Die Startprozedur in der MotoGP erfordert seitens der Renndirektion viel Feingefühl

MotoGP 2011

— 19.07.2011

Butler: Aktueller Technikstand ist ausreichend

Renndirektor Paul Butler schätzt den aktuellen Stand der Überwachungstechniken und spricht sich klar gegen mehr Beschränkungen aus

In der Motorrad-WM ermöglicht der Stand der Technik einen fairen Wettbewerb. Die meiste Beachtung schenkt die Rennleitung nach wie vor der Startprozedur. Im Gegensatz zur Formel 1 müssen die individuellen Starts genau angesehen werden. Wichtig für eine Bestrafung ist der Fakt, ob der Fahrer bewusst einen Vorteil erhält, oder ob es sich um ein Missgeschick handelt.

"Die Motorräder können sich immer etwas bewegen, wenn der Fahrer den ersten Gang einlegt", erklärt Butler und erinnert sich: "Es gab einen Vorfall mit Rossi - um ein prominentes Beispiel zu bringen - bei dem er sich vor dem Start bewegt hat. Er hat dadurch aber keinen Vorteil gehabt und die Linie nicht überschritten. Wir können das nicht mit einem Transponder überprüfen, weil es keine Autos sind."

"Wir behaupten nicht, dass wir perfekt sind", gesteht der Renndirektor der MotoGP ein und nennt einen Vorfall, an den er sich nur ungern erinnert: "Wir haben sicher schon Fehlentscheidungen getroffen, die von James Toseland in Phillip Island 2009 schießt mir dennoch immer ins Gedächtnis. Wir haben ihn bestraft, ohne es noch einmal anzusehen. Danach haben wir unseren Fehler bemerkt und daraus gelernt."

Wenn Butler die Möglichkeit hätte, ältere Zwischenfälle noch einmal genauer anzusehen, dann würde er sich für eine Szene Anfang der 1980er entscheiden: "Ich würde gerne die Szene sehen, bei der Freddie Spencer in der letzten Runde des Grand Prix von Schweden 1983 an Kenny Roberts vorbeiging. Da gab es keine TV-Sequenzen, noch nicht einmal Fotos von der Szene."

"Wir haben beide die Gerade herunterfahren sehen und dann verstummten die Motoren, als sie aufs Gras kamen. Kenny meinte immer, dass es ein illegaler und gefährlicher Zug war. Freddie behauptete immer, dass es keinen Kontakt gab", so Butler.

"Die Technologie hat alles verändert. Man denke nur an die Fotofinishs. Heutzutage haben wir das Bild in einer Email, sobald das Rennen vorbei ist. Mike Trimby hat es ebenfalls im IRTA-Truck. Wenn sich also ein Team-Manager beschweren kommt, kann ihm Mike das Bild zeigen", analysiert Butler gegenüber 'SpeedTV'.

Mehr Überwachung benötigt der Motorradsport laut Butler allerdings nicht: "Es gibt so viele Begrenzungen in unserer Gesellschaft. Das ist eine der letzten Bastionen, in denen die Jungs rausgehen und gegeneinander Rennen fahren", beschreibt er und fährt fort: "Sie fahren am Limit und tun das, was sie lieben. Es gibt nicht viele Beschwerden. Wir reden immer darüber, wie wichtig der gegenseitige Respekt füreinander ist."

Fotoquelle: Honda

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.