Mike Leitner glaubt nicht, dass sein Schützling Daniel Pedrosa im Vorteil ist

MotoGP 2011

— 12.05.2011

Leitner: Pedrosa könnte 15 Zentimeter größer sein

Dani Pedrosas Crewchief Mike Leitner hält die Gewichtsdiskussion in der MotoGP für überflüssig - Vor- und Nachteile gleichen sich aus

Das MotoGP-Fahrerlager diskutiert weiterhin über ein Mindestgewicht für Fahrer und Maschine in der "Königsklasse". Auch wenn sich zahlreiche Fahrer und Teamchefs darüber einig sind, dass eine solche Diskussion prinzipiell überflüssig ist, köchelt das Thema weiter vor sich hin. Im Kern dreht sich alles um die Frage, ob kleine und leichte Fahrer wie Dani Pedrosa im Vorteil sind, da sie auf den Geraden schneller fahren können als ihre Konkurrenten.

Für Pedrosas Crewchief Mike Leitner greift diese Ansicht zu kurz. "In der MotoGP haben wir es hauptsächlich auf Traktion abgesehen", sagt der Technikguru gegenüber 'MotoMatters.com'. Bei Motorrädern mit 250 PS gehe es in erster Linie darum, die vorhandene Leistung möglichst wirkungsvoll auf den Asphalt zu bekommen. Dabei hätten kleine und leichte Fahrer gewiss keinen Vorteil.

"Wenn es nach mir ginge, könnte Dani 15 Zentimeter größer und zehn Kilo schwerer sein", sagt Leitner. Dabei spiele die Körperlänge eine wesentlich größere Rolle als das reine Körpergewicht des Fahrers. "Ein Kerl, der 15, 20 Zentimeter weiter hinten sitzen kann, kann das Abheben des Hinterrads [beim Bremsen; Anm. d. Red.] viel besser kontrollieren." Deshalb seien größere Fahrer auf der Bremse für gewöhnlich besonders stark.

Beim Richtungswechsel wirke sich die Körpergröße eines Piloten nicht besonders stark aus, zumindest in langsamen bis mittelschnellen Kurven. Bei hohen Geschwindigkeiten, wie sie beispielsweise in Assen und Mugello erreicht werden, seien kleinere Fahrer ebenfalls im Nachteil, da sie weniger Kraft für das Umlegen des Motorrads aufwenden könnten, weiß Leitner.

Kleine Piloten wie Pedrosa würden zudem wesentlich sensibler auf Abstimmungsänderungen reagieren. "Bei Dani haben manchmal die kleinsten Änderungen, nur ein Klick, einen unglaublichen Effekt", sagt Leitner. Andere, schwerere Fahrer fühlten diese Veränderungen zwar auch, könnten diese aber eher kompensieren.

Pedrosas kleine Körpergröße komme erst dann zum Tragen, wenn er sich im vierten oder fünften Gang befindet. Dann spiele Traktion weniger eine Rolle, sondern viel mehr ein möglichst geringer Luftwiderstand. Letztendlich gleichen sich die Vor- und Nachteile aller Fahrer unter dem Strich aus, glaubt Leitner. Pedrosa wäre zudem der Letzte, der seine geringe Körpergröße als Grund für etwaige Nachteile beim Bremsen oder in schnellen Kurven ins Spiel bringen würde.

Fotoquelle: Repsol

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