Aleix Espargaro (41) setzte sich im CRT-Duell gegen Randy de Puniet durch

MotoGP 2012

— 18.06.2012

Espargaro auch in Silverstone bester CRT-Mann

Aspar-Pilot Aleix Espargaro setzt seine Erfolgsserie fort und war auch in Silverstone bester Claiming-Rule-Pilot - Die Stimmen aus dem CRT-Feld

In Silverstone kmpften an der Spitze des CRT-Feldes drei Fahrer um den wichtigen Ehrenplatz. Neben dem Aspar-Duo mischte auch Michele Pirro mit der FTR-Honda des Gresini-Teams wieder vorne mit. Dieses Projekt, das in Zusammenarbeit mit Tuner Ten Kate entstanden ist, ist das jngste CRT-Motorrad berhaupt. Speziell wenn man es mit der Aprilia vergleicht, die aus dem Weltmeistermotorrad der Superbike-WM entstanden ist. Bester CRT-Fahrer war erneut Aleix Espargaro, der sich im Duell mit seinem Teamkollegen Randy de Puniet durchsetzen konnte. In den Trainings ist meist der Franzose schneller, doch Espargaro schlgt im Rennen zu.

"Ich bin glcklicher denn je, denn mein Bruder Pol und ich holten gute Resultate in Silverstone", freut sich Aleix Espargaro ber den Moto2-Sieg seines Bruders. "Ich bin gut gestartet und versuchte dann den Kundenmotorrdern zu folgen. Auf den Geraden lieen sie mich aber stehen. Ich konnte mich dann von den anderen CRT-Fahrern absetzen, aber de Puniet holte mich langsam wieder ein. Als er ich mich berholt hatte, lie ich ihn die Pace setzen."

"Zwei Runden vor dem Ende schnappte ich ihn mir wieder und fuhr davon, genau wie in Catalunya. Ich hatte noch nie einen konkurrenzfhigeren Rivalen, mit dem ich gleichzeitig so gut auskomme", meint Espargaro ber das Aspar-Teamduell. "Ich liebe die Atmosphre im Team. Fr mich ist es sehr schwierig, ihn im Training ber eine schnelle Runde zu schlagen, speziell weil wir mehr fr das Rennen arbeiten. Meine jngsten Resultate sind aber gut."

In der WM ist Espargaro mit 20 Punkten klar der beste CRT-Vertreter. De Puniet hat als Zweiter deren elf Zhler. "Mir gelang kein guter Start und ich musste erst an Pirro vorbei und den Boden wieder auf Aleix aufholen", meint der erfahrene Franzose. "Als ich ihn ein- und berholt hatte, war ich praktisch das gesamte Rennen vor ihm. Ich hatte aber Probleme mit dem Hinterreifen. Er bewegte sich stark und es mangelte an Grip."

"Ich versuchte durchzukommen und Aleix' Manver abzuwehren, aber er muss gesehen haben, dass er in manchen Streckenabschnitten schneller war. Als er an mir vorbei war, konnte er sich einen Vorsprung herausfahren. Ich musste dagegen nachlassen und schauen, dass ich meine Position absichere. Es rgert mich, weil wir gut gearbeitet haben, aber trotzdem nicht die beste Abstimmung fanden. Im Warmup verbesserten wir die Frontpartie, doch das Heck beeinflusste das Rennen am meisten."

Espargaro hatte im Ziel eine eine Minute Rckstand auf Sieger Jorge Lorenzo. Vier Sekunden dahinter kam Pirro ber die Linie. "Ich gab mein Bestes, aber ich bin etwas enttuscht, dass ich nicht nahe genug an den beiden Jungs vor mir dran war, um sie zu attackieren. Trotzdem bin ich glcklich, weil wir an diesem Wochenende einen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben", zieht der Italiener Bilanz. "Wir knnen jetzt fter mit ihnen kmpfen. Gelingt uns noch ein weiterer Fortschritt, dann wird es Spa machen."

Ellison von den Fans angefeuert

Dahinter klaffte eine Lcke von mehreren Sekunden zum nchsten CRT-Mann. James Ellison (PBM) wurde von den britischen Fans nach vor gepeitscht, und der Lokalmatador sammelte als 14. zwei Punkte. "Generell war es ein gutes und positives Resultat, und ich freue mich ber die Punkte, obwohl uns die Probleme im Qualifying nicht geholfen haben. Es ist wichtig, mit einem neuen Reifen schnelle Runden zu fahren. Ich muss mich da verbessern, weil je weiter vorne wir starten, desto besser ist die Chance im Rennen."

