In Silverstone sammelte Ben Spies wieder einmal einige Führungskilometer

MotoGP 2012

— 18.06.2012

Spies: Reifenprobleme sorgen für Einbruch

Yamaha-Pilot Ben Spies führte in der Anfangsphase den Grand Prix von Großbritannien an - Dann folgte der Rückfall, weil der Hinterreifen einbrach

Ben Spies hat nach dem Rennen in Barcelona an den beiden Testtagen sein Selbstvertrauen wieder aufgebaut. In Silverstone war der Yamaha-Werkspilot konstant schnell. Zu Beginn des Rennens übernahm der US-Amerikaner die Führung und er fuhr wie in alten Zeiten. Der schwache Saisonstart schien endgültig überwunden zu sein, doch nach dem ersten Renndrittel wurde Spies langsamer und fiel zurück. Er spielte keine Rolle bei der Vergabe der Podestplätze und wurde Fünfter. Dennoch war es sein bestes Resultat in diesem Jahr.

Warum passierte der Einbruch? "Das Motorrad fühlte sich zu Beginn großartig an. Die Pace war gut. Nach vier, fünf Runden baute der Hinterreifen schlagartig ab. Ich weiß nicht, was passiert ist. Im Training ist das nie aufgetreten. Von da an ging es nur noch um Schadensbegrenzung", berichtet Spies. "Meine Rundenzeiten sind über eine Sekunde pro Runde eingebrochen. Es war sehr merkwürdig."

"Nach dem Rennen habe ich gesehen, dass auf der linken Flanke viele Blasen waren. Wir haben noch keine Erklärung dafür. Jorge hatte ein ähnliches Setup wie ich. Alle, die im Qualifying ähnlich schnell waren, sind im Rennen den gleichen Speed gefahren, aber nur ich hatte diese Probleme. Ich glaube nicht, dass es mit der hohen Pace zu Beginn zu tun hatte, denn es war für alle gleich." Spies fuhr wie die anderen Toppiloten mit dem weichen Hinterreifen.

Wäre die harte Version eine Option gewesen? "Wir dachten darüber nach. Aufgrund der Temperatur und der Wettersituation schien die weiche Mischung die bessere Wahl zu sein. Wir sahen uns die Daten und die Reifentemperaturen an. Es war nicht der Fall, dass der Reifen zu weich war. Noch haben wir keine Erklärung. Ich glaube nicht, dass der harte Reifen richtig gewesen wäre, denn alle vor mir hatten auch die weiche Mischung", findet Spies.

"Als sie mich überholten, konnte ich ihnen nicht einmal nahe bleiben. Es war kein Rennen mehr. Ich versuchte nur noch, einen vernünftigen Rhythmus zu fahren. In den ersten drei Runden war es gut. Nach meinem schwierigen Saisonstart fühlte es sich nicht schlecht an, das Rennen anzuführen. Ich war nicht nervös. Dann brach der Reifen ein und ich konnte nichts tun."

Spies büßte seine Führung zunächst an Casey Stoner ein. Er verpasste die Linie und die Honda schlüpfte problemlos innen durch. "Als mich Casey überholte, verschaltete ich mich in Neutral. Ich versuchte dann hinter ihm zu bleiben. Das funktionierte auch, bis der Reifen nachließ. Ich wusste, dass ich zurückfallen würde." Trotz des erneuten Rückschlags, sieht sich Spies wieder auf dem Weg an die Spitze.

Aufwärtstrend macht Spies Mut

"Wichtig ist, dass wir gezeigt haben, dass das Motorrad funktioniert und der Speed da war. Normalerweise liegt meine Stärke gegen Rennende. Wir können trotzdem viel Positives mitnehmen. Es ist aber frustrierend, wenn man ein gutes Motorrad hat und daraus kein Kapital schlagen kann. Alles kommt langsam wieder zurück zur Normalität. Das Wochenende und die beiden Tests davor waren gut."

"Es ist nur etwas passiert, wofür wir noch keine Erklärung haben. Wir sind in den Trainings viele Runden gefahren. Im Warmup fuhr ich meine schnellste Zeit nach neun, zehn Runden. Wir wissen nicht, was passiert ist. So ist es aber manchmal. Als der Reifen gut war, war ich schnell. Das ist das Wichtigste. Das nehmen wir nach Assen mit."

Im Vorjahr hat Spies in den Niederlanden seinen ersten Grand-Prix-Sieg gefeiert. Ist das auch in knapp zwei Wochen möglich? "Ich werde Assen genau wie dieses Wochenende angehen. In der WM sieht es nicht gut aus. In gehe jedes Wochenende der Reihe nach an und kümmere mich um nichts anderes. Das haben wir an diesem Wochenende getan. Alles lief bis zur fünften, sechsten Runde auch gut."

"Wenn man in der Startaufstellung steht, will man immer gewinnen. Wir sind Racer. Wir fahren jetzt nach Assen und versuchen das Rennen zu gewinnen. In Silverstone ist uns das nicht gelungen und die Saison war schwierig, aber wir gehen mit dieser Absicht nach Assen", meint der Yamaha-Fahrer. Trotz der Enttäuschung ist Spies nicht geknickt, denn es geht wieder aufwärts.

"Alles ist seit Catalunya positiv. Bei den Tests war ich schnell und hier war ich konstant schnell. Zu Beginn des Rennens war ich auch schnell. Das ist Racing. Wir haben unser Bestes gegeben, aber es gab ein Problem. Ich habe den Rest des Rennens auch 100 Prozent gegeben. Der fünfte Platz ist angesichts dieses Gefühls nicht so schlecht."

Fotoquelle: Yamaha

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