Marc-VDS hat den Suter-Prototypen mit BMW-Motor bereits getestet

MotoGP 2011

— 27.06.2011

Poncharal diskutiert die Claiming-Rule

IRTA-Präsident Herve Poncharal erklärt den Hintergrund der neuen Claming-Rule ab 2012 - Im kommenden Jahr wird das Starterfeld maximal 22 Motorräder umfassen

Im kommenden Jahr wird es in der MotoGP ein größeres Starterfeld geben. Sechs Moto2-Teams haben den Zuschlag bekommen und können aufsteigen. Darunter sind Kiefer, BQR, Forward, Marc-VDS, Paddock GP und Speed-Master. Kiefer und Paddock GP wollen eine Honda leasen und wären dann ein Kundenteam, so wie es derzeit beispielsweise LCR-Honda oder Aspar-Ducati sind. Marc-VDS und BQR werden Gebrauch von der neue Claiming-Rule machen. In einem Prototypen-Chassis steckt dann ein Superbike-Motor.

Marc-VDS verwendet ein Fahrwerk von Suter und einen Motor der BMW S1000RR. BQR arbeitet mit FTR zusammen. Aufgrund der engen Verbindungen von BQR in Spanien mit Kawasaki wurde ein Motor der ZX-10R gewählt. Das MotoGP Starterfeld wird aufgestockt, doch nicht unendlich. "Sie wurden akzeptiert, aber prinzipiell müssen sie uns jetzt ihre Pläne präsentieren", sagt Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta.

So musste beispielsweise eine Kaution von 30.000 Euro hinterlegt werden. "Wir werden im nächsten Jahr 22 Motorräder haben und nicht 23. Eines der Teams wird nicht akzeptiert werden. Die Möglichkeit ist zwar noch offen, aber wir wollen maximal 22 Motorräder in der Startaufstellung haben", sagt Ezpeleta.

Die Claming-Rule-Regel steht seit den ersten Entwürfen in der Kritik. Es gibt Stimmen, die sagen, dass es nur ein Mittel ist, um das Feld aufzufüllen. Konkurrenzfähig werden diese Teams nicht sein. Auf der anderen Seite entspricht es nicht dem Gedanken einer Prototypen-WM, wenn Serienteile verwendet werden.

1.000er-Motoren eine Einladung für Hersteller

"Man kann sich auf der einen Seite nicht darüber beschweren, dass es zu wenig Teams gibt und auf der anderen Seite sagen, dass die CRT-Teams nicht konkurrenzfähig sind", sagt IRTA-Präsident Herve Poncharal, der auch Teamchef von Tech 3 ist. "Wir wechseln von 800er-Motoren auf 1.000er. Das haben wir gemacht, um neue Hersteller einzuladen, weil 1.000er-Motoren weit verbreitet sind."

"Wir können nur die Türe öffnen, aber wir haben keine Macht darüber, ob die Leute, die derzeit nicht dabei sind, auch kommen werden. Vielleicht kommen die anderen Hersteller in den Jahren 2013, 2014. Wir wissen es nicht. Wir hoffen darauf und warten ab. Wenn man aber nur hofft und wartet, dann wird sich nichts ändern."

"Dann werden alle sagen, dass 15, 16 Motorräder lächerlich sind. Deshalb haben wir eine Entscheidung getroffen und wollen etwas tun, das wir kontrollieren können. Wir haben Ingenieure von der MSMA und anderen Quellen gefragt, wie eine Regel aussehen kann, die günstig und gleichzeitig konkurrenzfähig ist. Wir haben versucht, die Lücke zu schließen."

Claiming-Rule kann kontrolliert werden

"Wir können uns also nicht aufregen, dass es zu wenige Motorräder gibt und dann die Claiming-Rule-Regel nicht anwenden", sagt der Franzose. "Wir können die Regel kontrollieren. Wie Carmelo gesagt hat, wird es fünf neue Motorräder geben. Prozentuell gesehen ist das viel. Die meisten Leute haben die Moto2 vor der Einführung negativ gesehen."

"Heute gibt es viele Stimmen, die sagen, dass die Moto2 die beste Serie der Welt ist. Wir müssen also abwarten. Wir können im Moment nicht sagen: die CR-Teams können die Werksmannschaften angreifen, oder sie sind fünf Sekunden hinten und sehen lächerlich aus. Das wissen wir jetzt nicht. Es wird weitere Tests geben. Wir sind flexibel. Wenn es nicht gut läuft, dann können wir etwas unternehmen, damit ein Rückstand kleiner wird."

Moto2-Konzept funktioniert

"Wir wissen aber auch, dass der Fahrer eine große Rolle spielt. Im Moment sitzen die weltbesten Fahrer auf den besten Motorrädern. Natürlich wird ein CRT-Team keinen Casey Stoner, Jorge Lorenzo oder Dani Pedrosa bekommen. Der Fahrer ist ein großer Performancefaktor. Das müssen wir in Betracht ziehen. Wenn wir es nicht probieren, dann werden wir nie wissen, wie es wird. Wir dürfen das MotoGP-Boot nicht sinken lassen."

In der Moto2, die zu Beginn ebenfalls umstritten war, funktioniert das Konzept. Ezpeleta vergleicht die mittlere Klasse mit den letzten Jahren der 250er. "Das Problem war, dass nur Spanier und Italiener die Leasingraten der Werks-Aprilia zahlen konnten. Es ging um zwei Millionen Euro pro Jahr. Deshalb war die WM praktisch auf vier, fünf Leute beschränkt."

"Jetzt führt Stefan Bradl die WM mit einem kleinen Team an. Die sportliche Seite ist viel besser als es bei den 250ern war. Meine Aufgabe ist es, eine Serie zu schaffen, die so interessant wie nur möglich ist. Das Resultat ist die Moto2, die ein volles Starterfeld hat und an der großes Interesse besteht."

Fotoquelle: Suter

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