Marco Simoncelli geht für viele Konkurrenten zu aggressiv zu Werke

MotoGP 2011

— 15.05.2011

Sicheres Überholen: Die Diskussion geht weiter

Marco Simoncelli sieht sich wegen seiner aggressiven Fahrweise nach wie vor heftiger Kritik seitens seiner Fahrerkollegen ausgesetzt

Am Freitagabend fand in Le Mans ein Treffen der MotoGP-Sicherheitskommission statt. Im Zentrum der Diskussion, an der fast alle Fahrer teilnahmen, stand die Frage, wie hart es künftig auf den Rennstrecken dieser Welt zugehen sollte. Dieses Thema erhielt zuletzt zusätzliche Brisanz, nachdem sich mehrere Stars, darunter Weltmeister Jorge Lorenzo und Casey Stoner, über Marco Simoncellis hartes Zweikampfverhalten beschwert hatten.

Simoncelli gestand nach dem Treffen, dass er sich wie vor einem Gericht gefühlt habe. "Sind die einzigen sicheren Überholstellen die Geraden?", fragte der Gresini-Pilot, der sich zu unrecht kritisiert fühlt und hinter den Verbalattacken seiner Konkurrenten andere Motive vermutet. "Das Problem ist, dass Lorenzo jetzt Angst vor mir hat, weil ich schnell bin."

Dem widersprach der Weltmeister laut 'gpone.com' natürlich: "Ich soll Angst haben? Im Moment ist Stoner der schnellste Fahrer und vor ihm habe ich keine Angst. Marco muss bloß verstehen, dass er nicht so fahren kann, wie er es getan hat." Stoner betonte ebenfalls, dass er kein Problem mit Simoncellis aufsteigender Form habe, sondern mit seiner aggressiven Fahrweise.

"Warum hast du mich vorhin attackiert?", fragte der Italiener nach dem Treffen in Stoners Richtung. "Weil du manchmal zu aggressiv bist und du etwas ruhiger werden musst", soll der Australier daraufhin geantwortet haben. Unterdessen stellte Valentino Rossi klar, dass die Sicherheitskommission aus seiner Sicht keine Regeln für das Überholen aufstellen könne.

"Wenn Dovizioso zur Sicherheitskommission kommen würde und sagt: 'Aus meiner Sicht ist Simoncelli zu gefährlich, aus diesem und jenem Grund', dann wäre das okay", wird Rossi von 'Autosport' zitiert. Stoner bezeichnete das Gremium zuletzt als "überflüssig" und "nutzlos", was Rossi maßlos ärgerte. "Das ist sehr dumm", meinte der 32-Jährige.

Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta führt die jüngsten Streitereien darauf zurück, dass es in dieser Saison mehr Siegkandidaten als in der Vergangenheit gebe und jeder "seine Karten ausspielen" wolle. "So lange dies nicht zu komplizierten Situationen auf der Rennstrecke führt, ist das in Ordnung", meinte der Spanier.

Laut Ezpeleta gibt es ein gesundes Maß und die Piloten kennen das Limit beim Rennfahren besser als Außenstehende. "Niemand in der MotoGP lässt gerne jemanden vorbei. Aber ich sehe es nicht gerne, wenn sie sich bei mehr als 200 Sachen gegenseitig Tritte verpassen."

Die versöhnlichsten Worte äußerte Toni Elias. Der LCR-Pilot, der dem Feld in dieser Saison zumeist hinterher fährt, glaubt an das Gute in seinen Fahrerkollegen. Es werde beim Überholen auch weiterhin die eine oder andere Berührung geben, "aber wir sind Profis. Wir sollen also wissen, was wir tun".

Fotoquelle: Gresini

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.