Randy Mamola fordert die MotoGP-Piloten zur Einheit auf

MotoGP 2011

— 29.06.2011

Mamola fordert regelmäßige Fahrerbesprechungen

Ex-500er-Pilot Randy Mamola ist das derzeitige Verhalten der MotoGP-Piloten ein Dorn im Auge - Statt Konfrontation auf der Strecke fordert er regelmäßige Meetings

Die MotoGP-Klasse, die allgemeinhin als Königsklasse des Zweiradsports gilt, hat im Verlauf der Saison 2011 weniger durch spannende Positionskämpfe auf der Piste als vielmehr durch Verbalduelle der Piloten über die Medien von sich reden gemacht.

Die Folge der von Rennen zu Rennen getragenen Zwists waren nicht selten kontroverse Gesten und Verhaltensweisen auf der Strecke, wodurch sich das Verhältnis der betroffenen Piloten alles andere als verbessert hat. Die Privatfehde zwischen Honda-Werksfahrer Casey Stoner und Ducati-Star Valentino Rossi - die seit dem zweiten Saisonlauf in Jerez mal intensiver, mal weniger intensiv läuft - ist nur ein Beispiel.

In jüngster Vergangenheit geriet vor allem Gresini-Honda-Pilot Marco Simoncelli ins Kreuzfeuer der Kritik. Mit seinem aggressiven Fahrstil, dessen Auswirkungen im Verlauf der Saison unter anderem Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo zu spüren bekamen, machte sich der Italiener zuletzt wenig Freunde.

Mamola sieht MotoGP derzeit in schlechtem Licht

Um die schwelenden Unstimmigkeiten der Piloten untereinander künftig aus der Welt schaffen zu können, fordert der viermalige 500er-Vizeweltmeister Randy Mamola von den MotoGP-Verantwortlichen vehement die Einführung einer regelmäßigen Fahrerbesprechung jeweils am Beginn eines Rennwochenendes.

"Was wir in diesem Fahrerlager brauchen, ist ein obligatorisches Meeting, den dem alle Piloten teilnehmen", wird Mamola von 'MotoMatters.com' zitiert. "Wenn den Fahrern die Möglichkeit gegeben wird, diese Dinge hinter verschlossenen Türen anzusprechen, dann gibt es mit Sicherheit weniger gegenseitige Anfeindungen über die Presse."

Der US-Amerikaner hält fest, dass das Hauptziel einer solchen Maßnahme das direkte gegenseitige Aussprechen und Zuhören wäre, anstatt die Unstimmigkeiten über Journalisten und Gesten auf der Rennstrecke zu klären. "Man braucht sich doch nur einmal Casey (Stoner; Anm. d. Red.) anzuschauen", so Mamola. "Er zeigt anderen Piloten auf der Strecke den Vogel, was die MotoGP in der öffentlichen Wahrnehmung in ein schlechtes Licht rückt."

Gesten auf der Strecke werden ignoriert

Schlimmer noch: "Für die Piloten macht so eine Geste überhaupt keinen Unterschied, da sie von keinem, der einen Helm aufhat, ernst genommen wird", urteilt der 13-fache Grand-Prix-Sieger. Müsste Stoner jeden Donnerstag einen Raum betreten, in dem er auf seine Fahrerkollegen trifft, "dann würde er so etwas sicher nicht tun", so Mamola.

Umgekehrt würde den anderen Piloten die Möglichkeit eröffnet, "Casey zuzuhören und ihm dabei in die Augen zu sehen, während er erklärt, was genau er für gefährlich hält", schließt der 51-Jährige seinen Gedankengang ab.

Im Falle von Simoncelli sei es ähnlich. Wenngleich eine Vielzahl der Fahrer den Italiener der gefährlichen Fahrweise bezichtigt habe, so mache dieser nach wie vor dieselben Fehler. Weltmeister Lorenzo ließ sich daraufhin zu Aussagen hinreißen, wonach Simoncelli niemals lernen würde und dass ihm die Lizenz entzogen werden müsse.

"Simoncelli sah nach dem Crash aus wie ein begossener Pudel", formuliert Mamola mit Blick auf den jüngsten Vorfall in Assen, als der Gresini-Pilot in Runde eins Yamaha-Fahrer Lorenzo unsanft aus dem Sattel holte. "Die anderen Fahrer konnten jedoch nicht sehen, wie er aussah", so der US-Amerikaner weiter. "In einem regelmäßigen Meeting könnten die Piloten von Angesicht zu Angesicht beurteilen, wie er sich fühlt."

Findet die Idee Anklang bei den Piloten?

Wie groß die Chancen für die Einführung der von Mamola geforderten regelmäßigen Besprechungen sind, ist eine andere Frage. Fakt ist, dass die Idee bei den Fahrern selbst auf wenig Gegenliebe stößt. Angesichts der ohnehin straffen Zeitpläne in Form von Streckenzeit, Teambesprechungen und PR-Terminen an einem Rennwochenende dürften sich die wenigsten bereiterklären, eine weitere Stunde am Donnerstag zu opfern.

Ducati-Pilot Nicky Hayden jedenfalls ist skeptisch. "In den Meetings der Sicherheitskommission sind wir meist nur fünf, sechs Leute. Der Rest zieht es vor, fern zu bleiben", sagt das "Kentucky Kid" mit Blick auf die regelmäßig an den Rennwochenenden stattfindenden Besprechungen mit dem Ziel der Verbesserung der Sicherheit an den Strecken.

Mamola hofft dennoch darauf, dass die Piloten vom Sinn einer regelmäßigen Besprechung - die anders als die Treffen der Sicherheitskommission einzig und allein den Piloten vorbehalten sein sollte - überzeugt werden können und zählt dabei auf den Wechsel in Reihen der MotoGP-Verantwortlichkeiten. Renndirektor Paul Butler wird zum Ende der Saison seinen Hut nehmen. Der gegenwärtige Technikchef Mike Webb übernimmt mit Beginn der Saison 2012 dessen Rolle und könnte nach Ansicht Mamolas ein solches Meeting verbindlich vorschreiben.

Fotoquelle: Honda

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