Jorge Lorenzo hat das Regenrennen in Le Mans souverän dominiert

MotoGP 2012

— 20.05.2012

Lorenzo triumphiert im Regen von Le Mans

Jorge Lorenzo dominiert das Regenrennen in Frankreich und übernimmt mit dem Sieg wieder die WM-Führung - Valentino Rossi schlägt Casey Stoner und wird Zweiter

Das Regenrennen in Le Mans war eine klare Angelegenheit für Jorge Lorenzo. Der Spanier setzt sich nach dem Start an die Spitze, baute sich einen Vorsprung aus und fuhr seinen zweiten Saisonsieg sicher ins Ziel. Damit hat der Yamaha-Werksfahrer auch die Führung in der WM-Wertung übernommen und hat nun acht Zähler Vorsprung auf Casey Stoner (Honda). Der Australier wurde in der Schlussphase von Valentino Rossi angegriffen und geschlagen. Nach einem Jahr kletterte der Superstar wieder einmal aufs Podium und feierte mit Platz zwei sein bestes Ergebnis seit er für Ducati fährt. Stoner komplettierte als Dritter das Podium. Rookie Stefan Bradl (LCR-Honda) holt als Fünfter sein bestes MotoGP-Ergebnis.

Wie gewohnt gewann Dani Pedrosa (Honda) den Start und bog als Erster in die enge Schikane ein. Stoner folgte als Zweiter vor Lorenzo, der sich gegen Andrea Dovizioso (Tech-3-Yamaha) durchsetzte. Rossi war Fünfter. Stark gestartet war auch Bradl, der sich auf Position sieben verbesserte. Großes Pech hatte Lokalmatador Randy de Puniet (Aspar). Beim Start stürzte der Franzose auf der Geraden in der Beschleunigungsphase. Er lief an die Box und fuhr mit dem Ersatzmotorrad los. Im Laufe der ersten Runde schnappte sich Lorenzo die beiden Honda und übernahm die Führung. Rossi war ebenfalls stark und verbesserte sich auf Platz vier. Bradl war hinter dem Tech-3-Duo Siebter.

Im Regen war die Ducati deutlich stärker als im Trockenen und Rossi fuhr wie in alten Zeiten. Der Italiener machte Druck auf Pedrosa und kämpfte um Platz drei. Das Podest war in der Anfangsphase in Reichweite. In der dritten Runde überholte er schließlich den Spanier und machte sich auf die Verfolgung von Weltmeister Stoner. Lorenz erhöhte an der Spitze das Tempo fuhr und im dritten Umlauf um 1,5 Sekunden schneller als der Rest der Welt. Dagegen war sein Teamkollege Ben Spies wieder einmal nirgendwo. Der Texaner kämpfte mit den Claiming-Rule-Fahrern rund um Platz 15.

Rossi konnte Stoner auch einholen. Zum ersten Mal seit Jerez im Vorjahr kämpften die beiden Champions im direkten Duell gegeneinander. Das Tech-3-Duo ließ sich aber nicht abschütteln und vier Fahrer kämpften um Platz zwei. Vorne zog Lorenzo seine eigene Show ab. Pedrosa und Bradl duellierten sich um den sechsten Rang. Der Deutsche hatte sich vor seinem ersten Regenrennen vorgenommen, die erfahrenen Piloten zu beobachten und natürlich keine Fehler zu machen. Nach sieben Runden steuerte Spies die Yamaha-Box an und fuhr mit großem Rückstand weiter. Ein weiterer Grand Prix zum Vergessen.

Bis Runde elf hatte sich Lorenzo einen Vorsprung von 3,6 Sekunden auf Stoner herausgefahren. Der Australier konnte sich dafür leicht von Rossi absetzen, der unter Druck von Cal Crutchlow kam. Dovizioso beobachtete das Geschehen als Vierter. Pedrosa und Bradl hatten bereits den Anschluss verloren. In Runde zwölf überholte Crutchlow schließlich Rossi und Dovizioso zog auch gleich nach. Das Tech-3-Duell fand auch seine Fortsetzung, denn "Dovi" schnappte sich den Briten und war Dritter.

