Andrea Dovizioso fühlt sich bei Yamaha wohl und will ins Werksteam aufrücken

MotoGP 2012

— 27.06.2012

Dovizioso: "Lorenzo holt das Maximum aus der Yamaha"

Andrea Dovizioso staunt über den Fahrstil von Jorge Lorenzo und will sich beim Spanier etwas abschauen - In der kommenden Saison Wechsel ins Werksteam?

Andrea Dovizioso kommt mit einem guten Gefühl zum Grand Prix der Niederlande in Assen an diesem Wochenende. Vor drei Wochen in Spanien fuhr der Italiener erstmals seit seinem Wechsel vom Honda-Werksteam zu Tech-3-Yamaha auf das Podium. Zwei Wochen später in Silverstone war "Dovi" erneut in der Spitzengruppe zu finden, vergab die Chance auf einen weiteren Podestplatz aber durch einen Sturz und wurde unterm Strich nur auf Platz 19 gewertet.

"Bei den beiden zurückliegenden Rennen waren wir sehr schnell. Ich würde sogar sagen, dass wir vom Speed her in Silverstone besser unterwegs waren als bei der Fahrt auf Platz drei in Barcelona", sagt Dovizioso im Vorfeld des Assen-Wochenendes und fügt hinzu: "Obwohl wir hier nicht gerade auf meiner Lieblingsstrecke fahren, erwarte ich, dass ich vorn dabei sein werde. Unser Bike ist dem Werksmotorrad sehr ähnlich und Yamaha unterstützt uns großartig. Ich rechne auch hier mit einer guten Chance auf einen Podestplatz"

Seinen Optimismus für den siebten WM-Lauf begründet der Italiener vor allem im "verbesserten Gefühl für die Yamaha", wie er sagt. "Seitdem ich Lorenzo bei den beiden zurückliegenden Rennen eine Zeit lang verfolgt habe, verstehe ich besser, wie man das Potenzial des Bikes richtig nutzt."

Lorenzos Stil ist der effektivste

Zwar macht der Italiener eigener Aussage zufolge große Fortschritte, bis zum Level von Jorge Lorenzo sei es aber noch ein weiter Weg. "Er holt das Maximum aus diesem Motorrad heraus", ist Dovizioso überzeugt und kommt zum Schluss: "Ich bin schon recht schnell. Um mich weiter steigern zu können, muss ich Veränderungen vornehmen." So will der langjährige Honda-Fahrer seinen Fahrstil an diesem Wochenende "etwas mehr auf die Yamaha anpassen, um so noch bessere Ergebnisse erzielen zu können".

Doviziosos Analyse von Lorenzos Fahrstil fällt wie folgt aus: "Er lässt die Bremse früher los und ist deshalb sowohl am Scheitelpunkt der Kurven als auch am Ausgang schneller." Dazu kommt, dass der Spanier "am Kurveneingang mehr Sicherheitsspielraum lässt, aber insgesamt trotzdem schneller ist. Ben, Cal und ich bewegen uns am Eingang der Kurven am Limit, Lorenzo nicht", staunt Dovizioso und erklärt im Namen seiner Yamaha-Markenkollegen Spies und Crutchlow, dass es dieser Umstand so schwierig macht, Lorenzo im Rennen zu folgen: "Sein Stil schont die Reifen mehr als unser Stil."

Tendenz zum Verbleib im Yamaha-Lager

Zu seinen Plänen für die kommende Saison gibt sich Dovizioso noch bedeckt und verweist auf das aktuell auf Hochtouren laufende Transferkarussell: "Derzeit spricht jeder mit jedem. Es gibt aber nach wie vor nichts Wichtiges zu sagen. Abgesehen von Casey und Lorenzo ist nichts entschieden."

So weiß der Tech-3-Pilot auch nicht, wie es mit seinem langjährigen Teamkollegen Dani Pedrosa weitergeht. Dem Spanier wird nachgesagt, im Falle eines Honda-Abschieds bei Tech 3 unterzukommen. "Ich weiß nicht, ob Dani inzwischen näher an einem neuen Vertrag dran ist. Bei allen anderen Fahrern ist die Situation ohnehin offen."

Aus seinem Wunsch, ins Yamaha-Werksteam aufzusteigen, macht der Italiener keinen Hehl: "Das ist mein Ziel, ich weiß aber nicht, ob es eine Möglichkeit gibt." Dank zuletzt ansteigender Formkurve konnte sich Ben Spies wieder in eine etwas bessere Position für eine Vertragsverlängerung an der Seite von Lorenzo bringen, weshalb Dovizioso zu dem Schluss kommt. "Ich bin für alles offen."

Einen Wechsel zurück ins Honda-Werksteam anstelle von Pedrosa bezeichnet "Dovi" allerdings als "sehr schwierig und nahezu unmöglich". Auch die jüngsten Vorstellungen von Stoner und Pedrosa auf der Honda RC213V lassen Dovizioso eher zu einem Verbleib im Yamaha-Lager tendieren. "Es muss ja einen Grund geben, warum Casey und Dani zuletzt nicht so stark waren, wie ich das erwartet hätte. Die Situation ist aber nicht leicht zu verstehen. Wir müssen die kommenden Wochenenden abwarten."

Fotoquelle: Yamaha

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