Honda-Pilot Casey Stoner ist als WM-Führunder nach Assen gekommen

MotoGP 2011

— 22.06.2011

Die Pressekonferenz aus Assen

Casey Stoner, Jorge Lorenzo, Nicky Hayden, Colin Edwards und Hiroshi Ayoama nahmen an der Pressekonferenz in Assen teil

Die MotoGP gastiert an diesem Wochenende im niederländischen Assen. Traditionell findet das Rennen bereits am Samstag statt. Der große Gejagte ist Honda-Pilot Casey Stoner, der mit vier Siegen die WM-Wertung anführt. Titelverteidiger Jorge Lorenzo hat keine Updates an seiner Yamaha zur Verfügung und will dem Australier auf der Strecke die Stirn bieten. Neuheiten gibt es dafür bei Ducati. Nicky Hayden ist mit einem neuen Chassis unterwegs. Hiroshi Aoyama (Honda) fährt zum ersten Mal überhaupt mit einem MotoGP-Prototypen in Assen, da er im vergangenen Jahr verletzungsbedingt pausieren musste. Tech-3-Pilot Colin Edwards ist nach seinem dritten Platz von Silverstone bester Laune.

Viel Druck ist von Stoner nach seinem Sieg in Silverstone abgefallen, denn er führt die WM derzeit mit 18 Punkten Vorsprung an. "Der Saisonauftakt hatte Höhen und Tiefen, aber die letzten paar Rennen waren unglaublich", sagt der Weltmeister von 2007. "Alles hat super funktioniert. Den Sieg in Silverstone schätze ich sehr hoch ein, denn es war aufgrund der Bedingungen sehr schwierig. Mit dem Sieg die WM-Führung zu übernehmen war für uns perfekt."

"Ich fühle jetzt weniger Druck. Nach dem Ausfall in Jerez hat sich Druck aufgebaut. Wir haben dann eine Aufholjagd gestartet. Wir waren der Meinung, dass wir nicht so viele Punkte zurückliegen sollten. Da wir jetzt in der WM führen, ist der Druck abgefallen, denn sollte uns ein Fehler passieren, dann würden wir nicht weit zurückfallen. Wir wollen die Arbeit der letzten Rennwochenenden fortsetzen. Wenn uns das gelingt, wäre das toll. Es liegt aber noch viel Arbeit vor uns."

In den vergangenen vier Jahren stand Stoner jeweils auf dem Assen-Podium. "Wir erwarten nicht, dass diese Form einfach so weitergeht. Alles hat bislang gut funktioniert, aber das kann sich jeden Moment ändern. Wenn ich mir auf dieser Strecke die Erfolge der Vergangenheit ansehe, dann können wir wieder an der Spitze mitkämpfen. Hoffentlich stehen wir an diesem Wochenende wieder auf dem Podium."

Lorenzo: Assen eine seiner Lieblingsstrecken

Weltmeister Lorenzo siegte im Vorjahr in Assen. Diesmal stehen die Vorzeichen nicht so gut, denn das Paket Stoner/Honda war in den letzten Wochen klar stärker. Der Sturz in Silverstone hat den Druck auf den Spanier erhöht. In Großbritannien riss eine Serie von insgesamt 25 Ergebnissen in den Top 4 in Folge. "Mir ist ein Fehler passiert und ich habe das Rennen nicht beendet. Die lange Serie ist zwar gerissen, aber wir müssen jetzt in die Zukunft blicken", so Lorenzo.

"Ich glaube, wir haben jetzt weniger Druck und ich kann etwas mehr angreifen. Natürlich will ich nicht stürzen, mich dabei verletzten und Platz zwei verlieren. Ich habe in allen Klassen gute Erinnerungen an Assen. Es zählt zu meinen Lieblingsstrecken. Man muss sehr flüssig durch die Kurven fahren. Ich glaube, ich werde mich hier wohl fühlen."

Yamaha hat den Weltmeister mit keinen neuen Teilen versorgt. "In den vergangenen Rennen haben wir einige Veränderungen vorgenommen. Wie haben einige Zehntel gefunden, weshalb mein Vertrauen zu dem Motorrad gewachsen ist. Wir werden sehen, ob wir der Spitze näher gerückt sind."

