Die weiße Markierung kennzeichnet die weichere Reifenmischung

MotoGP 2011

— 19.06.2011

Ein Blick auf die Arbeit eines Reifeningenieurs

Die Reifen sind weiterhin ein entscheidender Faktor in der MotoGP - Bridgestone-Ingenieur Yukihiko Kubo gibt Einblicke in seine Arbeit bei Suzuki

Der Umgang mit den Reifen ist in der MotoGP wichtig. Aufgrund der extremen Schräglagen nutzen die Motorrad-Asse oft nur eine schmale Auflagefläche der Bridgestone-Reifen. Beim Beschleunigen geht das Vorderrad in die Luft. Der Hinterreifen muss extreme Kräfte aushalten. Wie wichtig der richtige Umgang mit den Pneus ist, haben zahlreiche Verletzungen in der Vergangenheit gezeigt. Ist ein Reifen nicht auf optimaler Betriebstemperatur, haben die Fahrer meistens keiner Chance und fliegen ab. Deshalb hat Bridgestone asymmetrische Hinterreifen entwickelt, die an die speziellen Anforderungen der jeweiligen Strecke angepasst sind.

Insgesamt erhält jeder Fahrer 18 Reifen pro Rennwochenende. Darunter sind acht Vorder- und zehn Hinterreifen. Dazu kommen acht Regenreifen. Am Donnerstag werden die Reifen zugelost, um eine Bevorzugung zu vermeiden. Die Pneus werden durch ihren individuellen Strichcode bei Bridgestone und dem Motorradweltverband FIM registriert. Yukihiko Kubo ist der Reifeningenieur, der sich bei Suzuki um Alvaro Bautista kümmert.

"Ich starte meine Arbeit mit Suzuki und Alvaro am Donnerstag eines Grand-Prix-Wochenendes. Es ist wichtig, dass jeder im Team weiß, welche Reifenmischungen wir bereitgestellt haben, wie sie sich vom Vorjahr unterscheiden und warum wir diese Wahl getroffen haben", sagt Kubo. "Ich arbeite seit dem Vorjahr mit Alvaro und wir haben eine gute Partnerschaft entwickelt. Es ist sehr wichtig, dass Vertrauen herrscht."

"Ich sitze am Donnerstag mit den Ingenieuren bei Besprechungen zusammen, um den Plan für das Wochenende zu besprechen. Ich sage, welchen Vorder- und Hinterreifen wir für das Rennen empfehlen. Von diesem Punkt weg planen wir den Einsatz der Reifen und in welche Richtung die Abstimmung für das Rennen gehen soll. Wenn wir den Wochenendplan erstellt haben, wissen wir, wann Alvaro welche Mischung fahren wird. Da die Anzahl der Pneus beschränkt ist, muss man sich den Gebrauch genau einteilen, damit Alvaro mindestens einen frischen Satz für die Qualifikation und einen für das Rennen hat."

"Frische Reifen haben einen signifikanten Leistungsvorteil. Das ist wichtig, damit das Team die bestmögliche Position in der Qualifikation und im Rennen holen kann", sagt Kubo. "Am Ende jeden Tages bin ich bei der Nachbesprechung mit Alvaro und seinem Team dabei. Dabei wird besprochen, wo wir im Verhältnis zu unserem Plan stehen und wie die nächsten Schritte aussehen werden. Den ganzen Tag über sammeln wir Daten, wie die Temperaturen und den Luftdruck. Ein Hinterreifen muss über 100 Grad haben, damit er den maximalen Grip liefert."

"Wenn die Temperatur darunter liegt, kann nicht der maximale Grip herausgeholt werden. Deshalb arbeitet das ganze Paket nicht wie es soll. Ich bin dann in die Entscheidungen der Ingenieure involviert, wie man die Abstimmung verändern könnte, damit man das Optimum herausholt. Als es noch den Reifenkrieg gab, hat jeder Hersteller einen speziellen Pneu für einen Fahrer hergestellt. Da Bridgestone jetzt Alleinausrüster ist, müssen wir den Teams dabei helfen, ihre Motorräder auf unsere Reifen einzustellen."

Fotoquelle: Suzuki

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.