Alvaro Bautista ist nach seiner Rückkehr nach Spanien wieder frohen Mutes

MotoGP 2011

— 24.03.2011

Bautista: Comeback schon in Estoril?

Seit Mittwoch wird Alvaro Bautista in Madrid behandelt - Sein Arzt kritisiert die medizinische Versorgung an den Rennstrecken

Alvaro Bautista befindet sich seit Mittwoch endlich in medizinischer Betreuung seines Vertrauensarztes Dr. Angel Villamor in Madrid und konnte am Donnerstag mit ersten Rehamaßnahmen beginnen. Der Suzuki-Pilot war am vergangenen Wochenende im Training zum Grand Prix von Katar schwer gestürzt und hatte sich dabei den rechten Oberschenkelknochen gebrochen. Noch in Doha wurde Bautista ein riesiger Nageln in den gebrochenen Knochen eingesetzt und mit Schrauben fixiert.

Nach dem erfolgreichen Eingriff trat bei Bautista ein akutes Kompartmentsyndrom auf, wobei das Gewebe im Oberschenkel geschwollen war und auf die Muskelfasern drückte. Blutgefäße drohten zu zerplatzen, wodurch das Gewebe aufgrund der dann ausbleibenden Blutzirkulation abzusterben drohte. Deshalb wurde der Oberschenkel von der Hüfte bis zum Knie über etwa 30 Zentimeter aufgetrennt, um der Entzündung des Muskel entgegenzuwirken.

48 Stunden später hätte eigentlich noch in im Krankenhaus in Doha diese Wunde wieder zugenäht werden sollen, doch dieser zweite Eingriff konnte nicht erfolgreich durchgeführt werden. Der Hämoglobinwert in Bautistas Blut sank bedrohlich ab, das heißt, es wurde immer weniger Sauerstoff durch das Blut transportiert.

Am Mittwoch konnte der 26-Jährige endlich mit einem medizinischen Spezialflugzeug von Doha nach Madrid transportiert werden, fünf Tage nach dem Unfall. Vor dem Flug nach Spanien erhielt Bautista eine Bluttransfusion, wodurch der Hämoglobinwert in seinem Blut bei der Ankunft in Madrid wieder auf einem verträglichen Niveau angelangt war. Unmittelbar nach der Landung brachte ein Krankenwagen Bautista ins USP Hospital San Jose, wo ihn Dr. Villamor eingehend untersuchte und sofort behandelte.

Der spanische Arzt schaffte es Dank einer neuartigen Operationsmethode die offene Wunde zu schließen und verabreichte Bautista entzündungshemmende Mittel sowie Antibiotika, um einer möglichen Infektion vorzubeugen. Schmerzmittel benötigte Bautista offenbar nicht - die Tatsache, dass er nach der tagelangen Ungewissheit endlich in seiner Heimat von einem ihm bekannten Arzt behandelt werden konnte, sorgte offenbar sofort für eine Besserung.

Kritik an der medizinischen Betreuung an der Rennstrecke

Genau dieser Umstand ruft Dr. Villamor auf den Plan, der die medizinische Versorgung am Rande der Grand-Prix-Veranstaltungen kritisiert. Die aktuelle Situation Bautistas erinnere stark an Fonsi Nietos Fall im vergangenen Jahr, der nach einem schweren Sturz in Indianapolis ebenfalls lange warten musste, bis er endlich in seine spanische Heimat gebracht werden konnte. Nieto hat in Folge seiner in den USA erlittenen schweren Verletzungen seine Rennfahrerkarriere inzwischen beendet.

Dr. Villamor versetzt sich in die Lage der Piloten. "Es ist sehr hart und traurig, wenn sich alles am Sonntag auflöst und man selbst allein in einem fremden Land zurückbleibt. Man ist so hilflos", sagte der Arzt gegenüber 'As'. Bautista habe mit den Ärzten in Katar nur schlecht kommunizieren können. Dr. Villamor fordert deshalb, dass für die Rennfahrer jederzeit ein Flugzeug bereitstehen sollte, dass Unfallpatienten möglichst schnell in ihr jeweiliges Heimatland transportieren könne.

Bautistas Arzt kritisiert zudem das Verhalten der Mitarbeiter der berühmt berüchtigten Clinica Mobile. Dessen Ärzte sollten "engagierter" sein und nicht sonntags nach dem Grand Prix abreisen und den Patienten zurücklassen. Das Ergebnis sei "Traurigkeit und Einsamkeit" bei dem verletzten Rennfahrer, der fernab der Heimat zurückbleiben muss und oft nicht genau weiß, wie es mit ihm weitergeht.

Bautistas Laune soll am Donnerstagmorgen jedenfalls schon viel besser gewesen sein. Der Suzuki-Pilot konnte laut Aussagen seines Arztes sogar schon mit der Rehabilitation beginnen und auf Krücken gehen. In zwei bis drei Tagen könne er das Krankenhaus verlassen. Das Rennen in Jerez wird Bautista noch am Fernseher verfolgen müssen, doch am Grand Prix von Portugal am 1. Mai könnte er schon wieder teilnehmen. "Ich denke es sollte kein Problem sein, in Portugal dabei zu sein", sagte Dr. Villamor.

Fotoquelle: Suzuki

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