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MotoGP 2011

— 15.03.2011

HRC-Chef Nakamoto: "Motegi-Verschiebung ist richtig"

Zum zweiten Mal in Folge muss das MotoGP-Wochenende in Motegi verschoben werden - Japanische Hersteller mit Einschränkungen nach Erdbeben und Tsunami

Die dramatische Lage in Japan nach Erdbeben und Tsunami hat für die Verschiebung des für April geplanten MotoGP-Events in Motegi gesorgt. Das Rennen soll am 3. Oktober nachgeholt werden. Bereits im Vorjahr war Motegi verschoben worden, damals jedoch wegen der Vulkanasche aus Island. In diesem Jahr wurden unter anderem viele Zufahrtsstraßen zum Twin-Ring zerstört, sodass der Event nicht wie geplant stattfinden kann.

Die erheblichen Probleme mit mehreren Kraftwerken sorgen nun auch dafür, dass die in der MotoGP vertretenen Hersteller aus Japan nur eingeschränkt produzieren können. An einigen Produktionsstätten von Honda gab es Schäden. Der Hersteller schließt seine Werke für einige Tage. Yamaha kam glimpflich davon, wird sich aber wohl an einem Programm zum Energiesparen beteiligen und die Produktion teilweise zurückfahren. Suzuki hat den Bau seiner Bikes bis zum 17. März ausgesetzt.

Im Hauptquartier von HRC kann derzeit auch nur mit halber Kraft gearbeitet werden. Aufgrund der Einschränkungen in der Elektrizitätsversorgung hat die Rennabteilung von Honda derzeit nur für fünf Stunden täglich Strom. Die Zufahrtswege und auch die Bahnverbindung in Richtung HRC-Stammsitz sind in Mitleidenschaft gezogen worden. HRC-Chef Shuhei Nakamoto behält im Interview dennoch die Fassung.

Frage: "Shuhei Nakamoto, wie sehen sie die Verschiebung des Motegi-Rennens?"
Shuhei Nakamoto: "Das war definitiv die richtige Entscheidung. Es gibt dort auch Schäden an Strecke und Tribünen. Die Reparatur wird einige Wochen dauern, aber die Leute am Motegi Circuit werden das bestimmt hinbekommen."

Frage: "Sicherlich steht der Rennsport jetzt nicht im Zentrum. Dennoch waren die Testergebnisse für Honda sehr ermutigend. An jedem Testtag war ein Honda-Pilot vorne. Was für ein Geheimnis steckt dahinter?"
Nakamoto: "Es gibt kein Geheimnis! Wir haben das Konzept der Vorjahresmaschine beibehalten und in vielen Bereichen Verbesserungen angebracht, Schritt für Schritt. Es ist einfach das perfekte Zusammenspiel von tollen Piloten mit einem tollen Bike. Sicherlich war das neue Getriebe, was eines unserer Neuteile war, ein erheblicher Schritt. Dennoch: Aoyama auf dem Kundenbike hat dieses Getriebe nicht und ist trotzdem stark. Das bedeutet, dass die Maschine als Ganzes einfach besser geworden ist."

Frage: "Der einzige Honda-Pilot, der noch Probleme hat, ist Toni Elias. Wie kann HRC ihm helfen?"
Nakamoto: "Wir wissen, dass Toni ein schneller Mann ist. Er hat das mit seinem MotoGP-Sieg 2006 bewiesen, oder auch durch den Titelgewinn in der Moto2 im vergangen Jahr. An seinem Talent gibt es keinerlei Zweifel. Er hat einen ganz besonderen Fahrstil. Wir müssen ihm helfen, dass er mehr Traktion und mehr Temperatur in den Hinterreifen bekommt. Beim abschließenden Katar-Test hatte er ein anderes Chassis. Wir hoffen, dass er damit bald ein gutes Gefühl aufbauen kann."

Frage: "Wie sehen sie die Konkurrenz?"
Nakamoto: "Die beiden Yamaha-Werksfahrer sind natürlich sehr stark. Sie sind schnell und konstant. Jorge konnte die Rundenzeiten über Longruns auf einem hohen Niveau halten - sowohl in Sepang als auch in Katar. Spies scheint stärker zu sein als im Vorjahr. Ich erwarte, dass die beiden sehr konkurrenzfähig sein werden."

"In Sepang hat Ducati vielleicht keine allzu guten Rundenzeiten hinbekommen, aber die holen sicherlich auf uns auf. Ich erwarte auch von denen, dass sie wieder konkurrenzfähig sein werden. Suzuki hat zwar bisher einen wirklich guten Job gemacht, aber mit einem einzelnen Fahrer wird es natürlich schwierig."

Frage: "In den vergangenen Jahren haben sich vier Piloten fast alle Siege untereinander aufgeteilt. Könnten in diesem Jahr neue Sieger hinzu kommen?"
Nakamoto: "Ich bin nicht sicher, wir müssen es mal sehen. Ich denke, Dovizioso, Simoncelli und Spies sind derzeit sehr stark. Vielleicht haben sie die Chance auf Siege. Es ist aber nicht einfach, auf das Level der großen Vier zu kommen. Aber es gibt in diesem Jahr vielleicht eher mal die Chance, dass es ein anderer schafft."

Fotoquelle: Repsol

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