An jedem Rennwochenende wird über das Thema Motegi diskutiert

MotoGP 2011

— 15.08.2011

Motegi: Rossi & Dovizioso über die Bedenken der Fahrer

Valentino Rossi und Andrea Dovizioso erklären die Hintergründe, warum die Fahrer nicht nach Motegi wollen - Tech 3 hat bestätigt, dass man in Japan antreten wird

Motegi ist weiterhin ein vieldiskutiertes Thema. Der Grand Prix wird am 2. Oktober über die Bühne gehen. Die Fahrer sind sich aber weiterhin nicht sicher, ob sie nach Japan fliegen werden. Die Piloten sind in diesem Thema das Sprachrohr für viele Leute im Fahrerlager, von den Mechanikern, den Journalisten, über das Catering und so weiter. Um das Rennen zu boykottieren, müssten alle Fahrer mit einer Stimme sprechen. Das ist aber aus verschiedenen Gründen nicht der Fall.

"Die Fahrer der japanischen Hersteller stehen unter großem Druck", sagt Valentino Rossi. Der neunfache Weltmeister ist aufgrund seines Status eine sehr wichtige Person in heiklen Angelegenheiten. "Es gibt Fahrer die ein größeres Risiko eingehen, andere wieder nicht. Manche haben einen Vertrag fürs nächste Jahr, andere wieder nicht."

"Der Bericht ist gut, ich habe ihn mittlerweile gelesen. Es scheint, dass die Situation nicht so schlimm ist. Das Problem ist aber, dass alle Fahrer einstimmig etwas sagen müssen. Manche Fahrer haben keinen Vertrag und stehen für ihre persönliche Zukunft unter Druck." Dazu kommt, dass nicht alle Piloten an den Meetings teilnehmen. "In der Sicherheitskommission waren wir nur neun oder zehn Fahrer, also wissen wir nicht von allen die Gedanken."

Andrea Dovizioso ist einer der Fahrer, der noch keinen Vertrag für die kommende Saison hat. HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto versucht derzeit das Budget für 2012 zusammenzustellen. Aufgrund der Naturkatastrophe in Japan hat Honda das Geld für den Rennbetrieb gekürzt. Honda soll in diesem Jahr insgesamt 60 Millionen Euro Budget zur Verfügung haben. Für die Zukunft wird das drastisch reduziert - um wie viel ist aber nicht bekannt.

"Alle Fahrer, die in der Sicherheitskommission waren, wollen nicht nach Motegi. Es scheint aber so, als hätten wir nicht die Macht. Ich meine, wir könnten es schon boykottieren, aber die Konsequenzen wären groß", sagt Dovizioso. "Wir können es also nicht tun, ohne einen großen Schaden zu haben. Wir wissen also nicht wie wir das tun könnten. Es ist nichts fix. Wenn aber die Fahrer untereinander nicht einer Meinung sind, dann ist das ein großes Problem. Es ist auch negativ, wenn Fahrer nicht in die Sicherheitskommission kommen. Es waren nur neun, zehn Fahrer dort."

Sein italienischer Landsmann Rossi spricht stellvertretend für viele Stimmen im Fahrerlager: "Mein Team hat große Bedenken. Es gibt viele Leute im Paddock, die in den verschiedensten Bereichen arbeiten, und Sorgen haben. Die Fahrer haben natürlich eine Stimme, aber auf uns lastet auch der Druck von allen anderen Leuten. Wir müssen warten. Persönlich gesehen muss ich noch darüber nachdenken und dann entscheiden."

In Suzuka wurde das berühmte 8-Stunden-Rennen bereits gefahren, die Formel 1 wird am 9. Oktober ebenfalls in Suzuka gastieren, während die IndyCar-Serie bereits am 18. September in Motegi fahren wird. Von keiner dieser Serien sind bisher Bedenken zu hören. Wovor haben die MotoGP-Piloten Angst? "Hauptsächlich geht es darum, dass das Zentrum von Fukushima nicht unter Kontrolle ist. In den vergangenen 15 Tagen gab es mehrere Erdbeben."

"Das Letzte hatte vor ein paar Tagen Stufe sechs der Richterskala", sagt Rossi. "Was passiert, wenn etwas Schlimmes geschehen sollte, während wir dort sind? Wie gefährlich ist wäre das? Vielleicht ist das Wasser derzeit ein Problem." Dovizioso meint dazu: "Alle sagen, dass es okay ist. Wir kennen aber die politischen Dinge und sind uns nicht zu 100 Prozent sicher was jeder sagt. Das Problem ist, dass einige Fahrer Verträge fürs kommende Jahr haben, andere nicht."

"Manche müssten eine Geldstrafe hinnehmen, während eben andere gar keinen Vertrag für 2012 haben. Die Situationen sind also komplett unterschiedlich. Es ist also schwierig, dass alle an einem Strang ziehen. Es geht hier um das Leben und nicht um Motorräder. Wenn man nicht hinfliegen will, weil man das Risiko nicht eingehen will, dann braucht man überhaupt nicht über das nächste Jahr nachdenken. Das ist ein großes Problem."

Während Dovizioso und Rossi die Situation aus Fahrersicht geschildert haben, hat die Gesichte Motegi wieder ein weiteres Kapitel dazubekommen. Tech-3-Yamaha hat bestätigt, dass das Team das Rennen bestreiten wird, außer es ändern sich die Umstände dramatisch. Wenn Colin Edwards und Cal Crutchlow fahren, dann ist der einstimmige Fahrerboykott gescheitert.

In einer Aussendung von Tech 3 heißt es: "Nach dem sorgfältigen Studium eines unabhängigen Berichts, der von der Dorna in Auftrag gegeben wurde, in dem die Risiken der radioaktiven Verstrahlung in der Umgebung von Motegi untersucht wurden, kann das Tech-3-Team bestätigen, dass man am zweiten Oktober in Motegi fahren wird, außer es ändern sich die Umstände."

Fotoquelle: IRL

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