bessere Grundlage verfügen - ganz im Gegensatz zu den vergangenen Jahren. Damals waren wir zum Entwickeln des Bikes gezwungen und mussten all das während der Saison stemmen. Dieses Mal gehen wir mit einer positiven Vorbereitung ins Rennen. Wir sollten das Rennjahr mit einem guten Leistungsniveau beginnen können."

Pedrosa will sich noch einmal dem Setup widmen

Frage: "Gibt es im Hinblick auf die nächsten Tests in Katar noch einige Baustellen oder werdet ihr euch dort vollkommen auf den Saisonauftakt vorbereiten?"
Pedrosa: "Es gibt immer etwas zu tun. Das Hauptziel beim Katar-Test wird sein, zu lernen, wie man das Bestmögliche aus dem Setup herausholt, das auf dieser Strecke zum Einsatz kommt. Wenn die Bedingungen gut sind, sollten wir einiges bewerkstelligen können."

Frage: "In Katar sind die Trainings nicht zur gleichen Zeit angesetzt wie das Rennen. Heißt das, die Testfahrten sind noch wichtiger für dieses erste Rennen?"
Pedrosa: "Ja. Es stimmt: Die Trainingszeiten sind nicht gerade die besten. Einige Tage vorher können wir beim Testen sicherlich die besseren Simulationen anstellen."

"Dabei wird die Strecke aber noch schmutzig sein, sodass es schwierig ist, Vergleiche zu machen. Die Verhältnisse werden sich allerdings nach und nach bessern, weil die Motorräder die Linie sauberfahren. Diese Tests werden jedenfalls sehr nützlich dabei sein, um in Erfahrung zu bringen, welche Zeiten wir fahren können."

Frage: "Deine tolle Vorbereitung muss eine Extramotivation für Katar sein. Dieses Rennen ist aber doch etwas Besonderes, denn es wird bei speziellen Bedingungen abgehalten..."
Pedrosa: "Katar ist ein besonderes Rennen, denn wir fahren bei Nacht. Der Zeitplan ist anders und man muss viel mehr auf solche Details wie die Reifen achten. Sobald wir aber erst einmal unterwegs sind, ist es ein Rennen wie jedes andere. Auch in Katar werden 25 Punkte für den Sieg ausgelobt. Du musst einfach versuchen, darum zu kämpfen."

Wie stark ist die Honda wirklich?

Frage: "Würdest du sagen, du gehst positiver und zuversichtlicher als jemals zuvor in eine Saison?"
Pedrosa: "In den vergangenen Jahren verliefen die Wintertests immer recht schwierig für mich. Das lag am Bike, an Verletzungen und dergleichen. In diesem Winter waren wir allerdings dazu in der Lage, das Motorrad besser vorzubereiten. Wir hatten einfach weniger Probleme. Noch steht ein Test aus, doch wir hoffen natürlich darauf, dass alles bereit sein wird und dass wir einen guten Start in diese Rennsaison hinlegen können."

Frage: "Hast du dich vollkommen von deinen Verletzungen erholt?"
Pedrosa: "Es geht mir ziemlich gut. Meine Schulter ist natürlich noch nicht wieder in dem Zustand, in dem sie vorher war. Hoffentlich ist beim ersten Rennen aber alles in Ordnung. Dort werde ich erfahren, wie genau es um mein Gesundheitsniveau bestellt ist. Ich fuhr in diesem Winter schon viele Runden, doch eine komplette Renndistanz hatte ich bisher noch nicht."

Frage: "Aufgrund der bisherigen Leistungen des Honda-Teams sind alle anderen dazu gezwungen, ihr Tempo zu verbessern. Es könnte eine sehr schnelle Meisterschaft vor uns liegen. Darauf deuten zumindest die ersten Testfahrten hin..."
Pedrosa: "Wir werden sehen, was weiterhin passiert. Es ist schwer zu sagen, was noch alles passiert. Wir wissen nur: Die Rennen werden sehr eng sein."

"Jeder wird sein Bestes geben. Im Prinzip wird es so ablaufen, wie schon in den vergangenen Jahren. Es wird aber bestimmt einen harten Kampf um die Positionen geben. Wir haben schon in der Vorsaison gesehen, dass die Konkurrenzfähigkeit überall sehr groß ist."

Die Balance als Knackpunkt

Frage: "Ist das Bike nach dem jüngsten Test in Malaysia einen Tick besser als der Rest?"
Pedrosa: "Nein. Ich denke, das Bike reagiert im Augenblick sehr gut. Meiner Meinung nach rangiert es aktuell nicht sehr viel vor den anderen. Wir haben schon in der Vergangenheit gesehen, dass unser Motorrad gut und schnell ist."

"Wichtig ist aber, was in der Meisterschaft passiert, und nicht, was sich an einer einzigen Strecke ereignet. In manchen Bereichen ist unser Bike besser, in anderen Bereichen haben die anderen Vorteile. Unterm Strich kommt es in meinen Augen auf die Gesamtbalance an."

Frage: "Wie lautet dein Kommentar zu Kupplung?"
Pedrosa: "In diesem Bereich habe ich nichts Neues ausprobiert."

Frage: "Was sagst du zum Thema 'Motorbremse'?"
Pedrosa: "Wir haben versucht, uns zu verbessern. Casey (Stoner; Anm. d. Red.) sagte, unser Bike sei in diesem Bereich ganz anders als die Ducati. Er scheint sich damit nicht gar so sehr wohlzufühlen. Wir probieren, seine Erfahrung dazu zu nutzen, unsere Maschine zu verbessern. Auf diese Weise sollten wir schon vor dem Kurveneingang verzögern und damit unsere Rundenzeiten verringern können."

Frage: "Und wie steht es um die neuen Aufhängungen?"
Pedrosa: "Wir testeten diese an mehreren Gelegenheiten und sie vermitteln uns noch immer nicht einhundert Prozent. Da steckt aber noch einiges an Potenzial drin. Durch die Aufhängungen können wir uns beim Bremsen und bei der Traktion steigern. Wir haben auch eine bessere Rückfederung. Mit der Zeit sollten wir dazu in der Lage sein, daraus Kapital zu schlagen."

Fotoquelle: Repsol

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