Honda-Pilot Casey Stoner meisterte die Bedingungen perfekt

MotoGP 2011

— 22.09.2011

Die Aragon-Analyse von Bridgestone

Im Motorland Aragon in Spanien spielte das Verhältnis zwischen Haltbarkeit und Aufwärmverhalten der Reifen eine entscheidende Rolle

Zum zweiten Mal gastierte die MotoGP am vergangenen Wochenende im Motorland Aragon. Bridgestone hatte sich für die gleichen Reifenmischungen wie im Vorjahr entschieden. Vorne standen die Mischungen medium und extrahart zur Verfügung, sowie die neue soft-Version. Beim Hinterreifen konnte man zwischen soft und medium wählen. Der Reifenverschleiß stellte sich als kritisch heraus. Mehrere Fahrer berichteten, dass die Pneus nach wenigen Runden stark nachließen. Casey Stoner hatte keine Probleme und stellte einen neuen Qualifyingrekord und einen neuen Rundenrekord im Rennen auf. Masao Azuma, der Chefingenieur von Bridgestone, analysiert das Wochenende aus Reifensicht.

Frage: "Was kannst du über den Reifenverschleiß im Rennen berichten?"
Masao Azuma: "Der Reifenverschleiß war im Rennen sicher ein entscheidender Faktor. Er lag aber im Bereich der Erwartungen. Bei einigen Leuten war der Verschleiß stärker, aber man konnte beispielsweise bei Casey sehen, dass die Zeiten ab Rennmitte langsamer wurden, aber sehr konstant und kontrollierbar waren."

"Auf diesem Motorsport-Level ist die Reifenwahl immer eine Balance zwischen Aufwärmverhalten und Haltbarkeit. Man maximiert eine Charakteristik auf Kosten der anderen. Für diese Saison haben die Fahrer speziell ein besseres Aufwärmverhalten verlangt, damit es in den ersten Runden sicherer ist. Sie waren glücklich damit, dass das etwas auf Kosten der Haltbarkeit über die Distanz ging. Genau das haben wir am Sonntag gesehen."

"Wenn man sich die Rundenzeiten ansieht, dann war das Aufwärmverhalten sehr gut, obwohl die Streckentemperatur um 13 Grad kühler als im Vorjahr war. Casey fuhr bereits in der zweiten Runde unter dem Rundenrekord von 2010. Den neuen Rekord stellte er im vierten Umlauf auf. Die zehn schnellsten Fahrer drehten ihre Bestzeiten innerhalb der ersten sechs Runden. Man kann beim Aufwärmverhalten nicht mehr verlangen."

"Der Nebeneffekt dieser Tatsache ist, wie die Fahrer wissen, dass die Reifen später im Rennen nachlassen, weil die Haltbarkeit nicht so gut ist. Der Asphalt und die Bedingungen verstärkten zusätzlich den Verschleiß in Aragon. Am Freitag war der Kurs sehr schmutzig und der Verschleiß war deshalb wie erwartet sehr hoch. Als sich die Verhältnisse über das Rennwochenende besserten, ging auch der Verschleiß zurück."

"Im Rennen war es neben der Ideallinie aber immer noch sehr schmutzig. Die Fahrer, die in Kämpfe verwickelt waren, hatten deshalb einen höheren Verschleiß, weil sie oft neben die Ideallinie kamen. Der Reifenverschleiß war am Sonntag kein Problem, sondern lag an all diesen Gründen."

Frage: "Warum wurde beim Vorderreifen eine Mischung übersprungen?"
Azuma: "Wir wussten aus dem Vorjahr und von unseren Analysen, dass bei dieser Charakteristik der Strecke eine gute Stabilität beim Vorderrad sehr wichtig ist. Das ist speziell in den Bremszonen der Bergabpassagen entscheidend. Außerdem ist die Haltbarkeit wichtig. Die medium und die extraharte Mischung haben ein ähnliches Temperaturarbeitsfenster. Sie können also bei den gleichen äußeren Bedingungen eingesetzt werden."

"Wir entschieden uns für die medium Mischung, weil sie mehr Grip bietet. Sie funktionierte sehr gut für Alvaro Bautista und Suzuki. Die extraharte Variante bot mehr Stabilität und eine bessere Haltbarkeit. Bei den vorherrschenden Bedingungen wählte der Großteil des Feldes diese Variante."

Fotoquelle: Bridgestone

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