Im kommenden Jahr soll das MotoGP-Feld aus mehr als 17 Piloten bestehen

MotoGP 2011

— 02.05.2011

Die Claiming-Rule-Regel für 2012 unter der Lupe

Die FIM hat die Claming-Rule-Regel, mit der ab der kommenden Saison Privatiers in die MotoGP gelockt werden sollen, leicht modifiziert

Im kommenden Jahr wird die MotoGP ein neues Gesicht erhalten. Die Werksmannschaften wechseln auf Motoren mit 1.000 Kubikzentimetern Hubraum. Ducati und Honda haben mit dem neuen Prototypen bereits getestet. Neben dieser Umstellung gibt es auch eine weitere Neuerung. Für die so genannten Claiming-Rule-Teams (CRT) wurde ein eigenes technisches Reglement gestaltet. Im Rahmen des Estoril-Rennens hat die FIM die endgültigen Bestimmungen bekannt gegeben.

Mit den CRT-Teams soll nicht nur das Starterfeld aufgefüllt werden, sondern auch die Kosten für Privatiers in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Die Idee dahinter ist einfach, denn es soll verhindert werden, dass Hersteller ein verstecktes Werksprogramm fahren, eine hohe Entwicklung an den Tag legen und somit die Kosten explodieren. Wenn ein Team bei einem Konkurrenten einen Vorteil auf Motorenseite sieht, kann man das Triebwerk des Konkurrenten kaufen und sich ein Bild davon machen. Damit soll es zu keinem Wettrüsten kommen.

In der Amerikanischen Superbike-Meisterschaft (AMA) gab es diese Regel bereits, doch weil die Beteiligten das Gefühl hatten, dass im Allgemeinen nicht im Geiste der Idee gehandelt wurde, lies man die CRT-Regel wieder fallen. In Portugal hat die FIM verlautbart, dass man Missbrauch verhindern will und hat die Rahmenbedingungen angepasst. Im neuen Reglement steht, dass nur Hersteller, die in der Herstellervereinigung MSMA eingeschrieben sind, einen Motor eines Teams claimen ("fordern") können - und nicht die Teams untereinander.

Diese Maßnahme ist ein Schritt in die Richtige Richtung, denn ein Wettrüsten kann man nur verhindern, wenn die Konkurrenz jederzeit Einblick in die Daten der Gegner hat. Es würde nichts bringen, wenn Unsummen und viel Energie in eine technische Entwicklung gesteckt werden würde, wenn der Gegner sich den Motor am ersten Rennwochenende kaufen und in Ruhe zerlegen und analysieren kann.

CRT-Teams: Mehr Motoren & Kraftstoff

Wenn man ein Triebwerk eines Gegners claimt, dann kostet das 20.000 Euro, oder 15.000 Euro ohne Getriebe. Ein Hersteller hat in einer Saison aber nur vier Möglichkeiten, das zu tun. Es gibt aber noch weitere Maßnahmen, um die Kosten niedrig zu halten. So dürfen CRT-Teams in einer Saison zwölf Motoren einsetzen. Die Werksmannschaften werden weiterhin auf sechs Triebwerke limitiert sein.

Zudem dürfen die Werksteams auch mit den neuen Motoren nur 21 Liter Benzin im Rennen verwenden. Die CRT-Mannschaften dürfen drei Liter extra mitführen. Mit diesen Maßnahmen sollen ebenfalls die Kosten im Rahmen gehalten werden, denn durch den Extrasprit soll verhindert werden, dass die CRT-Teams Geld in die Entwicklung stecken, um die maximale Leistung aus dem vorhandenen Treibstoff herauszuholen.

Die Werksmannschaften feilen ständig an der Elektronik und anderen Bauteilen, um aus der Restriktion das Optimum herauszuholen. Durch die doppelte Anzahl der Motoren soll verhindert werden, dass nicht Geld für Forschung ausgegeben wird, um die Motoren noch haltbarer zu machen. Auf der anderen Seite soll auch nicht in jedem Rennen ein neues Triebwerk eingesetzt werden. Die FIM will hier eine Balance schaffen.

Sollte ein Motor von einem anderen Hersteller gelcaimt werden, darf das Team ein neues Triebwerk einsetzen und verliert keinen der zwölf Motoren. Andernfalls könnte Team A Konkurrent B vier Motoren pro Saison wegnehmen, und somit den Wettbewerb verzerren. Durch diese Regeln soll das Starterfeld in der Zukunft größer werden.

CRT-Teams praktisch chancenlos

Eines ist aber auch klar: Ein CRT-Team kann unter normalen Umständen kein Rennen gewinnen. Es stellt sich die Frage, ob es mehr Sinn macht, in der Moto2 um Siege und WM-Titel zu kämpfen und damit Aufmerksamkeit zu erzeugen, oder in der MotoGP abgeschlagen im hinteren Teil des Feldes herumzufahren und kaum ins Fernsehbild zu kommen.

16 Teams haben Interesse für die kommende Saison gezeigt. Wie viele neue Motorräder 2012 tatsächlich am Start stehen werden, ist derzeit völlig offen. Die Materialkosten für ein CRT-Team pro Saison und einem Fahrer sollen ungefähr eine Million Euro betragen. Im Vergleich dazu liegen die Leasingraten für ein Werksmotorrad von Yamaha, Ducati oder Honda bei etwa drei Millionen Euro.

Ben Spies konnte im vergangenen Jahr mit der Kundenmaschine von Yamaha im Tech-3-Team eine Pole-Position erobern und auf das Podium klettern. Erfolge sind also möglich. Wenn man das Starterfeld auffüllen und konkurrenzfähig gestalten will, sollten die Leasingraten gesenkt werden. Derzeit wird kalkuliert, dass ein CRT-Team bis zu drei Sekunden auf die Spitze verlieren würde. Damit wäre so eine Mannschaft ein Lückenfüller.

Fotoquelle: Aspar

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