Honda-Pilot Casey Stoner hat in Le Mans seinen zweiten Saisonsieg gefeiert

MotoGP 2011

— 15.05.2011

Le Mans: Stoner gewinnt, Rossi auf dem Podest

Casey Stoner hat den Frankreich Grand Prix überlegen gewonnen - Marco Simoncelli wurde für ein kontroverses Überholmanöver gegen Dani Pedrosa bestraft

Honda-Pilot Casey Stoner hat das Rennen in Le Mans von der Pole-Position aus souverän gewonnen. Bis zur Ziellinie kämpften Andrea Dovizioso (Honda) und Valentino Rossi (Ducati) um den zweiten Platz. Wie auch zuletzt in Estoril behielt der Honda-Pilot die Oberhand. Rossi freute sich über sein erstes Podest mit Ducati. Für eine kontroverse Situation sorgte Marco Simoncelli, der Dani Pedrosa bei einem Überholmanöver den Weg abschnitt. Der Spanier stürzte und brach sich erneut das Schlüsselbein.

Bevor es in die Aufwärmrunde ging, schraubte noch ein Mechaniker an Stoners Honda. In letzter Sekunde wurde er fertig und die Piloten gingen auf die Reise. 88.400 Zuschauer beobachteten die Fahrer, wie sie die Bridgestone-Pneus auf Temperatur brachten. Alle hatten sich geschlossen für die weichere Mischung am Hinterrad und für die mittlere vorne entschieden. Am Start setzte sich Pedrosa durch. Dahinter folgten mit Stoner, Dovizioso und Simoncelli drei weitere Honda-Piloten.

Weltmeister Jorge Lorenzo folgte als Fünfter. Eine gute erste Runde hatte auch Rossi, der sich von Platz neun auf sechs nach vorne schieben konnte. Früh Feierabend war für Lokalmatador Randy de Puniet, der zu Beginn der zweiten Runde stürzte. Lorenzo und Simoncelli gingen im zweiten Umlauf an Dovizoso vorbei, der bereits nach zwei Runden leicht abreißen lassen musste.

Somit kämpfte in der Anfangsphase nur Lorenzo gegen die Honda-Armada. Der Spanier drückte sich an Simoncelli vorbei und machte Jagd auf Pedrosa, der die Führung an Stoner abgeben musste. Das Duell zwischen Lorenzo und Simoncelli wurde härter. Der Italiener holte sich Position drei zurück, während die beiden Repsol-Piloten an der Spitze langsam die Flucht nach vorne versuchten. Simoncelli stellte gleich einen neuen Rundenrekord auf und holte das Duo Stoner/Pedrosa wieder ein.

An der Spitze verschärfte sich der Zweikampf. Pedrosa war schneller als im Qualifying und übte Druck auf seinen Teamkollegen aus. Simoncelli folgte nach sieben von 28 Runden mit 1,5 Sekunden Abstand. Weitere 1,5 Sekunden dahinter kämpften Lorenzo und Dovizioso um Platz vier. Rossi verlor als Fünfter langsam den Anschluss.

Gegen Halbzeit drehte Stoner auf und nahm Pedrosa eine Zehntelsekunde nach der anderen ab. Somit entstand eine kleine Lücke. Simoncelli folgte ebenfalls mit einem kleinen Abstand. Lorenzo und Dovizioso lagen bereits acht Sekunden zurück und wechselten munter die Positionen. Dadurch konnte Rossi wieder aufschließen und machte aus der Gruppe einen Dreikampf.

In Runde 17 hatte Simoncelli Pedrosa eingeholt. Der Spanier fuhr die Kurve nach der Gegengeraden auf der Innenseite an, Simoncelli überholte außen und schnitt direkt in die Fahrlinie von Pedrosa. Dieser musste aufmachen, berührte den Hinterreifen der Gresini-Honda und stürzte. Bereits in den vergangenen Wochen wurde Simoncelli für seine harte Fahrweise kritisiert. Dieses Manöver wird die Diskussionen wieder anheizen. Der Sturz hatte böse Folgen: Pedrosa brach sich erneut das linke Schlüsselbein.

Der Rennleitung passte dieses Manöver nicht und verhängte eine Durchfahrtsstrafe gegen Simoncelli. Dieser Vorfall spülte Lorenzo auf den zweiten Platz. Rossi hatte mittlerweile Dovizioso überholt und machte Druck auf seinen ehemaligen Yamaha-Teamkollegen. Fünf Runden vor Schluss überholte Rossi seinen Rivalen und setzte sich auf Platz zwei. Auch Dovizioso zog an der Yamaha mit Startnummer eins vorbei.

Der Weltmeister verabschiedete sich vier Runden vor Schluss selbst nach einem Fahrfehler, der eine große Lücke entstehen ließ, aus dem Dreikampf. Somit gab es um Platz zwei eine Neuauflage des Duells Rossi gegen Dovizioso. Zuletzt in Estoril hatte der Honda-Pilot die Nase vorne gehabt.

Stoner ließ nichts mehr anbrennen und fuhr seinen zweiten Saisonsieg sicher nach Hause. In der letzten Runde holte sich Dovizioso einen kleinen Vorsprung heraus, gegen den Rossi nichts mehr machen konnte. Somit feierte Honda einen Doppelsieg. Rossi kletterte erstmals in Ducati-Farben auf das Podest.

Lorenzo musste sich mit dem vierten Platz zufrieden geben, doch für die WM-Wertung sammelte der Spanier weiterhin fleißig Punkte. Simoncelli überholte in der letzten Runde trotz der Durchfahrtsstrafe noch Ben Spies auf der zweiten Werks-Yamaha. Ducati-Pilot Nicky Hayden folgte auf Platz sieben. Hiroshi Aoyama (Gresini-Honda) fuhr ein einsames Rennen und sah die Zielflagge als Achter.

Spannend ging es auch am Ende des Feldes zu. Von Start bis ins Ziel kämpften fünf Piloten um die letzten Plätze. Schlussendlich setzte sich Hector Barbera (Aspar-Ducati) durch und eroberte den neunten Platz. Rookie Karel Abraham kam mit seiner Ducati als Zehnter über die Linie. Moto2-Weltmeister Toni Elias (LCR-Honda) wurde diesmal nicht Letzter und konnte Suzuki-Speerspitze Alvaro Bautista in Schach halten. Pramac-Pilot Loris Capirossi verabschiedete sich wenige Runden vor Schluss durch einen Sturz aus dieser Kampfgruppe.

Ein bisher starkes Wochenende von Cal Crutchlow fand in der fünften Runde sein Ende. Der Brite stürzte in Kurve fünf. Anschließend steuerte er seine Yamaha zurück an die Tech-3-Box. Für seinen Teamkollegen Colin Edwards lief es auch nicht besser. Nach einem Ausrutscher übers Vorderrad fuhr auch der Texaner an die Box. Mit zwei Runden Rückstand wurde der Routinier Letzter.

Fotoquelle: Bridgestone

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