Andrea Dovizioso gefällt die neue Elektronik der Yamaha

MotoGP 2012

— 04.06.2012

Barcelona-Test: Bestzeit für Dovizioso

Der Testtag in Barcelona wurde von allen Teams ausgiebig genutzt - Andrea Dovizioso fuhr die schnellste Zeit, während Cal Crutchlow einen heftigen Unfall hatte

Am Montag nach dem Grand Prix in Barcelona stand auf dem Circuit de Catalunya ein Testtag auf dem Programm. Für die MotoGP-Teams war es eine willkommene Gelegenheit, denn der letzte anberaumte Test am Montag nach dem Rennen in Portugal musste aufgrund von starken Regenfällen abgesagt werden. Auch am heutigen Montag begann der Tag nicht optimal, denn über Nacht hatte es geregnet und die Piste war feucht. In der Früh gingen deshalb nur wenige Fahrer auf die Strecke, darunter waren Ducati-Testfahrer Franco Battaini und Karel Abraham (Cardion-Ducati). Der Tscheche stürzte allerdings in seiner Aufwärmrunde.

Für die Schrecksekunde des Tages sorgte Cal Crutchlow. Auch er fuhr in der Früh hinaus und stürzte in seiner zweiten Runde in Kurve vier. Die Szenerie glich einem Trümmerfeld, doch dem Briten war abgesehen von einem Schnitt in seiner Schulter unverletzt. Sein Tech-3-Teamkollege Andrea Dovizioso bestätigte später, dass in dieser Kurve lange ein feuchter Fleck war. Crutchlow konnte später das Testprogramm wieder aufnehmen.

Die schnellste Zeit des Tages stellte Dovizioso in 1:47.997 Minuten auf. Er probierte an seiner Kunden-Yamaha eine neue Motorausbaustufe samt überarbeiteter Elektronik. Beim Motor spürte der Italiener kaum einen Unterschied zur alten Version, aber die Elektronik gefiel ihm. Beim nächsten Rennen in Silverstone wird er an einem Motorrad dieses neue Paket einsetzen. Auf Platz zwei des Klassements reihte sich Yamaha-Werksfahrer Ben Spies ein. Sein Rückstand betrug 0,146 Sekunden.

Sein Teamkollege Jorge Lorenzo landete an der achten Stelle (+0,638). Der Spanier legte den Fokus darauf, ob die zukünftige Entwicklung mehr Richtung Traktion oder für mehr Power gehen soll. Auch er testete einen neuen Yamaha-Motor, konnte aber kaum Unterschiede zur alten Version feststellen. Die Techniker möchten die Beschleunigung verbessern. Das Honda-Werksteam verfolgte ein anderes Programm.

Casey Stoner und Dani Pedrosa trainierten ausgiebig mit der neuen Vorderreifenspezifikation. Bislang standen den Fahrern zwei Reifen an den Rennwochenenden zur Verfügung. Speziell Stoner war kein Fan davon. Ab Silverstone ist diese Spezifikation dann Standard. Während die meisten Fahrer am gestrigen Sonntag mit der neuen Version gefahren sind, hatte Stoner bislang gänzlich darauf verzichtet. Er meinte aber, dass die Umstellung kein Problem darstellen wird.

Außerdem kümmerte sich das Honda-Team um das lästige Chattering, dass die RC213V seit den Wintertests plagt. Die Vibrationen hemmen derzeit auch die generelle Weiterentwicklung des Motorrades. Zu Mittag führte Stoner die Zeitenliste vor Pedrosa an. Am Ende des Testtages lag der Spanier auf Platz fünf (+0,345) und der Weltmeister auf sechs (+0,372).

