Die ART ist eine adaptierte Version der RSV4 aus der Superbike-WM

MotoGP 2012

— 08.06.2012

Aprilia wegen Regeländerungen nicht in der MotoGP

Für Aprilia ist die MotoGP nicht interessant, weil sich ständig die Regeln ändern - Auch die Pläne einer Einheitselektronik sind nicht nach dem Geschmack des Herstellers

Mit der Hubraumerhöhung von 800 auf 1.000 Kubikzentimetern bestand bei den Verantwortlichen die Hoffnung, dass mehr Hersteller in die MotoGP kommen würden. Das ist aber nicht passiert. Suzuki arbeitet zwar in Japan an einem Motorrad, ob die Japaner aber wirklich in absehbarer Zeit zurückkehren werden, ist offiziell noch nicht fix. Aprilia, BMW und Kawasaki sind der Königsklasse mit eigenen Prototypen fern geblieben. Bei den Claiming-Rule-Teams gibt es aber Motoren dieser Hersteller.

So steckt im FTR-Chassis des Avintia-Teams ein Motor der Ninja ZX-10R. Colin Edwards fährt ein Triebwerk der S1000RR in einem Suter-Chassis. KTM ist auch wieder da, doch die Österreicher konzentrieren sich auf die neue Moto3. Bleibt noch Aprilia. Eine adaptierte Version der Supberbike RSV4 steht mehreren Claiming-Rule-Teams unter der Bezeichnung "Aprilia Racing Technologie" (ART) zur Verfügung. Der Kaufpreis von einem Motorrad soll bei rund 1,5 Millionen Euro liegen. Zum Vergleich liegen die Leasingkosten für einen Prototypen bei rund drei Millionen.

Aprilia ist damit in der MotoGP vertreten, aber nur indirekt. Die Regeln verbieten es, dass ein Hersteller ein CR-Team betreibt, auch wenn Aprilia die Rahmenbedingungen sehr gut interpretiert hat. Warum kommt das Werk nicht offiziell zurück und engagiert sich stattdessen erfolgreich in der Superbike-WM? Technikdirektor Gigi Dall'Igna kritisiert die ständigen Regeländerungen in der MotoGP. Er ist damit einer von vielen Leuten, die die ständigen Änderungen im Regelwerk kritisieren.

"Es gibt keine Stabilität bei den Regeln. Jedes Jahr wird etwas geändert und das ist schlecht", wird Dall'Igna von der 'Gazetta dello Sport' zitiert. "Wir sind auch gegen eine Einheits-ECU. Wir machen unsere Elektronik bei uns im Haus. Es entstehen deshalb keine hohen Kosten und wir sammeln nützliche Erfahrung für unsere Straßenmaschinen. Ich spreche jetzt mehr als Fan und nicht als Techniker, aber die falschen Entscheidungen der MotoGP haben die Superbike-WM attraktiver gemacht."

Seit 2009 ist Aprilia in der Superbike-WM aktiv und konnte 2010 den WM-Titel mit Max Biaggi bei den Fahrern und den Konstrukteuren gewinnen. In der MotoGP startete Aprilia im Jahr 2003 das Projekt RS³ Cube, doch Ende 2004 wurde das Projekt eingestellt, denn die Kosten waren zu hoch und Erfolge gab es auch keine.

Fotoquelle: Bridgestone

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