Stefan Bradl möchte sich auch am Sachsenring auf die Arbeit konzentrieren

MotoGP 2012

— 29.06.2012

Bradl über Sachsenring, Meisterschaft und Zukunft

Der deutsche MotoGP-Star lobt den deutschen Nachwuchs, traut Sandro Cortese den WM-Titel zu und freut sich auf das Heimrennen am Sachsenring

In einer Woche wird Stefan Bradl erstmals als MotoGP-Pilot auf heimischem Boden starten. Obwohl das Medieninteresse groß ist, scheint der 22-Jährige die Ruhe selbst zu sein. "Das Wichtigste ist, auf der Strecke meine Leistung zu bringen", bemerkt er. "Alles andere gehört zwar dazu, aber das Rennen hat für mich absolute Priorität. Natürlich will man auch die Fans zufrieden stellen, aber letztlich zählt nicht, ob ich zehn Autogramme mehr geschrieben habe oder nicht, sondern welches Resultat ich auf der Strecke gebracht habe."

Im Fahrerlager der Motorrad-WM ist Bradl nicht der Einzige, der deutsch spricht. Klar, dass der MotoGP-Pilot für den Rest der Landsmänner eine gewisse Vorbildfunktion hat. "Man läuft sich da nicht so viel über den Weg, wie Außenstehende das wohl glauben. Aber wenn da ein jüngerer Fahrer kommt, dann bin ich der Letzte, der keinen Rat gibt", erklärt er. "Ich bin ja selbst daran interessiert, dass unser Sport in Deutschland noch populärer wird. Ich finde, der deutsche Nachwuchs ist nämlich gar nicht so schlecht, wie häufig dargestellt und hoffe, dass die den Weg in die Spitze schaffen."

Den Weg an die Spitze hat auch Sandro Cortese gefunden. Der Moto3-Pilot kämpft in dieser Saison gegen Maverick Vinales um den ersten Titel der neuen Klasse. Bradl traut seinem Freund Cortese auf jeden Fall den Gewinn der Meisterschaft zu: "Soweit ist Sandro mittlerweile, dass er das über die Bühne bringt. Für mich gibt es nur zwei Titelkandidaten. Cortese und Maverick Vinales. Sandro hat jetzt den Biss und zugleich auch die Lockerheit. Mit seiner Erfahrung ist er gegenüber Vinales ebenfalls im Vorteil und wird daher sehr ernsthaft um den Titel kämpfen."

In der Moto2, die Bradl im Vorjahr gewann, geht der Sieg nur über Marc Marquez. Im kommenden Jahr wird der Spanier mit hoher Wahrscheinlichkeit in die MotoGP aufsteigen. Da die Rookie-Regel abgeschafft wurde, wäre der Weg frei, bereits im ersten Jahr eine Werksmaschine zu pilotieren. Bradl hat keine eindeutige Meinung zu dieser Regeländerung.

"Was soll ich dazu sagen? Es gibt sowohl Dinge, die dafür, aber auch dagegen sprechen. Das Fahrer-Karussell wird sich am Ende der Saison ohnehin kräftig drehen. Lorenzo hat zwar bei Yamaha verlängert, aber Rossi ist frei, Pedrosa noch unklar, Stoner hört auf und Spies ein Wackelkandidat. Dass Marquez in die MotoGP kommt, scheint festzustehen, unabhängig von der Rookie-Regel", stellt der Deutsche fest, der wohl auch 2013 bei LCR-Honda fahren wird.

2013 ebenfalls mit dabei sein werden wieder die CRT-Bikes, die dann den Prototypen quantitativ überlegen sein werden. Bradl wünscht sich für die Zukunft getrennte Wertungen für die unterschiedlichen MotoGP-Motorräder und beurteilt die momentane Situation in der MotoGP: "Ich würde es als Übergangsjahr mit einer Zwei-Klassengesellschaft bezeichnen, die zwei eigene Wertungen verdienen."

"Man muss dem Experiment noch mehr Zeit geben, damit auch die CRT-Bikes noch weiter entwickelt werden können. Man sollte diese Saison sicherlich abwarten und schauen, ob die Motorräder noch schneller werden, doch eigentlich sind die CRT-Bikes deutlich zu langsam und somit klar unterlegen", bemerkt der LCR-Pilot.

Fotoquelle: LCR-Honda

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