Mittlerweile zog Stoner das Tempo an und verkürzte seinen Rückstand auf Lorenzo auf 2,7 Sekunden. Der Spanier reagierte aber seinerseits und fuhr in Runde 14 wieder die gleiche Zeit wie Stoner. Rossi hatte auch noch nicht aufgegeben und überholte Crutchlow zurück. Dovizioso konnte er zunächst nicht knacken, aber das Trio Dovizioso/Rossi/Crutchlow lieferte sich einen harten Dreikampf um Platz drei. Daraus wurde zehn Runden vor Schluss ein italienisches Duell, denn Crutchlow stürzte. Er konnte weiterfahren, war aber auf Rang acht zurückgefallen.

Rossi kämpft Stoner nieder

Rossi nutzte die Gelegenheit und schnappte sich den letzten Podestplatz. Anschließend holte der neunfache Weltmeister auf Stoner auf. Bis zu einer halben Sekunde war Rossi schneller. Fünf Runden vor dem Ziel war der Anschluss geschafft. Drei Runden vor dem Ziel ging der Italiener in der Schikane nach Start-und-Ziel an Stoner vorbei, doch der Australier konnte sofort kontern. Einen Umlauf später probierte es Rossi erneut, doch Stoner ging sofort wieder vorbei.

In der Schikane nach Start-und-Ziel klappte schließlich das Überholmanöver und die Entscheidung war gefallen. Stoner konnte in der letzten Runde nichts mehr machen. An der Spitze war ohnehin alles klar. Lorenzo fuhr den überlegenen Sieg sicher ins Ziel und übernahm damit auch wieder die WM-Führung. Nach Katar war es der zweite Saisontriumph für den Spanier. Rossi sicherte den zweiten Platz bis ins Ziel ab. Ein Jahr nach seinem bislang einzigen Podestplatz auf Ducati folgte nun sein bestes Ergebnis für die italienische Traditionsmarke.

Stoner fuhr als Dritter über die Linie und setzte seine Podestserie fort. Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher und Dakar-Sieger Stephane Peterhansel überreichten den Siegern ihre Trophäen. In der zweiten Rennhälfte konnte sich Pedrosa gegen Bradl klar durchsetzen und kam auf Platz vier über die Linie. Der Deutsche machte keine Fehler und holte mit dem fünften Rang wieder ein überzeugendes Ergebnis. In der Schlussphase holte zwar noch Nicky Hayden (Ducati) auf, doch der US-Amerikaner musste sich um drei Zehntelsekunden geschlagen und mit der sechsten Position zufrieden geben.

Beide Tech 3 im Kiesbett

Die gute Vorstellung des Tech-3-Duos wurde schließlich durch Stürze getrübt. Kurz vor Schluss ging auch Dovizioso zu Boden. Wie Crutchlow konnte auch er weiterfahren. Schließlich kam der Italiener als Siebter und der Brite als Achter ins Ziel. Hector Barbera (Pramac-Ducati) und Alvaro Bautista (Gresini-Honda) komplettierten die Top 10 und hatten mehr als eine Minute Rückstand. Karel Abraham (Cardion-Ducati) gab vorzeitig an der Box auf und sammelte erneut keine WM-Punkte.

Lange Zeit war Danilo Petrucci (Ioda) bester Claiming-Rule-Fahrer. Kurz vor Schluss schied der Italiener allerdings durch Sturz aus. Dadurch kämpften James Ellison (PBM) und Mattia Pasini (Speed Master) um die Ehre, als bester CRT-Fahrer ins Parc Ferme zu dürfen. Schließlich setzte sich Ellison durch und eroberte mit Platz elf sein erstes gutes Resultat in dieser Saison.

Hinter Pasini kamen Aleix Espargaro (Aspar), Michele Pirro (Gresini-Honda) und Spies über die Linie. Sie hatten eine Runde Rückstand. Mit zwei Runden Rückstand wurden Chris Vermeulen (Suter-BMW) und Ivan Silva (Avintia) gewertet. Mehr Fahrer kamen nicht ins Ziel. Das nächste Rennen findet am 3. Juni in Barcelona statt.

Fotoquelle: Yamaha

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