Seit vielen Jahren ein Team: Dani Pedrosa und sein Mentor Alberto Puig

MotoGP 2011

— 03.08.2011

Pedrosa: "Ich war nicht der Schnellste"

Dani Pedrosa wurde im Alter von 13 Jahren entdeckt, obwohl er nicht der Schnellste war: Der Spanier und sein Mentor Alberto Puig sprechen über die Anfänge

Honda-Pilot Dani Pedrosa ist seit über zehn Jahren Teil der Motorrad-Weltmeisterschaft. Der 25-Jährige startete erstmals im Jahre 2001 beim Grand Prix von Japan in Suzuka. Noch im gleichen Jahr feierte er das erste Podium und 2003 folgte der Titel bei den 125ern. Zum Erfolg des Spaniers trugen vor allem Honda, Repsol und Mentor Alberto Puig bei.

"Als ich mit dem Motorradsport anfing, habe ich sofort gemerkt, dass das die Sache ist, von der ich immer geträumt habe", erinnert sich Pedrosa bei 'ServusTV'. "Als sich für mich die Tür in Form der Unterstützung durch Alberto geöffnet hat, habe ich die Chance ergriffen und mich für nichts anderes mehr interessiert. Ich wollte nur noch fahren, trainieren und besser werden. Das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht."

"Ich ging zu diesem Zeitpunkt noch zur Schule, aber ich hatte nichts anderes als den Rennsport auf dem Schirm. Ich habe von Beginn an gewusst, dass die Medien und die Sponsoren ein Auge auf einen werfen, wenn man auf der Rennstrecke einen guten Job abliefert. Dann kommt man natürlich auf andere Stufen. Für mich war das ein Traum, der Wirklichkeit geworden ist", berichtet der dreifache Weltmeister.

Glück bei der Suche

Das Sprungbrett nach oben war der Junior-Cup, bei dem Puig die Leitung hatte. Der ehemalige Grand-Pix-Sieger blick zurück: "Das war ein sehr umfangreiches Programm, das von einem großen Unternehmen in Spanien gesponsert wurde. Damals haben wir aus 6.000 Kids, die sich beworben haben, 25 ausgewählt. Aus dieser Serie sind sehr viele Champions hervorgegangen. Dani ist die Führungsfigur, aber es gab natürlich auch andere. Meiner Meinung nach haben wir auch Glück gehabt, denn es ist nicht so einfach, so viele Talente auf einmal zu finden."

"Wir waren damals eine Woche lang auf der Strecke und haben uns die Kids genau angeschaut. Irgendwann hast du einfach das Gefühl, dass der eine mehr Talent hat als der andere. Ganz am Anfang war das natürlich schwierig. Ich glaube, Dani war der Kleinste von allen, die in dieser Serie dabei waren. In punkto Rundenzeiten war er gar nicht so schnell, aber er hatte den Dreh raus, wie man das Motorrad bedient. Zudem hörte er gut zu und da haben wir gesagt: 'Den nehmen wir.'"

"Wir waren der Ansicht, dass Dani der Talentierteste von allen war, und wir hatten Recht. Unterm Strich kam bei ihm vieles zusammen. Er hat einfach seine natürlichen Stärken in die Waagschale geworfen. Um im Alter von 13 Jahren dieses Risiko einzugehen, brauchst du wirklich einen starken Willen. Darauf haben wir aufgebaut und haben ihn trainiert. Mit 15 Jahren ist der bereits um die WM mitgefahren. Es war ein Riesenprojekt, das sich letztlich ausgezahlt hat", so Puig.

Neuland für Pedrosa

Pedrosa wusste, welchen Stellenwert dieses Auswahlverfahren hatte: "Das war natürlich die wichtigste Woche meines Lebens. Es kamen sehr viele Fahrer zusammen und alle wollten natürlich dort hin, wo ich jetzt stehe. Ich war 13 Jahre alt und war der Kleinste von allen. Natürlich hatte ich da die Hosen voll. Sobald ich den Helm auf hatte und auf dem Motorrad saß, wusste ich, dass ich jetzt meine Chance habe."

"Wie Alberto schon sagte, war ich nicht der Schnellste. Ich kam damals von den Minibikes und war das erste Mal mit einer Rennmaschine mit Schaltung auf einer richtigen Rennstrecke unterwegs. Auch wenn ich nicht der Schnellste war, so habe ich einfach meine Runden abgespult und gezeigt, was ich konnte. Dann war ich unter den 25 Auserwählten. Ab diesem Zeitpunkt habe ich einfach versucht, diese Chance zu nutzen", schildert der amtierende Vizeweltmeister der MotoGP.

Einen Plan B gab es für Pedrosa nicht. Die volle Konzentration galt dem Motorradsport und damit gab es keine Ideen für einen Alternativplan: "Ich war 13 Jahre alt, als es bei mir losging. Ich hatte daher überhaupt keine Zeit, über das 'Was-wäre-wenn?' nachzudenken. Ich denke, irgendwas wäre mir schon eingefallen. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sehr auf Sport fixiert. Vor dem Motorsport bin ich lange Fahrrad gefahren, was mir schon immer viel Freude breitet hat. Das wäre es womöglich geworden."

Talent ist Bedingung

Der junge Spanier hatte Glück und konnte sich durchsetzen. Sein Talent sicherte ihm eine vielversprechende Zukunft. Ohne Talent geht an der Weltspitze nichts. So sieht das auch Mentor Puig: "Mann kann schon erkennen, ob Talent da ist. Ich würde sagen, wenn du kein Talent hast, dann kann das nicht klappen. Die Rennsport-Szene ist sehr kompliziert. Da musst du stark sein und Stärke bedeutet eben auch Talent."

"Das ist eine Kombination unterschiedlicher Talente: zum einen, dass du so ein Motorrad überhaupt fahren kannst, und zum anderen das natürliche Talent, mit dem ganzen Drumherum klarzukommen. Während deiner Karriere werden viele Leute versuchen, dir die Sache zu erschweren. Da musst du genau wissen, welchen Weg du gehen willst. Das Entscheidende ist meiner Meinung nach trotzdem das Talent", erklärt der 1997 zurückgetretene Spanier.

"Die Arbeit außerhalb der Rennstrecke ist sehr wichtig", ergänzt Pedrosa und erläutert: "Selbst wenn man kein Supertalent ist, hat man mit harter Arbeit und dem Glauben an sich selbst viel bessere Chancen, nach oben zu kommen. Man braucht dazu eine gewisse Struktur, das heißt Leute, die einen unterstützen. Die Extra-Anstrengung, die man reinsteckt, und der feste Glaube bringen einen nach vorn." Diese Struktur hat der introvertierte Honda-Werkspilot.

Fotoquelle: Honda

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