Valentino Rossi stellt sich auf einen schwierigen Grand Prix ein

MotoGP 2012

— 16.06.2012

Rossi: "Habe mit der Strecke zu kämpfen"

Valentino Rossi kommt mit der Silverstone-Rennstrecke nicht perfekt klar - Er kann die Ducati nicht verzögern und dadurch die Linien nicht halten

Das Silverstone-Wochenende ist für Valentin Rossi bisher eine große Enttäuschung. Im nassen ersten Training war der Ducati-Pilot noch schnell, doch im Trockenen ging nichts mehr. Im Qualifying fehlten dem Italiener 2,1 Sekunden auf die Pole-Position. Er hatte die Zeit mit dem harten Rennreifen aufgestellt. Nach seiner eigenen Schätzung wäre es mit dem weichen Hinterreifen um eine halbe Sekunde schneller gegangen, doch das hätte ihm statt dem zehnten den neunten Startplatz eingebracht.

So steht Rossi in der vierten Reihe neben den Claiming-Rule-Motorrädern. Zudem kam auch noch ein Sturz in der "Vale"-Kurve, bei dem er unverletzt blieb. "Es war ein schwieriger Tag. Ich habe mit dieser Strecke zu kämpfen. Es fehlt der Grip beim Vorderrad. Hier in Silverstone ist das Problem für mich noch größer. Deshalb bin ich in der letzten Schikane gestürzt. Leider ist das auch Nicky passiert. Über die Bodenwelle wurde das Motorrad leicht. Wir haben nicht genug Frontgrip. In meinem Fall hat mich der Airbag vor einer Schulterverletzung bewahrt, denn ich bin hart auf dem Boden aufgeschlagen", meint der neunfache Weltmeister.

"Wenn man sich die Daten ansieht, dann war die Vordergabel normal. Ich habe nichts besonderes getan, aber plötzlich rutschte das Vorderrad weg. Diese Stelle ist schlecht für unser Motorrad." Yamaha-Star Jorge Lorenzo hat sich seine Meinung über die Stürze gebildet: "Es liegt vermutlich an der Ducati. Sie ist vorne ein bisschen steifer. Sie haben mehr Probleme beim Bremsen. Ich hatte das gesamte Wochenende diesbezüglich keine Probleme."

Generell kommt Rossi mit Silverstone nicht klar. "Im Trockenen hatte ich speziell damit zu kämpfen, das Motorrad zu verzögern und in die Kurve einzubiegen. Deshalb bin ich recht langsam. Am Trainingsende hatte ich auch Pech, denn ich bin meine Rundenzeit mit dem harten Hinterreifen gefahren."

"Als ich die weiche Mischung aufzog, begann es zu regnen. Mit der weichen Mischung hätte ich eine halbe Sekunde schneller fahren können, aber auch das wäre nicht fantastisch gewesen. Mit dem harten Reifen kann ich ein konstantes Tempo fahren, aber damit bin ich auch langsam. Wir müssen für morgen verstehen, ob wir schneller fahren können", rätselt Rossi, der erstmals in seiner Karriere richtige Schwierigkeiten mit einer Rennstrecke hat.

Rossi kämpft mit der Strecke

"Ich habe heute beim Fahrstil einen Fortschritt geschafft. Es ist nicht fantastisch, aber ich kann besser fahren. Ich kann das Motorrad nicht verzögern und komme deshalb zu schnell bei den Kurven an. Deshalb kann ich nicht einbiegen und kann die Linien nicht halten. Das ist mein größtes Problem. Ich habe mit diesem Motorrad immer zu kämpfen, aber auf dieser Strecke ist es viel schlimmer. Ich kann beim Fahrstil noch etwas finden, aber es geht mehr um die Abstimmung."

Rossi ortet eine Ursache für die Probleme in der Vergangenheit. Vor einem Jahr fuhr er einen Tag lang mit einem Straßenmotorrad in Silverstone, um den Kurs zu lernen. "Diese Strecke ist sehr schwierig und ich brauche noch Kilometer, um sie zu verstehen. Zum ersten Mal bin ich hier mit einem Superbike gefahren. Es gab aber ein Problem mit diesem Motorrad und ich bin dann mit einer normalen Straßenmaschine gefahren."

"Das war ein großer Fehler, weil man nichts oder genau das Gegenteil lernt. Es ist besser, es mit einer MotoGP zu lernen. Mit einem Superbike geht es besser, weil es schneller ist, aber anstatt mit einem Straßenmodell zu fahren, ist es besser, wenn man daheim bleibt und die Strecke gar nicht kennenlernt." Da auch sein Teamkollege Nicky Hayden an der gleichen Stelle stürzte, stellt sich die Frage, ob das mit der neuen Vorderradspezifikation zusammenhängen könnte, die von der Konstruktion her etwas weicher ist.

Lob für die Reifen

"Dieser Reifen wurde von Bridgestone so gebaut, dass er schnell auf die richtige Temperatur kommt, weil wir im Vorjahr viele Stürze gesehen haben. Die Hinterreifen funktionieren fantastisch, denn sie sind in Bezug auf die Sicherheit eine große Verbesserung", lobt Rossi. "Man sieht zu Trainingsbeginn nicht mehr die gleichen Stürze wie 2011."

"Beim Vorderreifen ist das Problem, dass sich der Reifen beim Bremsvorgang etwas mehr bewegt. Ich glaube, dass Honda größere Probleme hat, aber für uns bei Ducati ändert sich nicht viel. Mit dem alten Reifen wäre der Crash schlimmer gewesen. Dieser Reifen ist weicher, aber vielleicht war er nicht weich genug. Das Problem ist der Druck. Bei meinem Motorrad sind sich die beiden Spezifikationen sehr ähnlich."

Fotoquelle: Ducati

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