Honda-Pilot Dani Pedrosa hat seinen ersten Saisonsieg gefeiert

MotoGP 2012

— 08.07.2012

Pedrosa erobert ersten Saisonsieg

Honda-Pilot Dani Pedrosa gewinnt zum dritten Mal in Folge auf dem Sachsenring - Casey Stoner stürzt und Lokalmatador Stefan Bradl erkämpft Platz fünf

Der Grand Prix von Deutschland entwickelte sich zu einer Honda-Show. Dani Pedrosa und Casey Stoner fuhren dem Feld davon und trugen ein enges Privatduell um den Sieg aus. Schließlich setzte sich Pedrosa durch und feierte seinen ersten Saisonsieg und seinen dritten Erfolg in Serie auf dem Sachsenring. Stoner probierte alles, aber in der letzten Kurve stürzte er und schied aus. Platz zwei erbte Yamaha-Werksfahrer Jorge Lorenzo, der damit wieder die alleinige WM-Führung übernommen hat. Sein Vorsprung auf Pedrosa, der nun WM-Zweiter ist, beträgt 14 Punkte. Stoner hat sich einen Rückstand von 20 Zählern eingehandelt.

Den dritten Platz erbte Tech-3-Pilot Andrea Dovizioso. Der Podestplatz war der perfekte Auftakt für sein Heimspiel in Mugello am kommenden Wochenende. "Dovi" setzte sich in einem engen Zweikampf gegen Yamaha-Werksfahrer Ben Spies durch. Lokalmatador Stefan Bradl (LCR-Honda) fuhr in der großen Verfolgergruppe und hielt am Ende Superstar Valentino Rossi (Ducati) in Schach. Bradl kam als Fünfter über die Ziellinie und wurde von den Fans auf den Tribünen gefeiert.

Für Rossi war es wieder ein enttäuschender Grand Prix, denn er musste lange gegen Ducati-Kundenfahrer Hector Barbera kämpfen. Erst am Ende setzte er sich durch und wurde schließlich knapp hinter Bradl Sechster. Auch nicht nach Wunsch lief es für Cal Crutchlow mit der zweiten Tech-3-Yamaha. Er kämpfte über weite Strecken mit Spies und Dovizioso, aber nach einem Fahrfehler fiel er zurück und er wurde schließlich noch Achter. Als bester Claiming-Rule-Fahrer kam Randy de Puniet (Aspar) ins Ziel.

Als die Lichter der Startampel ausgingen übernahm Pedrosa wie üblich die Führung. Spies folgte als Zweiter, doch Stoner wählte in der ersten Kurve die Außenbahn und ging am US-Amerikaner in der zweiten Linkskurve vorbei. Hinter Spies folgte sein Yamha-Teamkollege Lorenzo. Bradl war gut in sein Heimrennen gestartet und sortierte sich als Fünfter ein. Im Laufe der ersten Runde wurde er aber von Dovizioso bedrängt. Im zweiten Umlauf wechselte erstmals die Führung. Stoner fackelte nicht lange und schnappte sich seinen Teamkollegen.

Stoner brannte auch gleich die schnellste Runde in den Asphalt. Bradl musste dagegen abreißen lassen und fiel einige Motorradlängen hinter Dovizioso zurück. Außerdem wurde er auch von Crutchlow überholt. Bradl war mitten in der großen Verfolgergruppe. Hinter ihm reihten sich Nicky Hayden (Ducati), Rossi und Barbera ein. Alvaro Bautista (Gresini-Honda), der als Letzter starten musste, arbeitete sich durch das Claiming-Rule-Feld und war nach drei Runden bereits 13.

Auf Reifenfront waren die Karten gleich. Alle Prototypen hatten mit Ausnahme von Franco Battaini (Cardion-Ducati) und Bautista den harten Hinterreifen aufgezogen. Diese beiden Prototypen und alle CRT-Fahrer hatten hinten weich aufgezogen. In der Anfangsphase konnten sich die beiden Werks-Honda an der Spitze absetzen. Auf den Plätzen drei bis sechs folgten die vier Yamaha im Feld. Lorenzo setzte sich an die Spitze dieser Gruppe, aber nach fünf Runden betrug der Rückstand bereits drei Sekunden auf das Honda-Duo.

Lorenzo konnte die Spitze aber nicht einholen. Pro Runde war Stoner um rund drei bis vier Zehntelsekunden schneller. Der Spanier fuhr alleine auf Platz drei. Dahinter herrschte ein harter Dreikampf zwischen Dovizioso, Spies und Crutchlow. Die Gruppe bekämpfte sich so sehr, dass die nächste Gruppe mit Bradl und den beiden Werks-Ducati aufschließen konnte. Sieben Fahrer waren wie auf einer Perlenkette aufgereiht.