Hayden mit neuem Ducati-Chassis

Auch die Ducati-Mannschaft will die Lücke zu Stoner verkürzen. Hayden wird mit einem veränderten Chassis antreten. "Mir hat diese Strecke schon immer gefallen. Sie ist sehr speziell und hat eine große Geschichte. Selbst mit den Änderungen in den vergangenen Jahren gefällt sie mir noch. Wenn das Motorrad gut funktioniert und man sich sicher fühlt, dann kann man viel Spaß haben." Im Jahr 2006 gewann der US-Amerikaner das Rennen.

"Ich habe an diesem Wochenende ein anderes Chassis. Es ist Schritt Nummer zwei. Es ist vorne etwas weicher. Es wäre schön, wenn wir deshalb gutes Wetter hätten. Wir müssen einen großen Schritt machen, um wieder an der Spitze zu sein. Wir werden sehen, ob uns das Chassis dabei hilft."

Sein Teamkollege Rossi wird neben einem neuen Motor auch weitere neue Teile an seiner Desmosedici haben. "Für mich war das keine Option. Ich muss etwas länger warten. Ich habe schon einen Extra-Motor verwendet. So ist das manchmal. Ich hoffe, dass es sich auszahlt zu warten", sagt Hayden zu der Situation. Sein Landsmann Edwards meint dazu: "Willkommen als Teamkollege von Valentino."

Edwards körperlich auf dem Weg der Besserung

Die beiden US-Amerikaner teilen auch ein Erlebnis aus der Vergangenheit. 2006 kämpften sie bis zur letzten Runde um den Sieg. In der Schikane vor Start- und Ziel stürzte Edwards und verpasste so seinen ersten Grand-Prix-Sieg. "Dafür hasse ich ihn noch immer", sagt der Texaner mit einem Lächeln.

Gut gelaunt von seinem Podestplatz in Silverstone geht Edwards in das holländische Rennwochenende. Körperlich geht es dem Tech-3-Yamaha-Piloten auch schon besser. "Das Schlüsselbein hat mir nicht so viele Probleme bereitet, aber in Silverstone konnte ich mich aufgrund der Rippenschmerzen nicht so auf dem Motorrad bewegen, wie ich es wollte. Meine Muskeln sind schon etwas besser als vor zwei Wochen und ich fühle mich jetzt schon viel besser."

Im Vergleich zu 2010, als der Routinier viele Probleme mit der M1 hatte, läuft es in diesem Jahr besser. "Ich würde sagen, dass wir auf Chassis-Seite, bei der Elektronik und beim Motor so nahe wie noch nie am Werksteam dran sind. Wir haben ein komplett neues Paket, während wir uns im Vorjahr mit älterem Material herumschlagen mussten. Wir probieren neue Dinge aus und Yamaha stellt uns auch Neuheiten zur Verfügung. Mir gefällt die Arbeit und wir werden sehen, ob wir Vorteile finden können. Wir scheinen uns nach vorne zu bewegen."

In jüngster Zeit haben sich mehrere Piloten das Schlüsselbein gebrochen. "Das passiert nicht, weil es nicht gut genug geschützt ist, sondern wegen der Kraft", findet Edwards. "Man hat dort nur einen Knochen. Wenn man stürzt und der Asphalt drückt auf die Lederkombi, dann gibt es dort nur einen Knochen, der brechen kann. Für mich ist es der schlimmste Knochen, den man sich brechen kann. Es tut so weh, dass man sonst nichts tun kann. Ich hatte einen guten Doktor. Am nächsten Tag hatte ich mich schon besser gefühlt."

Aoyama will Chance nutzen

Erstmals wird Aoyama auf einer Werks-Honda sitzen. "Ich möchte mich bei Honda und bei Gresini bedanken. Ich glaube, es ist eine gute Chance für mich. Auf der anderen Seite tut es mir natürlich für Dani leid, denn es bedeutet, dass er immer noch mit Schmerzen daheim ist. Hoffentlich kommt er bald zurück. Die ersten Gespräche gab es in Catalunya, aber bis Silverstone war die Zeit zu kurz, um alles vorzubereiten. Wir haben also gewartet. Dani konnte nicht in Assen fahren, also ersetze ich ihn."

"Im Vergleich zum Vorjahr fühle ich mich mit dem Motorrad und dem Team viel besser", sagt Aoyama. "Ich kann schneller fahren. Ich bin noch nicht zufrieden, aber es ist klar besser als im vergangenen Jahr. Nun habe ich die Möglichkeit eine Werksmaschine auszuprobieren. Wenn ich einen Fortschritt machen kann, dann wäre ich sehr glücklich."

Fotoquelle: Honda

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