"Wir machten an diesem Wochenende bei der Elektronik groe Fortschritte", so Ellison. "Das half beim Chatter-Problem. Die Untersttzung der Fans war an diesem Wochenende unglaublich." Den letzten WM-Punkt staubte Avintia-Pilot Yonny Hernandez ab. "Der Start war schlecht und ich konnte die Fhrenden nicht einholen", meint der Kolumbianer enttuscht. "Ich hatte in den letzten Runden ein enges Duell mit Ellison. Es war richtig aufregend. Ich sammelte wieder Punkte, aber ich mchte beim nchsten Rennen bei den schnellsten CRT-Fahrern dabei sein."

Probleme bei Edwards

Im Ziel fehlten Hernandez zwlf Sekunden auf Espargaro. Routinier Colin Edwards war deutlich langsamer unterwegs und hatte eine halbe Minute Rckstand auf den Spanier. "Ich bin im Rennen schneller als im Qualifying gefahren", versucht es der Suter-BMW-Pilot positiv zu sehen. "Es fhlte sich am Limit an. Alles an diesem Motorrad fhlt sich steif an und man kann sich nie ausruhen. Wenn der Grip etwas nachlsst, dann lsst es sich kaum noch umlegen."

"Es fhrt sich dann wie ein LKW. Man muss der Elektronik vertrauen und mit dem Heck steuern. Die Elektronik war okay, aber man kann sie noch verbessern. Die Elektronik alleine lst aber nicht unsere Probleme. Wir mssen das Motorrad zum Lenken bringen. Das hat oberste Prioritt. Weil wenn ich auf den Knien bin, dann will das Motorrad nur geradeaus fahren. Man verliert mehrere Motorradlngen auf die Konkurrenz", schildert Edwards die Probleme.

Auch Danilo Petrucci hatte Schwierigkeiten. Auf der Hangar-Geraden fehlten dem Italiener mit der Ioda-Aprilia 16 km/h auf die schnellsten CRT-Bikes. Im Rennen sah er die Zielflagge als 17. "Es war ein gutes Rennen. Ich bin gute Rundenzeiten gefahren, aber leider gab es sechs Runden vor Schluss ein Elektrikproblem. Der Motor verlor Kraft und ich den Anschluss an Edwards. Das nchste Rennen findet in Assen statt, wo ich die Strecke gut kenne und die ich sehr mag."

Enttuschung bei Silva & Pasini

Nicht in Szene setzen konnte sich Ivan Silva auf der zweiten BQR-Kawasaki des Avintia-Teams. Der Spanier war zum ersten Mal in Silverstone unterwegs und wurde Letzter, wenn man den berrundeten Andrea Dovizioso (Tech-3-Yamaha) ausklammert. "Wir sind nicht dort, wo wir hingehren. Trotzdem bedanke ich mich bei unseren Technikern, weil wir neue Teile hatten. Damit konnten wir uns verbessern, wenn auch nicht viel."

"Wir probierten eine neue Vordergabel aus, aber im Warmup kehrten wir zu der Abstimmung von Barcelona zurck", so Silva. "Im Rennen bot der Hinterreifen nicht viel Grip. Das machte die Sache noch komplizierter. Hoffentlich luft es ab Assen besser." Erst einen WM-Punkt hat Silva in diesem Jahr gesammelt und ist somit in der Tabelle Letzter.

Ein Wochenende zum Vergessen erlebte Mattia Pasini. Neben Strzen kamen auch noch technische Defekte an seiner ART dazu. Im Rennen gab es ein Problem mit dem Sitz und er musste vorzeitig aufgeben. Es war der einzige Ausfall in Silverstone. "Ein schwarzer Sonntag. Im Warmup versuchten wir, das Flag-to-Flag Prozedere auszuprobieren. Als ich mit dem zweiten Motorrad hinausging, strzte ich, weil die Reifen zu kalt waren", berichtet der Speed-Master-Pilot seine Missgeschicke.

"Dann bin ich mit dem anderen Motorrad hinausgefahren, aber es gab ein technisches Problem. Prinzipiell lieen wir das Warmup aus. Schade, denn wir waren fr das Rennen gut aufgestellt. In den ersten Runden hatte ich etwas zu kmpfen, aber dann kam ich an Ellison und Hernandez heran. Ich wartete den letzten Rennteil ab, aber es gab ein Problem mit dem Sitz und ich musste aufgeben. Schade, dass es so zu Ende gegangen ist, aber wir machten beim Speed einen Fortschritt. Wir drfen nicht zu traurig sein und mssen uns auf Assen vorbereiten."

Fotoquelle: Aspar

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