Jorge Lorenzo ringt in einem spannenden Rennen das Honda-Werksduo nieder

MotoGP 2012

— 08.04.2012

Lorenzo gewinnt Saisonauftakt in Katar

Jorge Lorenzo gewinnt den Saisonauftakt in Katar vor dem Honda-Duo Dani Pedrosa und Casey Stoner - Stefan Bradl fährt bei seinem Debüt auf Platz acht

Beim Nachtrennen in Katar gab es gleich mehrere Premieren in der MotoGP. Zum ersten Mal traten die neuen Prototypen mit 1.000 Kubikzentimetern Hubraum gegeneinander an. Moto2-Weltmeister Stefan Bradl feierte sein Debüt in der Königsklasse und erstmals waren die neuen Claiming-Rule-Motorräder am Start. An der Spitze blieb alles gleich: Jorge Lorenzo (Yamaha), Casey Stoner und Dani Pedrosa (Honda) machten sich den Sieg untereinander aus. Schließlich setzte sich Lorenzo durch und feierte seinen ersten Sieg in Katar. Pedrosa wurde Zweiter, gefolgt vom amtierenden Weltmeister aus Australien.

Bradl (LCR-Honda) lag bei seinem Debüt lange auf dem sechsten Platz und kam schließlich als Achter über die Linie. Dagegen enttäuschte Valentino Rossi auf ganzer Linie. Der Superstar war mit seiner Ducati um rund zwei Sekunden pro Runde langsamer als die Spitze und wurde abgeschlagen Zehnter. Die inoffizielle Claiming-Rule-Wertung entschied Routinier Colin Edwards mit der Suter-BMW für sich.

Raketenstarter Pedrosa preschte beim Start nach vor und bog als Erster in die erste Kurve ein, doch Lorenzo war auf der Außenbahn und übernahm die Führung. Hinter Pedrosa sortierte sich Stoner als Dritter ein, gefolgt von Ben Spies (Yamaha), Andrea Dovizioso (Tech-3-Yamaha), Nicky Hayden (Ducati), Cal Crutchlow (Tech 3) und Bradl. Am Ende der ersten Runde schnappte sich der Deutsche Hayden und war Siebter. Die Top 3 konnten sich gleich vom Feld absetzen, während Rossi nach der ersten Runde Zehnter war. Bester Claming-Rule-Fahrer nach der Startphase war Yonny Hernandez (Avintia) als 13.

Bradl setzte seine starke Leistung fort und schnappte sich in der zweiten Runde Spies und war schon Sechster. Diesen Platz hielt der Moto2-Weltmeister in der Anfangsphase souverän. An der Spitze hatte sich Stoner nach dem verhaltenen Start am Ende der zweiten Runde seinen Teamkollegen geschnappt und übte Druck auf Lorenzo aus.Einen Umlauf später überholte der Weltmeister auf der Zielgeraden den Spanier und übernahm die Führung.

Hinter den Top 3 drehte das Tech-3-Duo seine Runden. Knapp dahinter folgte Bradl auf Platz sechs. Rossi kam dagegen nicht von Platz zehn nach vor. Der Superstar hatte Probleme. In der fünften Runde wurde er von Hector Barbera (Pramac-Ducati) überholt und kam dabei von der Strecke ab. Dadurch fiel der neunfache Weltmeister auf den zwölften Platz zurück und war letzter Prototypen-Fahrer. Auch bei Spies lief es nicht nach Wunsch. Der US-Amerikaner fiel hinter Alvaro Bautista (Gresini-Honda) und Hayden auf Rang neun zurück.

Nach dem ersten Renndrittel hatte sich das Feld sortiert. Stoner führte eine Sekunde vor den beiden Spaniern Lorenzo und Pedrosa. Weitere fünf Sekunden dahinter lieferte sich das Tech-3-Duo ihr Privatduell um Platz vier. Bradl beobachtete das mit einem Rückstand von drei Sekunden. Der Deutsche fuhr als Sechster alleine und hatte keinen direkten Gegner. Um Platz sieben kämpften Barbera und Hayden um die Ehre, die beste Ducati zu sein. Rossi war Zwölfter und fuhr pro Runde zwei Sekunden langsamer als Stoner.

