Dani Pedrosa war in Mugello klar schneller als Teamkollege Casey Stoner

MotoGP 2012

— 14.07.2012

Pedrosa holt sich in Mugello die Pole-Position

Dani Pedrosa erobert in Mugello seine zweite Pole-Position der Saison, während Jorge Lorenzo Technikprobleme hat - Hector Barbera sensationell Dritter

Das Qualifying zum Großen Preis von Italien in Mugello entwickelte sich in den Schlussminuten zu einer engen Zeitenjagd. Auf dem 5,2 Kilometer langen Traditionskurs spielten die neuen 1.000er Maschinen ihre Stärke aus. Auf der langen Zielgeraden wurden Topspeeds von mehr als 340 km/h erreicht und der Streckenrekord wurde auf dem schnellen und flüssigen Kurs zertrümmert. Nach der starken Trainingsvorstellung war Yamaha-Pilot Jorge Lorenzo der große Gejagte, aber in den Schlussminuten waren viele Fahrer mit roten Sektorzeiten unterwegs. Die Pole-Position ging schließlich an einen anderen Spanier.

Dani Pedrosa (Honda) verdrängte in den Schlussminuten Lorenzo von der Spitze und legte noch eine schnelle Runde nach. Die Uhr blieb bei 1:47.284 Minuten stehen. Nach Le Mans war es die zweite Pole-Position für den Honda-Piloten in dieser Saison. Ein frühes Ende nahm das Qualifying für Lorenzo. Er war mit Sektorbestzeiten unterwegs und bog dann in die Boxengasse ab. Die Pole wäre möglich gewesen, aber so verzog sich der Spanier sauer in die Yamaha-Box zurück. Es gab ein Problem an der Elektronik, denn Lorenzo konnte nicht auf die Zielgeraden herausbeschleunigen.

"Es scheint, als ob wir ein Elektronikproblem hatten. Es ist sehr enttäuschend, weil ich auf Pole-Position-Kurs war. Hoffentlich können wir das Problem für morgen beheben", lautet der erste Kommentar des WM-Führenden, der mit Platz zwei nicht zufrieden war. Dafür ist Pedrosa derzeit auf einem Hoch. Nach seinem ersten Saisonsieg und der Vertragsverlängerung steht er wieder auf Pole. "Es ist etwas Besonderes, hier die Pole-Position geholt zu haben. Lorenzo ist sehr stark hier. Ich hoffe auf ein gutes Rennen."

Für eine Sensation sorgte Hector Barbera. Der Pramac-Pilot hat in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken müssen, weil er sich immer an das Hinterrad von schnellen Piloten hängt und teilweise anderen im Weg herumsteht. Heute machte der 25-Jährige alles richtig, fuhr seine Zeiten alleine und stellte die Kunden-Ducati auf den dritten Startplatz in Reihe eins. "Ich mag den Kurs und die Ducati läuft hier sehr gut. Das Ergebnis ist unglaublich", freut sich Barbera.

Auf Pedrosa fehlten ihm 0,261 Sekunden. Es war eine weitere Klatsche für das Ducati-Werksteam und das ausgerechnet beim Heimrennen. Somit stehen zum ersten Mal in der MotoGP-Geschichte drei Spanier in der ersten Reihe. Nicky Hayden stellte die Werks-Ducati auf den vierten Platz. Der US-Amerikaner war um 0,126 Sekunden langsamer als Barbera. Superstar Valentino Rossi spielte keine Rolle bei der Vergabe der vorderen Positionen und landete abgeschlagen auf dem zehnten Platz. Sein Rückstand betrug 1,2 Sekunden. Die Tifosi auf den Tribünen hatten keinen Grund zur Freude.

Auch Weltmeister Casey Stoner hatte keine Chance auf die Pole-Position. Zu Beginn des Trainings spulte der Honda-Pilot 15 Runden mit der härteren Mischung ab, um die nötigen Kilometer zu drehen, wie sie Bridgestone aus Sicherheitsgründen gefordert hat. Als Stoner schließlich auf die weiche Mischung wechselte, konnte er nicht das Tempo seines Teamkollegen Pedrosa gehen. Es fehlten vier Zehntelsekunden und der Australier wird am Sonntag von Startplatz fünf aus der zweiten Reihe angreifen.

Diese komplettierte Cal Crutchlow. Weniger als 20 Minuten vor Schluss stürzte der Brite in Kurve zwölf von seiner Tech-3-Yamaha. Mit der Ersatzmaschine konnte er weiterfahren und verbesserte sich noch auf Rrang sechs. Sein Teamkollege Andrea Dovizioso war im Verlaufe des Qualifyings ebenfalls schnell unterwegs, musste sich aber am Ende um zwei Tausendstelsekunden Crutchlow geschlagen geben. Einmal fing der Italiener einen heftigen Rutscher ab und wurde von CRT-Pilot James Ellison (PBM) aufgehalten. Unter dem Strich wurde es Platz sieben.

Stefan Bradl Achter

Rookie Stefan Bradl (LCR-Honda) mischte ebenfalls mit und lag bis wenige Minuten vor Ablauf der Zeit auf dem fünften Platz. Am Ende konnte der Deutsche aber nicht mehr zulegen und fiel noch auf Rang acht zurück. Auf einer der längeren Strecken im Kalender fehlten 0,573 Sekunden auf die Spitze. Yamaha-Werksfahrer Ben Spies erlebte wieder ein Qualifying zum Vergessen. 20 Minuten vor Ablauf der Zeit stürze der US-Amerikaner in Kurve zwölf. Mit der Ersatzmaschine konnte sich Spies nicht mehr verbessern und wird am Sonntag von Startplatz neun angreifen.

Enttäuschend verlief das Wochenende bisher auch für das Gresini-Team. Alvaro Bautista stürzte bereits zweimal in den Freien Trainings. Von der Pace war der Spanier weit weg. Im Qualifying fehlten Bautista 1,6 Sekunden auf die Spitze und war klar langsamster Prototyp. Abgesehen von den Ergebnissen auf der Rennstrecke ist es ein emotionales Wochenende für Gresini. Die Motorräder sind wieder in weiß lackiert. Paolo Simoncelli, der Vater des tragisch verunglückten Marco Simoncelli, erhielt außerdem zwei Maschinen von Honda überreicht.

Im Feld der Claiming-Rule-Fahrer setzte sich Aspar-Pilot Aleix Espargaro durch und eroberte Startplatz zwölf. Auf der schnellen Strecke fehlten dem Spanier 2,1 Sekunden auf Pedrosa. Um 63 Tausendstelsekunden langsamer war sein Teamkollege Randy de Puniet. Dahinter folgten Yonny Hernandez (Avintia), Ellison, Mattia Pasini (Speed Master), Ivan Silva (Avintia) und Colin Edwards (Suter-BMW). Schlusslicht war Danilo Petrucci (Ioda) mit seinem schwachen Stock-Motor.

Fotoquelle: Repsol

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