Ben Spies sieht die Reifen als entscheidenden Faktor in der MotoGP

MotoGP 2012

— 08.06.2012

Spies über CRT: "Es gibt zwei Meisterschaften"

Ben Spies kritisiert nicht die Claiming-Rule-Piloten, weil sie ihr Bestes geben - Über andere Reifen könnte das Feld enger zusammengebracht werden

Der Grand Prix von Katalonien in Barcelona hat den Unterschied zwischen den Prototypen und den Claiming-Rule-Motorrädern deutlich aufgezeigt. Nachdem Ben Spies in der Anfangsphase ein kleiner Fehler passiert und er ans ende des Feldes zurückgefallen war, pflügte der Yamaha-Werkspilot durch das Feld der CRT-Piloten. Sie hatten leistungsmäßig keine Chance gegen das hochentwickelte Motorrad. Auch in der Öffentlichkeit führen die Claiming-Rule-Teams eher ein Schattendasein und werden in erster Linie als Feldfüller gesehen.

"Ich mag es nicht, jemanden zu kritisieren. Sie sind in dieser Klasse erlaubt und tun ihr Bestes", meint Spies gegenüber der 'GPWeek'. "Sie haben schon von Haus aus einen großen Nachteil, weil sie auf dieser Art von Motorrad sind. Gleichzeitig müssen sie diese Motorräder entwickeln." Dazu kommt, dass von einigen Leuten Sicherheitsbedenken geäußert wurden, da die CRT-Motorräder deutlich langsamer sind.

Auf der langen Barcelona-Zielgeraden betrug der Geschwindigkeitsunterschied rund 20 km/h. Danilo Petrucci fehlten mit dem schwachen Aprilia-Standardmotor 40 km/h auf die schnellsten Prototypen. "Auf den Geraden sind sie ziemlich langsam und sie sind auch anderen Leuten schon im Weg gestanden", so Spies. "Es ist aber nicht ihre Schuld. Sie geben ihr Bestes. Ich finde, es gibt zwei unterschiedliche Meisterschaften."

"Wir sollten alle auf den gleichen Motorrädern sitzen. Ich finde es gut, dass mehr Motorräder in der Startaufstellung stehen, aber ich würde gerne mehr Werksmaschinen sehen, oder wir finden eine andere Balance." Das große Fragezeichen betrifft das Reglement der Zukunft. Die Prototypen sollen langsamer gemacht werden und sich technisch den CRT-Bikes annähern. Die Hersteller sind aber nicht ganz dafür und die Diskussionen werden sich noch lange ziehen.

Eine Frage der Reifen

Wie viele seiner Fahrerkollegen ist Spies auch kein Fan davon. "Für mich macht es keinen Sinn, dass sie sagen, sie wollen die Motorräder langsamer machen, aber gleichzeitig erhöht man den Hubraum auf 1.000 Kubikzentimeter. Was wollen sie damit bezwecken? Wenn sie versuchen die Motorräder langsamer zu machen, dann machen sie es falsch." Während über Einheitselektronik gesprochen wird, sieht der US-Amerikaner die Reifen als Lösungsansatz.

"Wenn man meiner Meinung nach bessere Rennen sehen will, dann muss man Reifen produzieren, deren Performance um 20 Prozent geringer ist. Dann können die Motorräder diese Performance der Reifen leichter erzielen. Deshalb sind die Superbike-Rennen enger, weil deren Reifenperformance geringer ist. Alle Motorräder und alle Fahrer können leichter dieses Level erreichen. Dann machen die Fahrer den Unterschied", vergleicht Spies, der 2009 Superbike-Weltmeister war.

"Bei uns sind die Reifen so gut, dass es mehr um das Setup geht. Die Moto2-Rennen sind viel enger, weil ihre Reifen auf einem niedrigeren Level sind. Wenn man ihnen Bridgestone-Reifen geben würde, dann würde man sehen, dass das Kalex- oder Suter-Chassis viel besser ist, aber die Reifen schränken ihre Möglichkeiten ein."

Fotoquelle: Yamaha

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