Die MotoGP bietet überaus spannenden Sport, erzielt aber nur wenig Gewinne

MotoGP 2011

— 21.05.2011

Die finanziellen Hintergründe der MotoGP

Im Vergleich zur Formel 1 generiert die MotoGP deutlich weniger Geld - Mit einem neuen Kredit soll mehr Kapital für neue Projekte bereitstehen

Motorsport ist bekanntlich ein teueres Geschäft. Obwohl die MotoGP im Vergleich zur Formel 1 billiger ist, kostet es immer noch genug Geld, um eine Weltmeisterschaft zu veranstalten. Weltweit gehen die Verkaufszahlen von Motorrädern zurück. Wie sich die globale Wirtschaft weiter entwickeln wird, ist ebenfalls unsicher. Ein Unternehmen, das sich in der MotoGP engagiert, will unter dem Strich natürlich Gewinne einfahren. Einfach ist das derzeit nicht.

Die Investmentfirma Bridgepoint Capital hat im Jahr 2006 die Mehrheit der Dorna übernommen. Die Dorna war 1988 gegründet worden und hält seit 1992 exklusiv die kommerziellen Rechte an der Motorrad-WM. Bridgepoint nahm damals einen Kredit über 445 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 314 Millionen Euro; Anm. d. Red.) auf, der über sieben Jahre lief. Mit diesem Geld übernahm Bridgepoint einen Mehrheitsanteil der Dorna von CVC.

Die Kapitalgesellschaft CVC ist besser für ihr Formel-1-Engagement bekannt. 1998 hatte CVC die Dorna für 45 Millionen Pfund (umgerechnet rund 51 Millionen Euro) gekauft. CVC machte einen guten Gewinn mit dem Verkauf an Bridgepoint. Nun muss Bridgepoint die Kredite zurückzahlen. Laut einem 'Bloomberg'-Bericht hat die britische Firma um eine Refinanzierung angefragt. Die Zinsspanne soll um 75 Punkte auf 425 Basispunkte reduziert werden.

Um den Deal sollen sich Societe Generale SA, Goldman Sachs und die ING-Gruppe kümmern. Die Kredite sollen sich auf 360 Millionen Euro belaufen. Prinzipiell hat Bridgepoint Capital einen neuen Kredit über sechs Jahre aufgenommen, um die Zinsen zu verringern, die sie zurückzahlen müssen. Es wird geschätzt, dass sich Bridgepoint zwischen sechs und sieben Millionen Euro spart.

Derzeit liegen die Zinsen am Boden. Die Dorna macht pro Jahr etwa fünf bis acht Millionen Euro Gewinn. Wenn man bei den Zinsen sparen kann, könnte das einem Unternehmen helfen. Der große Gewinner aus diesen Geschäften ist eindeutig CVC. Die Dorna wurde um ein Vielfaches des Kaufpreises abgestoßen. Dazu hat die Kapitalgesellschaft mit ihrem Engagement in der Formel 1 viel Geld gemacht.

Im Gegensatz zu den etwa acht Millionen Euro, welche die MotoGP an Gewinn schreibt, verdiente CVC laut Berichten der 'BBC' und 'Formula Money' alleine im Jahr 2010 rund 137 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 96,7 Millionen Euro) an der Formel 1. Es stellt sich also die Frage, ob die MotoGP nicht genug Geld generiert. Die Königsklasse des Zweiradsports hat etwa halb so viele TV-Zuschauer wie die Formel 1. Der Gewinn ist aber um ein Vielfaches niedriger.

Fotoquelle: Repsol

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