Verletzt: Dani Pedrosa trauert seiner verpassten WM-Chance hinterher

MotoGP 2011

— 07.06.2011

Pedrosa: "Ich habe eine Titelchance verloren"

Dani Pedrosa kritisiert die Entscheidung der Rennkommissare in Le Mans - Honda verzichtet in Silverstone auf einen Ersatzfahrer

Die Verletzungspause von Dani Pedrosa dauert mindestens bis zum Grand-Prix-Wochenende in Assen an. Der Honda-Pilot kann aufgrund seines zweiten Schlüsselbeinbruchs innerhalb weniger Monate in Silverstone erneut nicht starten und verliert damit nach einem sehr guten Saisonstart in der Fahrer-Weltmeisterschaft weiter an Boden.

Der schmächtige Spanier wird in seiner MotoGP-Karriere nicht zum ersten Mal durch eine schwere Verletzung zurückgeworfen. Bereits in seiner Debütsaison 2006 kostete ihn ein Sturz im Freien Training von Malaysia womöglich den Titel. Bis dahin lag Pedrosa in der Meisterschaft aussichtsreich auf Platz, doch durch die Schmerzen im verletzten Knie verlor er seine Form und fiel auf den fünften Gesamtrang zurück.

Sowohl 2008 und 2009 stürzte Pedrosa bei den Vorsaisontests, verpasste dadurch jeweils wichtige Vorbereitungszeit und fand nur schwer zu seiner Form zurück, da er häufig nur mit halber Kraft auf seinem Motorrad saß. Und auch 2010 blieb der Honda-Pilot nicht von Verletzungen verschont. Im Training zum Grand Prix von Japan brach sich Pedrosa nach einem Sturz das Schlüsselbein und fiel für zwei weitere Rennen aus.

Im vergangenen Herbst waren seine Titelchancen jedoch nur noch theoretischer Natur und rechtzeitig zum Saisonstart 2011 war der 25-Jährige wieder fit. Ein dritter, ein zweiter und ein erster Platz zeigten deutlich, dass Pedrosa in diesem Jahr eine realistische Chance auf den WM-Titel hatte. Nach der Kollision mit Marco Simoncelli beim Grand Prix von Frankreich und dem erneuten Bruch des Schlüsselbeins scheint der WM-Zug allerdings erneut ohne das Honda-Eigengewächs abzufahren.

Hoffnung auf baldiges Comeback

"Ich habe eine Titelchance verloren", sagt auch Pedrosa selbst im Gespräch mit 'motogp.com'. "Ich hatte ein wirklich gutes Paket und das Motorrad hat so gut funktioniert. Ich habe mich körperlich gut gefühlt und auch das Bike erzielte gute Ergebnisse, es war ein guter Saisonstart."

Doch Pedrosa weiß auch, dass Stürze und Verletzungen zum Motorradrennsport dazugehören. "Was mir passiert ist, ist jenseits meines Einflussbereichs. HRC und Repsol glauben weiterhin an mich und unterstützen mich. Ich hoffe, dass ich die Kraft der Fans und die Unterstützung von Repsol dazu nutzen kann, dass ich bald wieder Rennen fahren kann."

Honda verzichtet auf Ersatz

Unterdessen haben sich die Verantwortlichen des Honda-Werksteams dazu entschlossen, zumindest in Silverstone auf eine Vertretung für Pedrosa zu verzichten. Am vergangenen Wochenende in Barcelona machten im Fahrerlager Gerüchte die Runde, wonach Gresini-Pilot Hiroshi Aoyama bis auf weiteres ins Werksteam aufrücken könnte. Der Japaner hätte seinerseits durch seinen Landsmann Kousuke Akiyoshi bei Gresini ersetzt werden können.

Aoyama bestätigte inzwischen, dass er derartige Überlegungen gegeben hat. "Es stimmt, wir haben darüber gesprochen. Wir haben die Möglichkeit in Betracht gezogen, aber uns letztlich dagegen entschieden, denn wenn ich mein Team verlassen hätte, hätten sie Proleme gehabt, einen Ersatz zu finden. Es war eine gute Gelegenheit, aber ich bin auf jeden Fall mit meinem Team zufrieden", sagte der langjährige Honda-Pilot.

Pedrosa hätte Simoncelli stärker bestraft

Somit wird das Honda-Werksteam in Großbritannien nur mit zwei Fahrern vertreten sein, Aoyama startet wie gewohnt an der Seite von Marco Simoncelli bei Gresini-Honda. Apropos Simoncelli: Pedrosa hätte sich nach dem Zusammenstoß mit dem Italiener in Le Mans eine härtere Bestrafung gewünscht. "Ich hätte mich anders als die Rennleitung verhalten", sagt der Spanier.

Wenn es nach Pedrosa gegangen wäre, hätte an Simoncelli ein Exempel statuiert werden müssen, damit derart riskante Überholversuche "im Keim erstickt" würden. Simoncelli kam mit einer Durchfahrtstrafe davon und wurde am Ende sogar noch Fünfter. Pedrosa zahlte einen ungleich höheren Preis. "Meine Situation ist so, dass jemand meine Meisterschaft weggeworfen hat. Das schwer zu verkraften, aber etwas, das ich akzeptieren muss", sagt Pedrosa.

Fotoquelle: Repsol

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