Elf WM-Punkte konnte Colin Edwards in den ersten zehn Rennen sammeln

MotoGP 2012

— 13.08.2012

Edwards: Rückstand der CRT-Bikes wird immer größer

Colin Edwards zieht nach zehn Rennen ein ernüchterndes Fazit: Der Rückstand der CRT-Motorräder wird immer größer und es gibt in allen Bereichen Probleme

Die Claiming-Rule-Teams haben nun zehn Rennen hinter sich gebracht und die Bilanz ist ernüchternd. Gegen die MotoGP-Prototypen haben diese neuen Motorräder mit Superbike-Motoren keine Chance. Lediglich Ersatzfahrer wie Franco Battaini oder Toni Elias, sowie verletzte Piloten wie Karel Abraham wurden von dem einen oder anderen CRT-Piloten geschlagen. Der Abstand ist weiterhin klar zu groß. Im Optimalfall kann im Qualifying der Abstand zur Pole-Position auf zwei Sekunden gedrückt werden, aber nach einer Renndistanz beträgt die Lücke des schnellsten CRT-Piloten meistens über 50 Sekunden.

Technisch gesehen sind die Nachteile in allen Bereichen zu groß, um den Prototypen nahe zu kommen. Auf manchen Strecken waren die langsamsten Claiming-Rule-Fahrer sogar langsamer als die schnellsten Moto2-Piloten. Die neuen Motorräder sind noch junge Projekte und werden von kleinen Teams vorangetrieben. Positiv ist die Zuverlässigkeit, denn technisch bedingte Ausfälle kommen zwar vor, aber der Großteil der Fahrer kann die Distanzen zurücklegen. Im Verlaufe der zehn Rennen ist die Lücke zu den Prototypen aber größer geworden, denn die Werke entwickeln mit Hochdruck weiter.

"Die Prototypen werden schneller und schneller und entfernen sich immer weiter von uns", lautet die ernüchternde Bilanz von Colin Edwards. Noch im Vorjahr saß der Texaner auf einer Yamaha M1 und müht sich in dieser Saison mit der Suter-BMW ab. "Als wir in Malaysia gestartet sind, lagen wir drei Sekunden - oder 2,8 Sekunden - zurück. Wir dachten, dass sich diese Zahl reduzieren würde, aber unser Entwicklungsplan ist nicht annähernd so gut wie jener der Prototypen. Die Lücke ist immer größer geworden. Viele der Dinge, die wir tun wollten wie jede Woche ein neues Chassis, war nur Blabla. Es hat keine Früchte getragen."

Bei den CRT-Bikes gibt es mehrere Baustellen. Die Motoren sind schwächer als jene der Superbike-WM, denn sie müssen länger halten. Die Bridgestone-Reifen wurden auch für die Prototypen entwickelt und die Chassis müssen mühevoll weiterentwickelt werden. Auch bei der Elektronik besteht Aufholbedarf, denn man kann nicht auf die Ressourcen oder die Testmöglichkeiten der Hersteller zurückgreifen. Deshalb will Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta eine Einheits-ECU bei den Claiming-Rule-Motorrädern einführen.

Edwards hält nichts von Einheits-ECU

"Ich habe von dieser Einheits-ECU gehört, aber es ist unmöglich", findet Edwards über dieses Thema und präzisiert: "Es ist unmöglich, eine Einheits-ECU bei all diesen unterschiedlichen Motoren zu verwenden. Man spielt mit der Elektronik, um die Kraftentfaltung sanfter zu gestalten. Wie kann man eine ECU bei all den verschiedenen Motoren verwenden? Jemand würde von Beginn an einen Vorteil haben. Ich glaube nicht daran und sehe nicht, wie das funktionieren soll."

Außerdem glaubt der "Texas Tornado" nicht daran, dass man die aktuellen CRT-Motorräder an die Prototypen heranbringen kann. "Mein größtes Problem beginnt bei der Startlinie und geht bis zur letzten Kurve. Das größte Problem liegt überall. Alle fahren mit Big-Bang, oder V, oder mit einem Crossplane-Design. Das ist im Rennsport logisch und ist Problem Nummer eins. Dann fühlt sich das Chassis viel zu steif an und das Motorrad ist generell zu klein. Problem Nummer zwei."

"Dann gibt es die Elektronik. Das System auf meiner Aprilia im Jahr 2003 war besser als mein aktuelles. Problem Nummer drei. Es ist alles. Ich könnte auf kein Detail zeigen und sagen, dass wenn wir dies oder jenes hätten, wir zehn Mal besser wären. Wenn die Elektronik funktioniert, dann kann man auch alles andere zum Arbeiten bringen. Aber wenn die Elektronik falsch ist, dann hat man kein Gefühl für das Chassis. Genau bei diesem Punkt stehen wir."

In der Superbike-WM ist die BMW S1000RR konkurrenzfähig. Marco Melandri und Leon Haslam fahren aber mit einer hauseigenen Elektronik. An der Suter-BMW ist eine ECU von Bosch verbaut. Es ist die gleiche Basiselektronik, wie sie auch in der DTM zum Einsatz kommt, aber seit eineinhalb Jahren wird versucht, sie an das Motorrad anzupassen. "Ich habe mit BMW gesprochen. Wir haben das gleiche Material, bis auf die Kurbelwelle vielleicht. Sie könnte etwas anders sein", vergleicht Edwards die beiden Motorvarianten. "Sie haben aber ihre eigene Elektronik, die sie seit vier Jahren entwickeln. Sie scheint zu funktionieren. Wir entwickeln dieses Bosch-System seit Monaten, aber es funktioniert nicht."

"Wir kaufen ein Paket von Suter, und Suter kauft ein Paket von BMW. Man könnte sagen, dass BMW die Motoren direkt an Suter schickt, von Fabrik zu Fabrik. Sie bauen ihn ein und wir bekommen das Paket, das finale Produkt. Soweit ich weiß, wird bei uns nichts im Team gebaut." Somit müssen Edwards und das Forward-Team mit einem fertigen Motorrad arbeiten. Man ist nicht zufrieden, denn in Mugello probierte der Routinier auch die FTR-Honda und die FTR-Kawasaki aus. Ob man das Material noch im Laufe der Saison wechseln wird, ist noch offen.

Fotoquelle: SuterRacing

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