Jorge Lorenzo und Crewchief Ramon Forcada sind seit 2008 ein Team

MotoGP 2012

— 11.05.2012

Lorenzo: Die Arbeit mit Crewchief Ramon Forcada

Seit dem MotoGP-Einstieg 2008 sind Jorge Lorenzo und Ramon Forcada ein eingeschworenes Team, das auf 18 Siege und einen Fahrertitel zurückblickt

Der Aufstieg von Jorge Lorenzo in die MotoGP brachte 2008 reichlich Schwung in die Königsklasse der Motorrad-WM. Nach zwei Weltmeistertiteln bei den 250ern galt der Spanier als Rohdiamant. Bereits im ersten MotoGP-Rennen fuhr er auf die Pole-Position und rüttelte an Valentino Rossis Vormachtstellung im Yamaha-Werksteam.

Von großer Bedeutung war von Anfang an Crewchief Ramon Forcada. Der Spanier erleichterte den MotoGP-Einstieg des damals 20-Jährigen ungemein. "Er sagt mir, was er braucht und ich versuche, es für ihn umzusetzen", erklärt Forcada gegenüber 'MotoMatters.com'. Lorenzo kannte seinen jetzigen Crewchief zu Zweitaktzeiten noch nicht.

"Ich habe Ramon mit meinem Manager ausgesucht. Wir haben uns für ihn entschieden und bei Yamaha angefragt", berichtet er. "Er war bei Sito Pons und ein Spanier, was sehr wichtig ist." Im Team wird aber in der Regel englisch gesprochen.

Viele Nationen im Team

"Wir reden englisch, weil wir im Team einen Federungsexperten, der Australier ist, die japanischen Techniker und einen deutschen Reifenexperten haben", schildert Forcada. "Die Mechaniker und der Telemetrieexperte sind Italiener, deshalb ist Englisch die gemeinsame Sprache." Lorenzos Englischkenntnisse waren anfangs begrenzt. "Ich versuche es, manchmal muss er mir aber helfen, englisch zu sprechen", gibt er offen zu.

"Englisch ist nicht unsere Muttersprache", weiß auch Forcada. "Etwas grob zu erklären ist möglich, doch Details, kleine Dinge, die man präzise ausdrücken muss, besprechen wir in Spanisch, weil ich dann exakt weiß, was er meint. Er kann sich sicher sein, dass ich ihn exakt verstanden habe bei dem, was er mir mitteilen wollte. Normalerweise sprechen wir aber mit dem Team englisch."

Als Yamaha Ende 2007 bei Forcada anklopfte, zögerte er keine Sekunde mit der Zusage. "Ich habe direkt ja gesagt, weil ich wusste, dass es eine gute Chance war", erinnert er sich. "Es war klar, dass er ein guter Fahrer mit einem großen Potenzial war. Man konnte von außen recht einfach erkennen, dass sein Fahrstil auf der Aprilia zur Charakteristik der Yamaha passen könnte. Man konnte ihn sich sehr einfach auf der Yamaha vorstellen."

"Von dem, was ich von Valentino und Colin gesehen habe, wie sie gefahren sind, konnte man sich ihn auf der Yamaha gut vorstellen. Es war sicher einfacher als bei der Ducati. Zu dem Zeitpunkt fuhr Casey die Ducati und es war schwierig und unterschied sich von seinem Stil auf der Aprilia", so Forcada.

Lorenzo hat klare Vorstellungen

"Beim ersten Rennen in Katar 2008 haben wir die Pole-Position geholt, was bedeutete, dass unser Team, nicht nur ich sondern der spanische Ingenieur, der Federungsexperte, der Reifenexperte und alle anderen recht schnell verstanden haben, was er benötigt", erklärt Forcada. "An Jorge begeistert mich, dass er weiß, was er benötigt, um schnell zu sein."

"Danach geht es darum, das zu erreichen, was schwieriger ist. Wenn er denkt, mehr Beschleunigung, ein besseres Umlenken oder ein besseres Bremsverhalten zu benötigen, um schnell zu sein, dann ist das gut, weil wir sicher schneller werden, wenn wir uns auf diesen Punkt konzentrieren", erläutert der Crewchief des Spaniers.

"Deswegen haben wir am Anfang mehr Spanisch geredet, weil die Kommunikation zwischen Fahrer und Team sehr wichtig ist und man sich verstehen muss. Wenn der Fahrer über das Kurvenverhalten spricht, ist es sehr wichtig zu wissen, ob er den Kurveneingang meint, den Kurvenscheitel oder den Kurvenausgang", bemerkt er.

"Das war von Beginn an einfach, weil wir gut verstanden haben, was für ein Motorrad er für seinen Fahrstil benötigt. Haben wir eine Stärke entdeckt, wurde dieser Punkt verbessert. Die Schwächen mussten wir minimieren. Das war nicht allzu schwierig", berichtet Forcada. Lorenzo selbst kam auf Anhieb gut in der MotoGP zurecht, wurde aber Mitte der Saison 2008 von schweren Stürzen gebremst, die ihn die Chancen auf den Titel nahmen.

Abstimmungsarbeit

"Im ersten Jahr hatten wir nicht wirklich ein Problem, aber Schwierigkeiten bei der Abstimmung. Bei den Vorsaisontests und den ersten drei Rennen war ich ziemlich schnell und konnte um den Sieg kämpfen. Wir haben das Motorrad nicht allzu sehr verändert. Schon mit den anderen drei Marken in der 125er und 250er habe ich die Motorräder nicht so viel verändert. Ich wollte das Maximum aus dem Motorrad herausholen, ohne etwas zu ändern", schildert der spätere MotoGP-Champ.

"Doch als ich viele Stürze und schlechte Ergebnisse hatte und nicht konkurrenzfähig war, habe ich nach etwas mehr gefragt", sagt Lorenzo. "Ich habe Ramon gebeten, Leistung herauszunehmen und die Elektronik in der Kurve mehr zu nutzen. Wir haben das Motorrad in beinahe jeder Session verändert." In seiner dritten MotoGP-Saison holte sich Lorenzo seinen bisher einzigen Titel in der Königsklasse.

Fotoquelle: Yamaha

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