Yamaha-Pilot Jorge Lorenzo hat seine WM-Führung auf 20 Punkte ausgebaut

MotoGP 2012

— 03.06.2012

Lorenzo feiert umjubelten Heimsieg

Jorge Lorenzo (Yamaha) setzt sich im Duell gegen seinen Landsmann Dani Pedrosa (Honda) durch und gewinnt in Barcelona - Stefan Bradl kommt als Achter ins Ziel

Der Grand Prix von Katalonien in Barcelona stand im Zeichen des spanischen Duells zwischen Jorge Lorenzo (Yamaha) und Dani Pedrosa (Honda). In der Schlussphase setzte sich Lorenzo durch und fuhr seinen dritten Saisonsieg sicher ins Ziel. Hinter Pedrosa wurde Andrea Dovizioso (Tech-3-Yamaha) Dritter. Die Podestserie von Weltmeister Casey Stoner (Honda) wurde beendet, denn der Australier musste sich als Vierter geschlagen geben. Superstar Valentino Rossi (Ducati) wurde vor Moto2-Weltmeister Stefan Bradl (LCR-Honda) Siebter. In der WM hat Lorenzo nun 20 Punkte Vorsprung auf Stoner und 30 auf Pedrosa.

Auch in Barcelona legte Pedrosa den besten Start hin und ging auf dem langen Sprint zur ersten Kurve in Führung. Hinter dem Lokalmatador reihten sich Ben Spies (Yamaha), Lorenzo und Stoner ein. Bradl hatte sich in den ersten Kurven vor Rossi als Achter einsortiert und schnappte sich im Laufe der ersten Runde auch noch Nicky Hayden (Ducati) für Platz sieben. Der Deutsche ging explosiv in den Grand Prix und attackierte auch gleich Cal Crutchlow (Tech 3), der auf Rang sechs zurückgefallen war. Er kam aber nicht vorbei.

In der zweiten Runde blieb die Reihenfolge an der Spitze unverändert, doch Stoner verpasste in einer Kurve die Linie und fiel hinter Crutchlow auf Rang sechs zurück. Die Seuchensaison von Spies ging weiter. Im dritten Umlauf überholte der US-Amerikaner in Kurve vier Pedrosa, doch er war zu schnell und kam außen leicht auf die Wiese und stürzte. Somit kämpften die beiden Spanier Pedrosa und Lorenzo um Platz eins. Dahinter folgte das Tech-3-Duo und Stoner. Bradl lag in der Anfangsphase auf Position sechs.

Der Deutsche wurde nach einigen Runden in eine Kampfgruppe mit Alvaro Bautista (Gresini-Honda) und dem Ducati-Duo verwickelt. An der Spitze übernahm Lorenzo zu Beginn der fünften Runde die Führung von Pedrosa. Dovizioso hielt als Dritter mit den Spaniern gut mit. Stoner, der auf Rang fünf fuhr, erhöhte seinerseits das Tempo, überholte Crutchlow für Position vier und machte Jagd auf das Spitzentrio. Bis auf das Honda-Duo waren alle Spitzenfahrer mit der weichen Hinterradmischung unterwegs.

Im ersten Renndrittel entwickelte sich das spanische Duell weiter. Pedrosa übernahm auf der Zielgeraden wieder die Führung vor Lorenzo. Einen Umlauf später verbremste sich Lorenzo in der ersten Kurve und verlor einige Meter. Somit war Dovizioso als Dritter wieder dran. Er konnte aber kein Kapital daraus schlagen und musste wieder abreißen lassen.

Drei Sekunden dahinter fuhren Stoner und Crutchlow. Weitere zwei Sekunden dahinter kam die Verfolgergruppe rund um Bautista, dem Ducati-Duo und Bradl. Die Hackordnung im Feld war zunächst bezogen. Spies konnte nach seinem Ausrutscher weiterfahren und kämpfte sich durch das Feld der Claiming-Rule-Fahrer.

