Casey Stoner war mit der 1.000er-Honda nicht so schnell wie erwartet

MotoGP 2011

— 15.08.2011

Stoner: "Haben noch einiges an Arbeit vor uns"

Casey Stoner schloss den Testtag in Brünn mit der 1.000er-Honda als Schnellster ab, restlos zufrieden war der Australier allerdings nicht

Honda-Werksfahrer Casey Stoner machte am Montag in Brünn dort weiter, wo er am Sonntag aufgehört hatte. Nach seinem überlegenen Sieg im Grand Prix von Tschechien gab der Australier auch beim offiziellen MotoGP-Test das Tempo vor. Stoner fuhr ausschließlich mit der 1.000er-Honda und war mit einer Bestzeit von 1.56,168 Minuten unterm Strich 0,085 Sekunden schneller als Weltmeister Jorge Lorenzo auf der 1.000er-Yamaha.

Restlos zufrieden war der Honda-Werksfahrer nach 57 zurückgelegten Runden allerdings nicht. "Wir waren heute zwar die Schnellsten, aber das war nicht die Hauptsache", sagt Stoner, der eigener Aussage zufolge erwartet hat, in die 1.55er-Bereiche vorzustoßen und ursprünglich eine etwas schnellere Zeit als die tatsächlich gefahrene erwartet hat.

"Wir haben heute einige wichtige Erkenntnisse sammeln können, sowohl gute als auch weniger gute", setzt Stoner fort. "Wir haben noch einiges an Arbeit vor uns und werden jetzt versuchen, anhand der Daten des letzten Tests in Jerez und des Tests hier für den kommenden Test in Misano einen Mittelweg zu finden."

Vergleich mit Jerez-Test fällt schwer

Das eingesetzte Chassis unterschied sich in einigen Bereichen von der Variante, die vor einigen Wochen in Jerez getestet wurde. "Wir hatten hier ein Update am Start. Es ist allerdings schwierig, die beiden Tests miteinander zu vergleichen, weil es in Jerez sehr windig war und der Test zudem bereits einige Zeit zurückliegt", so der Honda-Werksfahrer.

Die an der 1.000er-Maschine montierte Schwinge war laut Stoner dieselbe, welche zuletzt auch an der 800er-Honda eingesetzt wurde. "Das Gefühl damit war im Vergleich zum letzten Test in manchen Bereichen etwas besser, in anderen allerdings auch etwas schlechter."

Das Hauptproblem am Montag in Brünn war nach Aussage Stoners im Bereich des Vorderrads zu finden: "Wir hatten heute einige Probleme mit Chattering, die wir aber mittels Veränderungen des Motorenmanagements rasch lösen sollten. Es wäre nicht schlecht gewesen, wenn wir noch einen weiteren Testtag hätten hier verbringen können."

Mehr Fahrspaß als mit der 800er-Maschine

Den Hauptunterschied zwischen der aktuellen RC212V und der Maschine für die kommende Saison macht Stoner naturgemäß im Motor aus. "Das generelle Gefühl für das Bike ist genau das gleiche", sagt er und fügt an: "Der Unterschied ist, dass die 1.000er wesentlich mehr Kraft hat. Als Fahrer kannst du das Hinterrad noch im vierten Gang und an einigen Stellen sogar im fünften Gang durchdrehen lassen. Das ist mit der 800er nicht möglich."

An der Charakteristik seines künftigen Arbeitsgeräts hat der aktuelle WM-Leader jedenfalls eine Menge Spaß wie er sagt: "Meiner Meinung macht die Maschine viel mehr Freude, weil einfach mehr Leistung zur Verfügung steht, mit der man spielen kann." Den Motor bezeichnet Stoner als "fantastisch". Man habe jederzeit eine sehr gute Beschleunigung, "manchmal sogar eine zu gute", wie er sich ausdrückt.

Umstellungsprobleme erwartet der Australier indes nicht. "Wenn du eine 800er fahren kannst, dann kannst du auch eine 1.000er fahren", ist er sich sicher. Was die Auswirkungen auf das Renngeschehen in der MotoGP-Saison 2012 betrifft, so hält sich der Weltmeister des Jahres 2007 bedeckt. "Ich denke, das Fahren wird mehr Spaß machen. An der Leistungsdichte im Feld wird sich meiner Meinung nach aber nicht viel ändern."

1.000er nicht gefährlicher als die 800er

Für die kommende Saison rechnet der Honda-Werkspilot damit, dass die 350-km/h-Schallmauer in Sachen Topspeed geknackt werden kann. "Wir sollten die 350er-Marke erreichen könne, vielleicht sogar darüber hinaus gehen können", sagt er und räumt mit einem Vorurteil auf: "In der Vergangenheit hat es die Theorie gegeben, dass mehr Speed auch mehr Gefahr bedeutet. Das stimmt aber nicht."

In Wahrheit sei die 800er sogar gefährlicher als die 1.000er. "Mit der 1.000er-Maschine musst du früher bremsen, weil du auf den Geraden schneller bist. Es ist ganz sicher nicht gefährlicher, damit zu fahren", findet der Australier und erklärt, dass der Unterschied in puncto Kurvengeschwindigkeit nur anhand der Telemetrie-Aufzeichnungen auszumachen sei. "Den eigentlichen Zeitgewinn mit der 1.000er erzielst du auf den Geraden."

Die Vorstellung der Yamaha-Piloten am Montag in Brünn überraschte Stoner keineswegs. Weltmeister Lorenzo lag unterm Strich weniger als eine Zehntelsekunde zurück. Lorenzos Teamkollege Ben Spies verlor mit 0,138 Sekunden Rückstand auf Stoner nur unwesentlich mehr. Im Unterschied zum Australier und zum Spanier stieg Spies am Nachmittag allerdings nicht mehr auf das Motorrad.

"Die Yamaha-Zeiten haben mich nicht unbedingt überrascht", versichert Stoner und begründet: "Ihre 800er-Maschine ist speziell auf einer Strecke wie dieser genauso stark wie unsere. Ich glaube aber, dass wir ohne das Chattering noch ein wenig schneller hätten fahren können."

Fotoquelle: Honda

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