Das Ducati-Werksteam setzte die Evaluierung der neuen Hinterradschwinge aus Aluminium fort. Hauptsächlich drehte sich der Test um diese neue Komponente und die Optimierung der Abstimmung. Der Zeitrückstand auf die Spitze änderte sich allerdings nicht. Nicky Hayden beendete den Tag als Zehnter (+0,944) und Valentino Rossi als Elfter (+1,255). Abraham reihte sich schließlich dahinter als Zwölfter ein. Besser lief es bei Hector Barbera mit der Pramac-Ducati, der mit der drittschnellsten Zeit (+0,189) glänzte. Beide Ducati-Kunden hatten keine neuen Teile und konzentrierten sich ausschließlich auf die Abstimmung.

Moto2-Weltmeister Stefan Bradl (LCR-Honda) kümmerte sich bei diesem Test um das Gefühl für den Vorderreifen. Am Nachmittag wurde an der Traktion am Kurvenausgang gearbeitet. Man experimentierte mit der Dämpfung und der Elektronik. Der Deutsche spulte insgesamt 62 Runden ab und reihte sich an der neunten Stelle ein (+0,772). Auch Alvaro Bautista (Gresini) arbeitete an der Dämpfung seiner Honda, die allerdings mit Showa-Material ausgerüstet ist. Der Spanier fuhr die viertschnellste Zeit (+0,189).

Bei den Claiming-Rule-Teams feierte Shane "Shakey" Byrne ein Comeback in der MotoGP. Der Brite stieg auf die Aprilia von Paul Bird Motorsport und fuhr den Großteil des Tages. Man wollte eine zweite Meinung über die ART einholen. James Ellison absolvierte nur fünf Runden mit einer neuen Hinterradschwinge. Das Speed-Master-Team mit Mattia Pasini sowie die Aspar-Mannschaft mit Randy de Puniet und Aleix Espargaro hatten neue Teile von Aprilia zur Verfügung. Sie versuchten die beste Abstimmung zu finden.

Michele Pirro feilte an der Abstimmung seiner FTR-Honda. Colin Edwards konzentrierte sich hauptsächlich um die Bosch-Elektronik seiner Suter-BMW. Das Avintia-Team fuhr wieder zweigleisig. Ivan Silva verglich den FTR-Rahmen wieder einmal mit dem Inmotec-Chassis aus Kohlefaser. Erst nach dem Test am kommenden Mittwoch in Aragon soll die Entscheidung fallen, auf welches Chassis in Zukunft gesetzt wird. Yonny Hernandez arbeitete nur am FTR-Rahmen und versuchte das Chattering zu reduzieren. Ioda und Danilo Petrucci fehlten an diesem Testtag.

Am Mittwoch steht ein Testtag im Motorland Aragon auf dem Programm.

Die Testzeiten aus Barcelona:

01. Andrea Dovizioso (Tech-3-Yamaha) - 1:41.997 Minuten (42 Runden)
02. Ben Spies (Yamaha) +0.146 (45)
03. Hector Barbera (Pramac-Ducati) +0.189 (57)
04. Alvaro Bautista (Gresini-Honda) +0.312 (46)
05. Dani Pedrosa (Honda) +0.345 (53)
06. Casey Stoner (Honda) +0.372 (51)
07. Cal Crutchlow (Tech-3-Yamaha) +0.381 (48)
08. Jorge Lorenzo (Yamaha) +0.638 (51)
09. Stefan Bradl (LCR-Honda) +0.772 (62)
10. Nicky Hayden (Ducati) +0.944 (71)
11. Valentino Rossi (Ducati) +1.255 (56)
12. Karel Abraham (Cardion-Ducati) +1.929 (46)
13. Randy de Puniet (Aspar ART) +2.329 (39)
14. Aleix Espargaro (Aspar ART) +2.490 (48)
15. Colin Edwards (Suter-BMW) +2.982 (39)
16. Michele Pirro (Gresini-Honda) +3.083 (46)
17. Yonny Hernandez (Avintia) +3.704 (52)
18. Ivan Silva (Avintia) +3.844 (56)
19. Mattia Pasini (Speed-Master ART) +3.873 (50)
20. James Ellison (PBM ART) +4.050 (54)

Fotoquelle: Yamaha

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