Dani Pedrosa (26) hat sich bei dem Unfall mit Marco Simoncellli (58) verletzt

MotoGP 2011

— 16.05.2011

Unterschiedliche Meinungen zu Pedrosa & Simoncelli

Im Fahrerlager herrschen unterschiedliche Meinungen über "Simoncelligate" - Laut Valentino Rossi hätte auch Jorge Lorenzo eine Strafe bekommen müssen

Die Kollision zwischen Marco Simoncelli und Dani Pedrosa in Le Mans sorgte für viel Gesprächsstoff im Fahrerlager. Mittlerweile wird der Vorfall "Simoncelligate" genannt. Eines verdeutlichte das Überholmanöver des Italieners. Die Abstände in der MotoGP sind derzeit so gering, dass die Piloten ähnlich wie in der konkurrenzfähigen Moto2 um jeden Zentimeter kämpfen müssen, wenn sie sich einen Vorteil verschaffen wollen. Tragisch an der Situation ist, dass sich Pedrosa das rechte Schlüsselbein gebrochen hat.

Simoncelli wurde in den vergangenen Wochen für seine Fahrweise kritisiert. Im vergangenen Jahr war das kein Thema, obwohl 'Super Sic' derzeit nicht viel anders auf der Strecke zu Werke geht. Der Unterschied zu 2010 besteht darin, dass der Gresini-Pilot starke Rundenzeiten fährt und ein Herausforderer für die Topleute geworden ist. Das ist ein Mitgrund, warum der neue Mann im Spitzenfeld auch verbal angegriffen wurde.

Honda-Manager Livio Suppo geht mit Simoncelli nicht zu hart ins Gericht. "Ich glaube ehrlich gesagt, dass ihm ein Fehler unterlaufen ist. Das kann passieren. Leider war es ein Fehler mit bösen Konsequenzen für Pedrosa", wird der Marketingdirektor von 'MotoGP.com' zitiert. "Pedrosa war schon vorne, aber Simoncelli hat die Türe zugeworfen. Es war für Dani unmöglich irgendetwas zu tun."

Ducati-Pilot Nicky Hayden hält sich aus der Debatte heraus. "Ich habe es mir erst ein Mal angesehen und bin noch nicht dazugekommen, mir mehrere Zeitlupenaufnahmen anzusehen. Ich bin mir deshalb nicht so sicher. Es ist ein Vorfall zwischen den beiden. Sie brauchen mich nicht dazu. Ich bin mir sicher, dass jeder seine Meinung zu dem Vorfall hat. Zwei Piloten kämpfen hart gegeneinander. So etwas kann passieren. Es gab viele Dramen an diesem Wochenende"

Ähnliche Situation zwischen Lorenzo & Dovizioso

Honda-Fahrer Andrea Dovizioso meint unmittelbar nach dem Rennen: "Ich habe es noch nicht gesehen, also kann ich noch nichts dazu sagen." Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in den ersten Runden. Jorge Lorenzo drückte sich in einem harten Manöver an Dovizioso vorbei. Beinahe wären beide zu Sturz gekommen. "Wichtig ist, dass man weiß was der andere Fahrer tun will, oder er sich einfach verbremst", meint der Italiener. "Es ist sehr gefährlich. Man sieht den anderen Piloten nicht. Das ist beim Fahren nicht sehr angenehm."

Valentino Rossi findet, dass die beiden Situationen zwischen Lorenzo/Dovizioso und Pedrosa/Simoncelli von der Rennleitung nicht gleich behandelt wurden. "Lorenzo hat genau das gleiche Manöver gemacht. Es ist aber schwierig zu verstehen, ob ihm ein Fehler unterlaufen ist, oder es einen anderen Grund gab", findet der neunfache Weltmeister. "So ist der Rennsport."

"Wenn wir uns aber genau anhören, was Lorenzo am Freitag in der Sicherheitskommission gesagt hat, dann hätte man ihm auch eine Durchfahrtsstrafe geben müssen." Dazu ist hinzuzufügen, dass Rossi und Lorenzo wohl nie Freunde werden. Mit Simoncelli pflegt der Ducati-Pilot allerdings ein gutes Verhältnis.

Rossi über die Rolle der Sicherheitskommission

Einige Piloten sind mit der Durchfahrtsstrafe zufrieden, anderen finden die Entscheidungen der Rennleitung zu unkonstant. "Es ist gut, dass sie endlich etwas tun", findet Rennsieger Casey Stoner. "Es gab in der Vergangenheit zu viele Vorfälle, nicht nur in der MotoGP, sondern auch bei den 125ern und in der Moto2. Nichts wurde getan. Ich bin gespannt, was in Zukunft passieren wird."

Die Sicherheitskommission wurde nach dem tödlichen Unfall von Daijiro Kato in Suzuka 2003 gegründet. In den letzten Wochen wurde nicht nur über Überholmanöver, sondern auch über Mindestgewichte diskutiert. Stoner nimmt nach der Kollision mit Rossi in Estoril nicht mehr an den Sitzungen teil. In erster Linie können sich die Fahrer bei Sicherheitsfragen einbringen und ihre Meinungen diskutieren.

"Wir arbeiten hauptsächlich an der Sicherheit der Rennstrecken", wird Rossi von 'Autosport' zitiert. Der Italiener ist von Anfang an dabei. Seine Meinung als neunfacher Weltmeister wird sehr ernst genommen wird. "Sie wurde nach Daijiros Tod im Jahr 2003 gegründet. Ich finde das sehr positiv, denn man hört auf uns. In der Formel 1 sprechen die Fahrer nicht miteinander. Wenn Fernando Alonso etwas sagt, dann heißt es, 'Halt den Mund'."

"Wir arbeiten für die anderen Fahrer und machen bei den Strecken einen guten Job. Abgesehen davon sprechen wir mit Bridgestone über die Reifen. Es soll mehr Auswahl und bessere Lösungen für die Fahrer geben. Wir sprechen nie über Regeländerungen. Wir haben in Jerez über das Mindestgewicht gesprochen, weil uns die Dorna gefragt hat, warum Honda eine halbe Sekunde auf der Geraden gewinnt."

"Ich habe es ihnen erklärt, aber ich habe nicht an die Sicherheitskommission geschrieben, dass wir einen Nachteil haben, weil ich schwerer als Casey bin." In den vergangenen Wochen stand die Kommission von der Öffentlichkeit ebenfalls unter Beschuss. Rossi ärgert sich darüber: "Was in den Zeitungen steht ist falsch."

"Ich habe einige dumme Kommentare über die Sicherheitskommission gelesen. Ich habe von einigen Journalisten gehört, dass sie eine italienische Mafia ist. Das ist sehr dumm. Zeigt mir eine Sache, die die Kommission beschlossen hat und einen italienischen Fahrer oder Valentino Rossi bevorzugt. Wir haben nicht gesagt, dass leichte Fahrer Gewicht mitführen sollen, sondern dass das Tanklimit von 21 Litern schwerere Fahrer benachteiligt. Die Regeln ändern wir nicht."

Fotoquelle: Bridgestone

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