Lorenzo setzt sich durch

Der Sieg wurde zwischen den beiden Spaniern entschieden. Sieben Runden vor Schluss übte Lorenzo großen Druck auf Pedrosa aus und attackierte seinen Landsmann in jeder Kurve. Die Yamaha hatte einen weichen Hinterreifen aufgezogen und die Honda einen harten. Sechs Runden vor dem Ziel zog Lorenzo in Kurve zehn am Ende der Gegengeraden erfolgreich das Überholmanöver durch, auch weil Pedrosa leicht den Bremspunkt verpasste und die Linie freigeben musste. Pedrosa konnte auf der Zielgeraden nicht kontern.

Das war auch schon die Entscheidung. Auf den letzten Runden ließ Lorenzo nichts mehr anbrennen und feierte seinen dritten Saisonsieg. Nach 2010 war es sein zweiter MotoGP-Triumph auf dem Circuit de Catalunya. Die spanischen Fans feierten den zweiten Sieg des Tages, denn in der Moto3 hatte Maverick Vinales gewonnen. In der Schlussphase war Pedrosa deutlich langsamer als Lorenzo, aber auch er fuhr den zweiten Platz problemlos nach Hause und sorgte für den iberischen Doppeltriumph.

Zum ersten Mal in diesem Jahr schaffte es eine Kundenmaschine auf das Podium. Andrea Dovizioso verlor in der Schlussphase zwar den Anschluss an die Spitze, doch er hielt die Verfolger knapp in Schach. Im fünften Rennen hat der ehemalige Honda-Fahrer die Umstellung auf die Yamaha geschafft und für das Tech-3-Team den dritten Platz erobert. Mit Leistungen wie dieser will sich der Italiener für das Werksteam im kommenden Jahr empfehlen.

Weltmeister Stoner schaffte bis zur letzten Runde den Anschluss an Dovizioso und übte auch Druck aus, doch im Zielsprint behielt "Dovi" die Oberhand. Somit musste sich der Australier mit Platz vier geschlagen geben. Bei Stoner, der ebenfalls den harten Hinterreifen hatte, war das gleiche Phänomen wie bei Pedrosa zu sehen, denn auch bei ihm brachen die Rundenzeiten gegen Ende etwas ein. Eine über ein Jahr andauernde Podestserie ist damit gerissen. In der WM hat Stoner dadurch auch etwas an Boden eingebüßt.

Crutchlow konnte den Startplatz aus der ersten Reihe nicht in eine Podestplatz umsetzen. Schließlich wurde der Brite Sechster. Knapp dahinter kam Bautista über die Linie. Superstar Rossi war als Siebter der beste Ducati-Pilot. Auf Lorenzo fehlten im Ziel 17 Sekunden. Moto2-Weltmeister Bradl fuhr in der Schlussphase ein einsames Rennen, hatte Rossi aber vor sich ständig im Blick. Als Achter setzte der Deutsche seine soliden Ergebnisse fort und sammelte wieder Punkte.

Espargaro wieder bester CRT-Fahrer

Hayden hing diesmal nicht am Hinterrad Bradls und wurde Neunter. Die Aufholjagd von Spies führte den glücklosen US-Amerikaner noch auf Platz zehn. Hector Barbera (Pramac-Ducati) und Karel Abraham (Cardion-Ducati) blieben farblos und belegten die Plätze elf und zwölf. Bei den Claiming-Rule-Fahrern setzte sich erneut Aleix Espargaro durch. Lange duellierte sich der Spanier mit seinem Aspar-Teamkollegen Randy de Puniet.

Während Espargaro den weichen Hinterreifen aufgezogen hatte, setzte der Franzose auf die härtere Lösung. Espargaro lag richtig und belegte den 13. Platz. Zweitbester CRT-Fahrer wurde Michele Pirro (Gresini) vor de Puniet. Auf den weiteren Plätzen kamen James Ellison (PBM), Mattia Pasini (Speed Master), Yonny Hernandez (Avintia), Danilo Petrucci (Ioda) und Ivan Silva (Avintia) ins Ziel. Colin Edwards (Suter-BMW) wurde mit einer Runde Rückstand gewertet. Morgen steht ein Testtag an gleicher Stelle auf dem Programm.

Fotoquelle: Yamaha

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.