Kommendes Jahr wird die MotoGP offensichtlich nicht am Sachsenring starten

MotoGP 2011

— 13.09.2011

Paukenschlag: Sachsenring gibt auf

Der ADAC Sachsen hat das Ringen um die Austragung des Deutschland Grand Prix aufgegeben: 2012 kein MotoGP-Rennen am Sachsenring!

Seit 1998 gastierte der Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring. Nach monatelangem Kampf mit der Dorna zog der Veranstalter, der ADAC Sachen, nun endgültig die Reißleine und beendete die Gespräche ohne Erfolg. ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk erklärt in einer Stellungnahme: "Zu aller erst: über diese jüngsten Entwicklungen sind wir sehr enttäuscht."

"Der ADAC hat lange um den Erhalt des WM-Laufes auf dem Sachsenring gekämpft. Mit viel Herzblut haben wir den deutschen Motorrad WM-Lauf dorthin gebracht und dieser hat sich auf dem Sachsenring dank der zigtausenden Fans zu einem wahren Mekka des Motorradrennsports entwickelt."

"Der ADAC Sachsen hat uns nun mitgeteilt, dass der Motorrad Grand Prix von Deutschland im kommenden Jahr vom ADAC Sachsen auf dem Sachsenring nicht mehr geschultert werden kann. Wir müssen diesen Umstand leider zur Kenntnis nehmen. Für die gesamte Region tut es mir sehr leid, denn der deutsche Motorrad WM-Lauf war dort in den letzten Jahren ein wichtiger und bedeutender Wirtschaftsfaktor", so Tomczyk.

Rote Zahlen trotz Zuschauerrekord

Nach dem diesjährigen Rennen am Sachsenring wurde den Zuschauern verkündet, dass das Rennen auch 2012 in der Region bleiben wird. Unterzeichnet war zu dem Zeitpunkt aber nichts. Trotz Zuschauerrekord schrieb man rote Zahlen. Zeitgleich erhöhte die Dorna ihre Forderungen von eineinhalb auf drei Millionen Euro.

"Unserer Meinung nach liegt die Ursache in der Region Sachsen und dem Sachsenring begründet", erklärt Tomczyk. "Zum einen handelt es sich beim Sachsenring originär um eine nicht-permanente Rennstrecke. Dies bedeutet vor allem höhere Kosten gegenüber einer permanenten Rennstrecke, um den Sachsenring für die Motorrad-Veranstaltungstage mit WM-Prädikat umzurüsten."

"Zum anderen würden bereits für das kommende Jahr signifikante Kosten für einen umfangreichen Bauaufwand anfallen, da 2012 für den Sachsenring keine gültige Streckenabnahme der FIM mehr besteht", so der ADAC Sportpräsident. Für kommendes Jahr kommt am ehesten der Nürburgring in Frage, auf dem auch die Superbike-WM gastiert. Doch auch der Lausitzring und der Hockenheimring sind im Gespräch. Ob die Fans ebenso zahlreich erscheinen werden, darf angezweifelt werden.

2012: MotoGP am Nürburgring?

"Das WM-Prädikat liegt beim ADAC in München. Wir werden aufgrund dieser neuesten Entwicklungen nun nach einer geeigneten Rennstrecke als auch einem entsprechenden sportlichen Ausrichter für den deutschen Motorrad WM-Lauf suchen", beschreibt Tomczyk. "Wir werden die Öffentlichkeit selbstverständlich informieren, sobald es eine definitive Entscheidung geben wird. Bitte geben sie uns einige Wochen Zeit, um eine entsprechende Lösung erarbeiten zu können."

Laut der 'Freien Presse' betrug der Verlust am Sachsenring 850.000 Euro, obwohl man 1,25 Millionen Euro eingespart hatte und die Ticketpreise um zehn Prozent anhob. Die Zuschauerzahlen stiegen Jahr für Jahr und gipfelten in der Rekordmarke von 230.133 Besuchern. Bei den Rennen am Nürburgring drehten die Piloten ihre Runden vor schwach besetzten Rängen.

"Ziel ist es definitiv, auch 2012 einen deutschen Motorrad-Lauf im WM-Kalender zu haben. Gerade auch aufgrund der derzeitigen sportlichen und wohl auch zukünftig zu erwartenden Leistungen unserer deutschen Rennfahrer, wäre es mehr als schön einen Heim Grand-Prix austragen zu können", so Tomczyk.

Gegenüber dem 'MDR' teilte der Beigeordnete Lars Kluge mit, dass man sich wohl oder übel auf das Jahr 2013 konzentrieren muss: "Wenn die Absage des ADAC für das kommende Jahr tatsächlich endgültig sei, müsse man das schweren Herzens akzeptieren. Spätestens bis 2013 solle der Deutschland-Grand-Prix aber auf den Sachsenring zurückkehren."

Fotoquelle: Bridgestone

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