Casey Stoner ist in der WM mit Jorge Lorenzo gleichgezogen

MotoGP 2012

— 30.06.2012

Stoner: "Wir haben zurückgeschlagen"

Casey Stoner zieht mit dem Sieg in Assen in der WM mit Jorge Lorenzo gleich - Das Pendel hat zu Gunsten des Honda-Piloten ausgeschlagen

Nach schwierigen Trainingstagen in Assen hat Casey Stoner zurückgeschlagen und den Grand Prix von der Pole-Position aus gewonnen. Da sein WM-Konkurrent Jorge Lorenzo nicht ins Ziel kam, zog der Honda-Pilot in der WM mit dem Spanier gleich. Von Beginn an entwickelte sich ein Zweikampf mit seinem Teamkollegen Dani Pedrosa. Führte der Spanier die erste Rennhälfte an, so übernahm Stoner in der zweiten Hälfte das Kommando und fuhr seinen dritten Saisonsieg sicher ins Ziel. "Ich will nicht Punkte aufholen, weil ein anderer Fahrer stürzt. Jorge und ich respektieren uns sehr."

"Man will nicht, dass so etwas passiert. Es war unglücklich für ihn", sagt Stoner über das Aus seines Konkurrenten. "Ich bin heute gut gefahren. Es war ein sehr hartes Wochenende. Die Verletzungen waren hart. Ich habe mir keine bestimmte Stelle verletzt, aber der ganze Körper schmerzt. Meine Jungs haben aber perfekt gearbeitet. Heute in der Früh konnte ich mich wieder bewegen. Das war eine Hilfe. Ich habe mich über Nacht gut erholt, was fantastisch war", berichtet er über die Nachwirkungen seines Highsiders im dritten Freien Training.

"Im Warmup ist es nicht perfekt gelaufen. Vor dem Rennen nahm ich Schmerzmittel. Trotzdem hatte ich in meinem linken Bein kaum Kraft, aber meine Schulter fühlte sich viel besser an. Deshalb konnte ich es auf der Strecke kompensieren. Danke ans Team. Sie haben an diesem Wochenende mit einem Fahrer gearbeitet, der nicht in Bestform war. Als es dann zählte, gaben sie mir ein perfektes Motorrad."

Bis zum Qualifying war es in Assen überhaupt nicht für Stoner gelaufen. Zunächst experimentierte er am Donnerstag mit einem anderen Chassis, was viel Zeit kostete. Dazu kam der Sturz und das Wetterpech am Freitag. "Der Sturz hat mich belastet. Es hat kein Selbstvertrauen gekostet, aber ich wollte nicht so hart pushen und einen weiteren Sturz riskieren. Ich hatte schon genug Schmerzen. Das Wochenende sah nach einem Desaster aus, aber wir haben zurückgeschlagen."

"Es sah danach aus, dass ich aus der dritten Reihe starten werde, aber dann trocknete es in den letzten Minuten und ich eroberte die Pole. Die Dinge sind dann für uns gelaufen. Wir mussten heute den Job erledigen und es fühlt sich sehr schön an", sagt der Weltmeister zufrieden. Im Rennen ging es nur gegen Pedrosa. Stoner war sich sicher, dass er eine große Chance auf den Sieg hatte. "Ich war in diesem Abschnitt schneller als er", spricht er einen kleine Fehler des Spaniers an.

"Ich wartete auf meine Möglichkeit, wollte aber nicht zu lang warten. Ich hatte auch noch genug Kraft um in den letzten Runden zu pushen. Es gab Abschnitte, in denen er schneller war, in anderen war ich schneller. Ich wollte kein zu großes Risiko eingehen. Ich wusste, dass ich noch etwas in der Hinterhand hatte. Danis Fehler war nicht zu groß."

Lorenzo hatte auch Glück auf seiner Seite

In der WM ist nach sieben Rennen wieder alles offen. "Er hatte in dieser Saison auch schon das Glück auf seiner Seite", meint Stoner über Lorenzos vier Siege. "Wenn ich in Katar nicht Armpump gehabt hätte - ich war dort schneller als alle anderen und war zuversichtlich, dass ich gewinnen werde. In Le Mans hatte ich auch eine gute Pace, aber leider regnete es. Das Pendel ist in seine Richtung ausgeschlagen. In Barcelona bin ich nicht gut genug gefahren und habe den Job nicht erledigt. Es könnte ganz anders aussehen, wenn die Dinge anders gelaufen wären. Leider ist das so passiert."

Das neue Chassis hat die Probleme mit dem Chattering nicht gelöst. Trotz des Doppelsiegs ist Honda immer noch auf der Suche nach einer Lösung für das Problem. "Wir fahren immer noch mit den gleichen Sachen, wie schon seit der gesamten Saison. Wir konnten das Chattering am Hinterreifen reduzieren. Für das Rennen fanden wir einen kleinen Schritt und das Chattering am Vorderreifen war geringer. Trotzdem haben wir mit diesen Reifen keine Stabilität", kritisiert er die neuen Vorderreifen.

"Ich bin von den neuen Vorderreifen nicht beeindruckt und glaube, dass das in dieser Saison auch nicht mehr der Fall sein wird. Alle haben die gleichen Reifen und wir müssen herausfinden, wie wir am besten mit ihnen arbeiten." Assen ist nun Geschichte. Stoner wird kein MotoGP-Rennen mehr an diesem legendären Ort fahren. Fällt der Abschied schwer? "Das werde ich bei jeder Strecke gefragt. Ich kann aber immer für einen Track-Day zurückkommen. Wenn man auf der Strecke pushen kann, dann kann man die Strecke genießen."

Am kommenden Wochenende geht es auf dem Sachsenring weiter. Der geschundene Körper des Australiers hat kaum Zeit sich zu erholen. "Der erste Abschnitt besteht nur aus Rechtskurven. Das wird mir weh tun", blickt Stoner voraus. "Generell hatte ich auf dem Sachsenring immer gute Resultate. Das Rennen im Vorjahr war gut. Hoffentlich sind wir konkurrenzfähig und holen ein vernünftiges Resultat."

Fotoquelle: Repsol

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