Stoner und Pedrosa spulten an der Spitze konstant ihre Runden ab. Hinter Lorenzo herrschte wieder einmal ein enger Zweikampf der beiden Tech-3-Fahrer Crutchlow und Dovizioso. Zu Beginn der zweiten Rennhälfte lag das Honda-Duo weiterhin alleine auf weiter Flur, doch Pedrosa konnte Druck auf Stoner ausüben. Zwölf Runden vor Schluss griff der Spanier erstmals an und ging in Führung. Stoner unterlief gleich nach dem Überholmanöver ein kleiner Fehler, doch er blieb sitzen und klebte am Hinterrad seines Teamkollegen.

Das Honda-Duo fuhr in einer eigenen Liga, aber es blieb spannend, denn es gab keine Stallorder und jeder hatte die Chance auf den Sieg. Um Platz vier kämpfte das Yamaha-Trio Crutchlow, Dovizioso und Spies miteinander. Als noch fünf Runden zu fahren waren, verbremste sich Crutchlow in Kurve eins und kam ins Kiesbett. Er konnte weiterfahren, war aber auf Platz elf zurückgefallen.

Entscheidung in der letzten Runde

Pedrosa begann als Erster die letzte Runde. Der Spanier fuhr am absoluten Limit, aber von hinten drückte Stoner. In der letzten Kurve übertrieb es der Weltmeister. Das Vorderrad klappte ein und der Australier lag im Kiesbett. Er konnte nicht mehr weiterfahren und die Honda wurde weggeschoben. Pedrosa fuhr als Sieger über die Ziellinie. Es war sein dritter Erfolg in Serie auf dem Sachsenring. Lorenzo hatte in der Anfangsphase gemerkt, dass er das Honda-Tempo nicht gehen konnte.

Somit fuhr der Spanier ein solides und kontrolliertes Rennen auf Platz drei. Am Ende profitierte er vom Stoner-Ausfall und erbte den zweiten Platz. In der WM führt der Spanier dadurch wieder alleine und hat 14 Punkzte Vorsprung auf Pedrosa und 20 auf Stoner. "Es war ein hartes Rennen. Ich konnte den Rhythmus mit den harten Rennen nicht gehen. Schade für Casey", meint Lorenzo, der zu den Gewinnern des Tages zählte.

Der umjubelte Sieger war Pedrosa: "Es war ein sehr schwieriges Rennen. Vor dem Rennen haben wir viel am Motorrad geändert. Ich überließ Casey die Führung, weil ich mich an das Motorrad gewöhnen musste", berichtet der Spanier. "Am Ende erhöhte ich das Tempo, aber Casey war dicht hinter mir. In der letzten Kurve habe ich innen die Linie abgedeckt und gewonnen."

Im Yamaha-Duell setzte sich schließlich Dovizioso gegen Spies durch und eroberte den dritten Podestplatz in dieser Saison. Spies musste sich wieder einer Kunden-Yamaha geschlagen geben und wurde Vierter. Bis zum Zielstrich ging es noch spannend im Kampf um Platz fünf zu. Sechs Fahrer rangen um jeden Meter. Bradl lag an der Spitze dieser Gruppe und verteidigte den Platz bis ins Ziel. In der letzten Runde setzte noch Regen ein, doch der Deutsche behielt die Nerven und hielt Superstar Rossi in Schach.

Lange fuhr der Ducati-Pilot hinter Kundenfahrer Barbera. Erst in der Schlussphase konnte sich der neunfache Weltmeister durchsetzen und übte Druck auf Bradl aus. Den Moto2-Weltmeister konnte Rossi aber nicht mehr schlagen und Rossi kam schließlich als Sechster über die Linie. Eine starke Aufholjagd hatte Bautista gezeigt. Er schaffte den Anschluss an diese Gruppe und erkämpfte sich Platz sieben.

De Puniet bester CRT-Fahrer

Crutchlow war nach seinem Ausritt ebenfalls in dieser Gruppe und konnte noch Barbera und Hayden in Schach halten. Bester Claiming-Rule-Fahrer wurde de Puniet als Elfter. Nach zuletzt schwachen Leistungen konnte sich Colin Edwards wieder in Szene setzen. Ein Elektronikproblem an seiner Suter-BMW konnte behoben werden und das Motorrad war wieder konkurrenzfähig, was der Routinier mit Platz zwölf unterstrich. Damit war er zweitbester CRT-Pilot.

Auf den weiteren Plätzen folgten Aleix Espargaro (Aspar), Yonny Hernandez (Avintia) und James Ellison (PBM). Überrundet wurde Battaini, der für den verletzten Karel Abraham die Cardion-Ducati fuhr. Auch Danilo Petrucci (Ioda) und Ivan Silva (Avintia) hatten eine Runde Rückstand. Matia Pasini (Speed Master) fiel durch einen Sturz aus und Michele Pirro musste seine FTR-Honda schon früh mit Defekt an der Gresini-Box abstellen. Das nächste Rennen findet am kommenden Wochenende im italienischen Mugello statt.

Fotoquelle: Repsol

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