Die Positionen waren bezogen. Einzig das Tech-3-Duo zeigte einige Überholmanöver. Rossi verbesserte sich ebenfalls auf Rang zehn, denn Spies hatte ebenfalls große Probleme und fiel auf Platz elf zurück. Edwards war bei Rennhalbzeit als Zwölfter weiterhin bester Claming-Rule-Fahrer, während Hernandez und Randy de Puniet (Aspar ART) um den Verfolgerplatz kämpften. Karel Abraham musste seine Ducati an der Cardion-Box abstellen. Michele Pirro parkte seine Gresini FTR-Honda ebenfalls an der Box.

Bradl fällt zurück

In der zweiten Rennhälfte zeigte sich, wer mit den Reifen am besten klarkam. Bradl konnte sein Tempo nicht halten und wurde um rund eine Sekunde langsamer. Die Verfolger Hayden und Bautista holten sieben Runden vor Schluss den Deutschen langsam, aber kontinuierlich ein. Sechs Runden vor Schluss war Bradl eingeholt. Zwei Umläufe später wurde der Deutsche von Barbera schließlich überholt.

Auch an der Spitze wurde es in der Schlussphase wieder spannend. Stoner stand oft quer und Lorenzo sowie Pedrosa kamen an den Weltmeister wieder heran. Das Führungstrio war wieder beisammen. Vier Runden vor Schluss schnappte sich Pedrosa in der ersten Kurve Lorenzo. Wenige Kurven später drückte sich der Yamaha-Star aber wieder vorbei. Am Ende der Runde ging Lorenzo auch an Stoner vorbei und lag in Führung.

Lorenzo hatte noch etwas in der Hinterhand und legte im Infield einige Meter zwischen sich und das Honda-Duo. Pedrosa schnappte sich ebenfalls Stoner und war Zweiter. Lorenzo war jedoch schon um eine Sekunde entschwunden und hatte alles unter Kontrolle. Bis ins Ziel ließ er nichts mehr anbrennen und feierte seinen ersten Sieg in Katar.

"Ich habe es versucht und war immer dran", freut sich Lorenzo. "Ich habe nie aufgegeben. Casey war zu Beginn sehr schnell, aber dann ist er langsamer geworden. Es wird ein hartes Jahr werden." Pedrosa sorgte schließlich für einen spanischen Doppelsieg. "Mein Start war der Schlüssel. Ich konnte gute Rundenzeiten fahren und mit Casey und Jorge kämpfen. Gegen Ende war Jorge etwas cleverer mit dem Überholmanöver an Casey. Trotzdem bin ich zufrieden", so der Spanier. Weltmeister Stoner musste sich nach langer Führung mit dem dritten Platz zufrieden geben.

Das Spitzentrio fuhr in einer eigenen Liga, denn der Rest der Welt kam erst 16 Sekunden später über die Ziellinie. Crutchlow entschied knapp das Tech-3-Duo für sich und wurde Vierter. In der großen Verfolgergruppe wurde bis zur Ziellinie gekämpft. In den letzten Runden duellierten sich Hayden und Barbera um den sechsten Platz. Schließlich verbremste sich der Spanier zu Beginn der letzten Rund ein Kurve eins und viel auf Rang neun zurück.

Somit kam Hayden als Sechster ins Ziel, musste sich aber bis zur Linie aber gegen Bautista wehren. Bradl wurde bei seinem MotoGP-Debüt Achter. "Es war cool und hat mir Spaß gemacht. Ich hatte einen guten Start, bin aber lange alleine gefahren. Kurz bevor mich Bautista und Hayden geschnappt haben, habe ich einen Fehler gemacht. Dumm gelaufen, daraus kann man lernen", lautet das Fazit des Deutschen. Blass blieben Rossi und Spies. Der neunfache Weltmeister hatte als Zehnter 33 Sekunden Rückstand auf Lorenzo. Der Texaner lag fast eine Minute zurück und kam als Elfter über die Linie.

Die inoffizielle CRT-Wertung entschied Edwards auf Platz zwölf souverän für sich. Der Routinier verlor in den 22 Rennrunden insgesamt 58 Sekunden. Schließlich konnte sich noch de Puniet gegen Hernandez durchsetzen und wurde 13. beziehungsweise Zweiter. Aleix Espargaro sah die Zielflagge hinter dem Kolumbianer als 15. Die letzten Plätze belegten Ivan Silva (Avintia), Mattia Pasini (Speed Master) und James Ellison (PBM ART).

Das nächste Rennen findet am 29. April in Jerez (Spanien) statt.

Fotoquelle: Yamaha

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