Valentino Rossi muss mit der Desmosedici anders arbeiten als bei Honda/Yamaha

MotoGP 2011

— 26.06.2011

Rossi analysiert die Ducati GP11.1

Valentino Rossi ist mit den Fortschritten der GP11.1 zufrieden - Die neue Ducati ist am Hinterrad gut, aber die Frontpartie muss noch verbessert werden

Ducati wirft alles in die Waagschale, um zurck auf die Siegerstrae zu kommen. Casey Stoner hat die italienische Marke unter anderem deshalb verlassen, weil zu wenig weiterentwickelt wurde. Mit Valentino Rossi ist das anders. Der neunfache Weltmeister muss gewinnen, denn Misserfolge werden Ducati in die Schuhe geschoben. In Assen kreuzte die Mannschaft mit einem neuen Motorrad auf. In das neue Chassis fr 2012 wurde ein aktueller 800er-Motor eingebaut. Zudem gab es Modifikationen am Triebwerk und ein neues Getriebe.

Das verregnete Wochenende half nicht, um diese GP11.1 optimal abzustimmen. Am Samstag konnte ein Fortschritt erzielt werden und Rossi beendete das Rennen als Vierter. Der Rckstand auf Rennsieger Ben Spies (Yamaha) betrug allerdings eine halbe Minute. Wir sehen die Dinge positiv und sind fr die kommenden Rennen optimistisch", zieht Rossi erste Bilanz. "Samstagvormittag haben wir eine andere Abstimmung probiert, die das Gefhl fr das Heck verbessert hat."

"In den schnellen Kurven, speziell in der schnellen Links, war ich um 15 km/h schneller als am Freitag. Ich kann das Motorrad besser fahren. Von diesem Standpunkt her bin ich zufrieden. Es gibt aber noch viel zu tun. Wir mssen uns um viele Aspekte kmmern, weshalb wir den Erfolg nicht ber Nacht erwarten knnen. Leider haben weder mein Team noch ich viel Erfahrung mit diesem Motorrad. Wir brauchen also immer mehr als wir zur Verfgung haben."

Ducati komplizierter als japanische Motorrder

Ducati verfgt im Gegensatz zu den japanischen Maschinen ber ein Chassis aus Kohlefaser. Auch fr Rossi ist das eine neue Erfahrung. "Wir mssen mit diesem Motorrad auf eine andere Art arbeiten, denn es ist kompliziert. Sie verlangt eine andere Herangehensweise. Wenn man eine nderung vornehmen will, muss man gleich drei Dinge ndern. Das kommt bei japanischen Maschinen selten vor, weil sie ber mehr Erfahrung verfgen. Es sind viele Ducati-Ingenieure in der Box, die unser Motorrad gut kennen und uns helfen knnen."

Es ist in dieser Saison aufgefallen, dass Rossi sehr gut startet. Bis zur ersten Kurve hat der 32-Jhrige meistens mehrere Pltze gutgemacht. "Es ist wichtig, dass wir uns in der Qualifikation gut schlagen. Wre ich in Assen aus der zweiten Reihe gestartet, dann htte ich mit meinem guten Start direkt die Fhrung bernommen", schtzt Rossi. "Leider finden wir erst immer zu spt eine passende Abstimmung."

Grip am Vorderrad das Hauptproblem

Obwohl es das Resultat nicht zeigt, ist die GP11.1 ein Schritt vorwrts, wie der Italiener findet. "Ich bin zufrieden mit dem Heck des Motorrades. Wir mssen jetzt den Grip am Vorderrad verbessern, denn wir bringen den Vorderreifen nicht richtig auf Temperatur. Deshalb hat das Motorrad auf der Bremse und beim Einlenken nicht genug Grip. Das ist das Hauptproblem und das mssen wir so schnell wie mglich lsen."

Rossi hat nicht nur Technikguru Jeremy Burgess zu Ducati mitgebracht, sondern auch einige Mechaniker. Ist das ein Nachteil, denn sie haben keinerlei Erfahrung mit der Desmosedici? "Es hat Vor- und Nachteile, dass ich mein Team mitgebracht habe", sagt Rossi in Assen dazu. "Ich arbeite mit ihnen seit vielen Jahren zusammen und sie kennen mich sehr gut. Es gibt in der Garage aber andere Leute, die viel Wissen ber die Ducati haben."

Simoncelli hatte Pech

Ein Gesprchsthema in Holland war der Sturz von Marco Simoncelli, der dabei auch Jorge Lorenzo mitriss. Rossi konnte den Vorfall aus der ersten Reihe beobachten und profitierte auch davon. "Es tut mir fr Simoncelli leid, denn er ist stark und fhrt oft auf die Pole", sagt der Italiener ber seinen Landsmann. "Es endet fr ihn immer schlecht. Dieses Mal hat er nichts Auergewhnliches gemacht. Die linke Reifenflanke war zu kalt und er ist gestrzt. Ich habe gehrt, dass auch Lorenzo gemeint hat, dass diese Dinge passieren knnen."

"Wir reden hier nicht ber ein schmutziges berholmanver oder etwas in dieser Richtung. Wir haben alle das Resultat davon gesehen. Ich dachte eigentlich, dass Ben Spies gestrzt ist. Erst in der letzten Runde habe ich realisiert, dass ich falsch lag."

Fotoquelle: Ducati

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