Über die Distanz brechen die Rundenzeiten der Ducati-Fahrer zu stark ein

MotoGP 2012

— 28.06.2012

Rossi: "Das Renntempo ist nicht besonders"

Über eine Runde ist Valentino Rossi in Assen schnell, aber über die Distanz baut der Hinterreifen zu stark ab - 2013 will der Italiener eine konkurrenzfähige Ducati

Ein Blick auf die Zeitenliste verrät, dass Ducati in Assen konkurrenzfähig ist. Valentino Rossi hatte im zweiten Freien Training einen Rückstand von 0,430 Sekunden, obwohl der Kurs 4,5 Kilometer lang ist. Gewöhnlich betrug der Abstand zur Spitze zwischen sieben Zehnteln und einer Sekunde. Da es im Feld aber sehr eng zuging, landete der neunfache Weltmeister auf Rang acht. "Es war kein schlechter Tag. Ich bin zwar nur Achter, aber der Rückstand zur Spitze beträgt nur vier Zehntelsekunden. Das ist ein guter Fortschritt für uns."

"Das Motorrad ist recht gut und ich kann mehr pushen als in Silverstone. Wir sind näher an der Spitze dran", freut sich Rossi. Das ist aber nur die halbe Wahrheit der Geschichte, denn über die Distanz hat Ducati auch in Assen ein Problem. "Leider haben wir nach einigen Runden Probleme mit dem Grip am Hinterrad. Das Renntempo ist nicht besonders."

"Mit neuen Reifen sind Nicky und ich schnell, aber nach einigen Runden verlieren wir im Vergleich zur Konkurrenz zu viel", malt Rossi ein düsteres Bild für das Rennen. "Morgen müssen wir an diesem Punkt arbeiten. Wir müssen die Abstimmung modifizieren, damit wir hinten mehr Grip haben. Der Reifen muss weniger rutschen und soll dadurch auch nicht so heiß werden, damit er in der zweiten Rennhälfte noch hält. Das ist unser Ziel."

Auch an der Elektronik hat Ducati wieder gefeilt. "Wir haben hier bei der Elektronik etwas Besseres für mich. Es ist eine gute Evolution. Das ist bei der Beschleunigung besser. Der Wheelspin wird besser kontrolliert, aber es ist noch nicht genug", meint Rossi. "Man kann damit kleine Probleme lösen, aber wir müssen mechanisch mehr Grip am Hinterrad erzeugen."

Verschleiß am Hinterrad zu groß

Bridgestone hat die Charakteristik der Reifen für dieses Jahr verändert. Generell kommen sie schneller auf Temperatur, denn in der Vergangenheit sind viele Stürze wegen zu kalter Reifen passiert. Die neuer Charakteristik geht aber auf Kosten der Lebensdauer. Die Desmosedici wird davon mehr getroffen als Yamaha und Honda. "Wir müssen auf die Sicherheit achten. Mit diesen Reifen haben wir speziell zu Beginn einen guten Fortschritt geschafft."

"Im Vorjahr und 2010 war es sehr gefährlich, aber jetzt ist es besser", sagt Rossi. "Wir bezahlen dafür aber mit der Performance nach fünf, sechs Runden. Bei unserem Motorrad ist das ein Problem. Wenn ich ein gutes Gefühl für die Front habe, leidet der Grip am Hinterrad. Dann verschleißen wir den Reifen mehr als die anderen Motorräder. Nach einigen Runden muss man langsamer fahren und speziell im letzten Renndrittel haben wir zu kämpfen. Unsere Rundenzeiten lassen stark nach."

Genau das ist aktuell die Problemzone der Ducati. "Das Untersteuern ist im Charakter dieses Motorrades geblieben. Das ist etwas für die Zukunft. Bei der aktuellen Balance ist der Grip am Hinterrad das Problem." Trotzdem ist Rossi generell glücklich mit dem Trainingstag. "Die Rundenzeit ist nicht so schlecht und ich bin recht zufrieden. Für den ersten Tag war es nicht so schlecht. Jetzt müssen wir den Grip am Hinterreifen verbessern, ohne dabei das Gefühl für die Frontpartie zu verlieren. Dann sehen wir weiter."

Rossi will mit Ducati um Siege kämpfen

Im Transferkarussell wartet jetzt alles auf die Entscheidung von Rossi. Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta wurde in den vergangenen Tagen von 'Omnicorse.it' folgendermaßen zitiert: "Valentino wird im nächsten Jahr ein konkurrenzfähiges Motorrad haben. Ich kann aber noch nicht sagen, welches Motorrad es ist. Es ist noch zu früh, um über 2013 zu sprechen. Wir werden Rossi wieder um Siege kämpfen sehen."

Rossi selbst war verwundert über diese Aussage: "Ich habe das gelesen. Ich glaube, er hofft es. Ich hoffe auch, dass ich im nächsten Jahr ein konkurrenzfähiges Motorrad habe. Mein erstes Ziel ist es, bei Ducati ein konkurrenzfähiges Motorrad zu haben. Wir müssen das Motorrad verbessern und im nächsten Jahr gute Resultate haben." Cal Crutchlow hat einen Ducati-Vertrag vorliegen. Was meint Rossi dazu? "Cal wäre mit seinem Stil vielleicht positiv für Ducati. Warum also nicht?"

Fotoquelle: Ducati

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.