Als Crewchief sieht Jeremy Burgess Laguna Seca als wenig herausfordernd an

MotoGP 2011

— 06.08.2011

Burgess: Laguna Seca ist eine Fahrerstrecke

Laguna Seca ist eine einzigartige Strecke im Rennkalender - Aus der Sicht eines Technikers ist der Kurs allerdings langweilig, wie Jeremy Burgess erklärt

Mit einem Sieg in Laguna Seca verabschiedete sich Casey Stoner in die Sommerpause. Zum zweiten Mal nach 2007 hat der Honda-Pilot auf der speziellen Strecke gewonnen, die sich von den übrigen Kursen im Kalender stark unterscheidet. Es gibt praktisch keine Gerade, dafür unzählige Kurven und starkes Gefälle. Der Corkscrew ist eine der berühmtesten Kurven der Welt. In diesem Jahr kämpften Weltmeister Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa (beide Spanien) und genannter Stoner (Australien) an der Spitze. Zu Beginn war das aber anders.

Als die 500er-Klasse zwischen 1988 und 1994 in Laguna Seca gastierte, gewann mit Luca Cadalora (Italien) nur ein einziges Mal nicht ein US-Amerikaner. Als die MotoGP 2005 zurückkehrte, waren Nicky Hayden und Colin Edwards stark unterwegs. Hayden (damals Honda) feierte 2005 und 2006 den Heimsieg. Superstar Valentino Rossi konnte in Kalifornien bisher nur einmal gewinnen (2008/Yamaha). Sein langjähriger Crewchief Jeremy Burgess beschreibt aus technischer Sicht die Feinheiten der anspruchsvollen Strecke.

Laguna Seca aus Techniker-Sicht enttäuschend

"In Laguna gibt es mehrere Probleme. Es ist eine kleine Rennstrecke, auf der man in niedrigen Gängen mit hohen Drehzahlen fährt. Der Fahrer kann sich überhaupt nicht ausruhen. Es ist also sehr schwierig. Man muss ehrlich sagen, dass diese Strecke für unsere Motorräder nicht sehr geeignet ist", wird Burgess von 'Moto Matters' zitiert. "Dann kommt noch die Topographie dazu. Davon sind die europäischen Fahrer am Anfang immer erschrocken."

"Es gibt Höhenunterschiede, über die die Motorräder abheben und alle möglichen Dinge tun. Es ist toll, dass wir so eine Rennstrecke haben, aber es ist vielleicht keine großartige Rennstrecke. Wie wir bei Nicky gesehen haben, begünstigt die Strecke einheimische Piloten. Die Europäer suchen nach dem technischen Limit ihrer Motorräder, während die Jungs, die in den USA gefahren sind, wissen, dass sie ihre Maschinen nur niederringen und die richtigen Linien nehmen müssen. Colin hat Valentino im Jahr 2005 geschlagen."

"Für mich als Techniker ist in Laguna enttäuschend, dass du am Freitag 1:21.9 Minuten fahren kannst, anschließend so gut wie möglich arbeitest und man immer noch 1:21.9 fährt. Das sagt mir, dass die Fahrer die Motorräder nur herumwerfen, aber wir technisch nicht viel verbessern können. Die Strecke begünstigt mutige Piloten."

Legendäres Duell Rossi vs. Stoner im Jahr 2008

Unvergessen ist das Rennen aus dem Jahr 2008. Stoner hatte damals mit der Ducati in den Trainings einen Vorteil, doch Rossi lieferte dem Australier im Rennen ein enges Duell. "Es war damals ein Schlüsselpunkt in der Weltmeisterschaft. Man musste ein Statement abgeben", erinnert sich Burgess zurück. "Unser Motorrad war nicht schneller als Caseys, aber Laguna Seca ist eine einzigartige Strecke, mit einem Knick in der Zielgeraden. Es war mehr ein taktisches Rennen und kein Performance-Rennen."

"Wir mussten sichergehen, dass wir vor Casey sind. Er hatte die Trainings dominiert. Er hat sich wahrscheinlich gedacht, dass es sein Rennen ist und er leicht gewinnen würde. Er hatte sich aber nicht mit der Möglichkeit beschäftigt, dass jemand vor ihm sein könnte. Meine Nachricht an Valentino war genau das. Casey dachte nicht daran, dass er gegen jemanden kämpfen muss, sondern er dachte nur an den Sieg."

"Valentino hat das mitgenommen, oder sich wahrscheinlich schon selbst ausgedacht. Wayne Rainey und ich haben bereits nach dem Qualifying darüber diskutiert, dass Casey vermutlich nur daran denkt, das Rennen von der Spitze zu kontrollieren. Wenn man ihm irgendetwas vor die Füße wirft, das er noch nicht im Training gesehen hat, würde ihn das vielleicht etwas aus dem Konzept bringen. Unser Plan war es also, vor Casey zu fahren. Das schafften wir in der Schikane."

"Valentino hat immer geführt, als er auf die Start- und Zielgerade eingebogen ist. Es ging darum, ihm nicht die Ideallinie zu geben. Wenn Casey Valentino in den Kurven überholen wollte, musste er es außen probieren, weil es der einzige Platz war, abgesehen von der Bremszone. Damals dachte ich mir, dass Casey vermutlich nur einen Plan hat. Wenn es damals nicht sofort für ihn lief, dann war das eine seiner Schwächen. Er war jung und hatte noch wenig Erfahrung. Das ist keine Kritik an ihm. Damals war er erst 22."

Schlussendlich gewann Rossi das Rennen. Stoner war in der Zielkurve ausgerutscht, konnte aber weiterfahren und wurde Zweiter.

Fotoquelle: Bridgestone

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