Die Wasserverdrängung eines Intermediate-Reifens wäre zu gering

MotoGP 2012

— 30.04.2012

Bridgestone: Ist ein Intermediate wirklich überflüssig?

In der MotoGP gibt es keine Intermediate-Reifen, obwohl sie in Jerez durchaus sinnvoll gewesen wären - Andrea Dovizioso erklärt, warum man darauf verzichten kann

Das Wetter am Rennwochenende in Jerez stellte die MotoGP-Piloten vor die nicht gerade leichte Aufgabe, ihre um die 250 PS starken Maschinen auf nasser sowie teilweise nasser Strecke auf Kurs zu halten. Während in den Trainings meist Regenreifen aufgezogen wurden, besserte sich am Sonntag das Wetter und ermöglichte den Piloten, auf Trockenreifen zu starten.

Jerez ist ein Kurs, der sehr schnell abtrocknet. Doch neben der Ideallinie behaupten sich nasse Stellen hartnäckig, auch wenn die Ideallinie schon lange trocken ist. Für nicht ganz nasse, aber auch nicht richtig trockene Verhältnisse gibt es deshalb in vielen Serien Intermediate-Reifen, die schneller auf Temperatur kommen und mehr Wasser verdrängen als Slicks, bei richtig nassen Bedingungen aber nicht an einen Regenreifen herankommen.

Bridgestone hält solch einen Reifen in der MotoGP für überflüssig. "Bridgestone hat nie einen Intermediate angeboten. Selbst als es noch einen Reifenwettbewerb mit Michelin gab, hat Bridgestone keinen Intermediate angeboten", erklärt Andrea Dovizioso. "Manchmal wäre ein Intermediate im Training nützlich. Im Rennen würde er aber nie funktionieren."

"Am Wochenende hätte ein Intermediate in Jerez funktioniert", analysiert der Tech-3-Pilot. Doch im Vergleich zu Jorge Lorenzo, der sich für eine Wiedereinführung dieses Reifens stark macht, kommt Dovizioso auch ohne ihn aus. "Die Fahrer müssen sich darauf einstellen. Es ist nicht so wichtig."

Die Begründung ist einfach: Ein Intermediate ist laut Dovizioso lediglich im Training von Vorteil. Im Rennen wäre er überflüssig. "Heutzutage wäre es unmöglich, mit einem Intermediate ein Rennen zu gewinnen", bemerkt der Italiener. "Wenn es nass wird, kann man mit den Intermediates nicht mehr fahren. Deswegen machen sie keinen Sinn."

Lorenzo geht nicht davon aus, dass sich an der Situation etwas ändern wird, gibt aber zu bedenken: "Wir haben nur Regenreifen und Slicks. Wir müssen mit ihnen umgehen. Für eine schnelle Runde im Qualifying kann man drei verschiedene Regenreifen verwenden, aber nur für eine Runde. Wir haben derzeit keine Intermediates, weil die Philosophie von Bridgestone so ist."

"Wir müssen damit klarkommen. Wir haben Freitag darüber in der Sicherheitskommission diskutiert. Ich fragte Loris (Capirossi, Sicherheitsbeauftragter; Anm. d. Red.) und Carmelo (Ezpeleta), ob wir in Zukunft Intermediates haben können, aber sie sagten, dass Bridgestone dagegen ist. Ich glaube nicht, dass wir in Zukunft Intermediates haben werden", so der Spanier.

"Es kommt sehr selten vor, dass man weder den einen noch den anderen Reifen verwenden kann", analysiert Landsmann Dani Pedrosa. "Wenn es so ist, dann ist es schwierig zu entschieden, welche Reifen man nimmt. Ein Fahrer ist mit Slicks hinausgefahren und war am Limit, aber auch mit den Regenreifen ist es nach drei Runden hart. Es ist nicht einfach, in diesen Bedingungen zu fahren. Vielleicht brauchen wir Intermediates, aber wie Jorge gesagt hat, wird es keine geben."

Ducati-Werkspilot Nicky Hayden ist es gewohnt, wenn es etwas mehr rutscht. Der ehemalige Dirt-Track-Pilot vertritt eine ähnliche Meinung wie Dovizioso: "Ich denke nicht, dass wir Intermediates brauchen. Vielleicht für das Training oder das Qualifying, aber wir könnten nie ein Rennen mit Intermediates fahren."

Fotoquelle: Honda

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