Ben Bostrom kannte die anspruchsvolle Strecke gut, aber das Motorrad nicht

MotoGP 2011

— 01.08.2011

Bostrom: "Große Lernkurve und große Enttäuschung"

Ben Bostrom hat in Laguna Seca das Abenteuer MotoGP probiert - Einfach war der Sprung ins kalte Wasser bei LCR-Honda für den 37-Jährigen nicht

In Laguna Seca stieg Ben Bostrom im Alter von 37-Jahren zum ersten und voraussichtlich letzten Mal auf eine MotoGP-Maschine. Es war ein richtiger Sprung ins kalte Wasser im ersten Freien Training. Der Motor war neu, das Chassis, die hochgestochene Elektronik, die asymmetrischen Bridgestone-Reifen, die Karbonbremsen und so weiter. Das Wochenende begann schlecht und endete schlecht. Dazwischen steigerte sich der US-Amerikaner kontinuierlich und fabrizierte auch keinen Sturz.

Bostrom beschreibt wie es ist, wenn ein guter und routinierter Rennfahrer zum ersten Mal auf den Honda-Prototypen steigt. "Am Freitag wusste ich überhaupt nicht, wovon sie sprechen. Es hieß, dass Ding beschleunigt und lenkt wie nichts sonst auf der Welt. Ich bin aufgestiegen und dachte mir: 'Wovon reden die?'. Das Motorrad lenkte überhaupt nicht ein und beschleunigte nicht, obwohl ich hart gefahren bin", wird Bostrom von 'Cyclenews' zitiert.

Die Kommunikation mit den LCR-Mechanikern klappte zu Beginn auch nicht. "Ich wusste nicht, was ich ihnen sagen sollte. Ich habe nur gemeint, dass das Motorrad nicht einlenkt und ich es nicht verzögern kann. Sie haben dann eine Bremsabdeckung montiert. Das hat geholfen, aber es hat trotzdem nicht verzögert. Sie haben dann irgendetwas mit einigen Kabeln gemacht. Es wurde schließlich besser, denn vor Rennbeginn verstand ich, was sie mit der Aufhängung machen."

"Ich verstand langsam, worüber sie sprachen. Sie sagten zu mir: 'Dieses Benzinmapping ist von Toni Elias. Er fährt eine Regenabstimmung'. Ich sagte ihnen, dass sie das ändern sollten und plötzlich platzte der Knoten." Trotzdem blieben die Karbonbremsen ein Problem. Alleine in der harten Bremszone der letzten Kurve, die im ersten Gang genommen wird, verlor Bostrom eine halbe Sekunde. "Ich bin bis auf die Randsteine hinausgekommen und habe viel liegengelassen."

"Andernfalls wäre ich mittlere 1:23 Minuten gefahren. Das Motorrad konnte aber locker 1:22 fahren, nur der Fahrer war nicht soweit, weil ich zu Beginn nicht bremsen und lenken konnte, es aber plötzlich funktioniert hat. Im Rennen ließ es sich dann wirklich umlenken. Man kann das Motorrad umlegen und es verbeißt sich in der Kurve. Das war Action, aber ich konnte das Motorrad nicht abbremsen. Im Warmup kam ich von der Strecke ab und im Rennen passierte das zwei Mal. Deshalb habe ich aufgegeben, weil es mir zu gefährlich war."

Bostrom nahm am gleichen Wochenende auch an der amerikanischen Superbike-Meisterschaft (AMA) teil. Nach so vielen Runden auf dem Motorrad war er ziemlich fertig. "Ich war komplett ausgelaugt und konnte kaum noch den Lenker festhalten. Ich realisierte, dass ich auch nur ein Mensch bin. Das war der traurigste Realitätscheck überhaupt. Ich habe viel auf dem Grand-Prix-Motorrad gelernt, auch einige Dinge, die ich wahrscheinlich noch gar nicht kannte. Es war also eine große Lernkurve, aber auch eine große Enttäuschung."

Fotoquelle: Honda

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