Valentino Rossi und Nicky Hayden waren in Laguna Seca gleichschnell

MotoGP 2011

— 28.07.2011

Quo vadis Ducati - Kommt ein Aluminium-Chassis?

Nicky Hayden will die GP11.1 in Zukunft wieder probieren - Pramac-Pilot Loris Capirossi deutet an, dass Ducati an einem Chassis aus Aluminium arbeitet

Während Valentino Rossi seit Assen die neue GP11.1 einsetzt, hat sein Ducati-Teamkollege Nicky Hayden noch nicht den Wechsel auf das neue Modell vollzogen. Bereits auf dem Sachsenring standen für den US-Amerikaner zwei GP11.1 bereit, aber aus Mangel an Ersatzteilen durfte er noch nicht damit fahren. Dann hieß es, Hayden könne in den USA mit dem neuen Modell fahren. Noch in Deutschland meinte der Weltmeister von 2006, dass es beim Heimspiel ein zu großes Risiko sei, auf ein unbekanntes Motorrad zu setzen.

Schließlich stieg Hayden doch auf die GP11.1. Nach dem ersten Freien Training entschied er sich jedoch dazu, mit seiner gewohnten GP11 weiterzufahren. Speziell das neue Getriebe hatte den 29-Jährigen auf seinen wenigen Runden beeindruckt. Unter dem Strich waren beide Ducati-Modelle in Laguna Seca gleichschnell, denn Hayden und Rossi fuhren die komplette Renndistanz beisammen. Der Rückstand im Ziel betrug eine halbe Minute - eine Welt.

Wie geht es nun weiter? Hayden hat nicht ausgeschlossen, wieder die GP11.1 zu probieren, die aus dem Chassis der GP12 besteht und neben dem neuen Getriebe auch eine neue Hinterradschwinge besitzt. "Ich werde sie vermutlich später im Jahr fahren. In Laguna, einer Strecke die ich liebe, wollte ich nicht testen. Vielleicht nach Brünn, wo wir einen ganze Testtag haben."

"Ich kann dort mehr darüber lernen und auf den Erkenntnissen aufbauen. Wenn das die Zukunft ist, dann müssen wir uns das irgendwann ansehen", findet Hayden. "Ich glaube, das ist ein Grund, warum Valentino sie verwenden will. Er weiß, dass sie die Zukunft ist." Rossi hatte auf dem Sachsenring überlegt, wieder auf die GP11 zurückzuwechseln. Bei der Rückkehr von Technikguru Jeremy Burgess wurde allerdings entscheiden, bei der GP11.1 zu bleiben.

Kommt ein Chassis aus Aluminium?"

Es stellt sich die Frage, wie es bei Ducati weitergeht, denn mit der GP11.1 konnte bislang die Lücke zur Spitze nicht geschlossen werden. Am Montag nach dem Brünn-Rennen werden die neuen 1.000er aller drei Hersteller erstmals aufeinander treffen. Eine erste Bewährungsprobe für die GP12. Pramac-Pilot Loris Capirissi geht davon aus, dass Ducati derzeit an einem danz anderen Motorrad mit einem Aluminium-Chassis arbeitet.

"Meiner Meinung nach arbeitet Ducati bereits an einem anderen Motorrad. Wir haben Filippo (Preziosi; der Konstrukteur; Anm. d. Red.) gefragt, ob er ein richtiges Chassis bauen kann", wird Capirossi von 'Motor Cycle News' zitiert. Seit 2009 verwendet Ducati das Kohlefaserchassis, das eigentlich kein Chassis im herkömmlichen Sinn ist, denn das ganze Motorrad ist quasi an der Airbox aufgehängt.

Beim MotoGP-Debüt im Jahr 2003 setzte Ducati noch auf einen Stahlrohrrahmen. Capirossi war damals Werksfahrer und kennt die Unterschiede zur aktuellen Maschine. "Das Problem bei der Ducati ist die Steifigkeit. Man erreicht das nicht mit der Hinterradschwinge oder der Vordergabel. Am Wichtigsten ist die Mitte, aber beim Motor kann man die Steifigkeit nicht ändern. Man kann vorne und hintern ein bisschen arbeiten, aber in der Mitte des Motorrades gibt es keine Flexibilität."

Abgesehen von Casey Stoner konnte niemand in den vergangenen Jahren mit der Ducati an der Spitze mitkämpfen. Auch Rossi hat sich von der ersten Runde an über mangelndes Gefühl für das Vorderrad beklagt. Außerdem ist das Motorrad nur schwierig einzulenken. Capirossi beschreibt das Fahrgefühl: "Man fühlt nichts. Man spürt nicht die Reifen und nicht den Untergrund."

"Ich weiß nie was passiert. Ich habe überhaupt kein Gefühl und weiß nicht, wo das Limit ist. Man versucht es und denkt, dass das Gefühl nicht so schlecht ist, aber dann probiert man es ein bisschen mehr und rutscht über das Vorderrad weg. Das ist das größte Problem. Wenn man mit dem Heck ein Problem hat, dann kann man es kontrollieren und den Hinterreifen rutschen lassen."

"Vorne hast du keine Chance. Je härter man es probiert, desto weniger lenkt das Motorrad ein." Capirossi antwortete in Laguna Seca auf die Frage, ob Ducati über einen Aluminiumrahmen nachdenkt: "Sicher denkt Ducati darüber nach. Valentino übt auf Ducati großen Druck aus. Deshalb sehen wir schon das 2012er-Motorrad." Rossi äußert sich hingegen zurückhaltend über einen Aluminiumrahmen: "Ich weiß es nicht, weil ich nur der Fahrer bin. Ich habe nicht die Antwort darauf. Hoffentlich hat jemand bei Ducati eine Antwort."

Fotoquelle: Bridgestone

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